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Die Hudson Yards - Auf der größten Baustelle New Yorks

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Mit einem Volumen von 28 Milliarden Dollar sind die Hudson Yards die größte private Immobilienentwicklung in den USA. Momentan ist das neue Viertel jedoch eine riesige Baustelle.

Moderne Kunst neben Wolkenkratzern: „The Vessel“
Moderne Kunst neben Wolkenkratzern: „The Vessel“
Quelle: Julia Rosner

Gerade noch drängten sich Geschäftsleute und Touristen in die Linie 7 der New Yorker U-Bahn. Sie alle waren froh, in die übervolle Bahn in Richtung Downtown gepasst zu haben - ein Szenario, das sich täglich in Manhattan abspielt. Doch einmal die Haltestelle Times Square hinter sich gelassen, wird die Bahn bis zur Endstation 34th Street schlagartig leer. Die, die noch in der Bahn sitzen, sind Bauarbeiter. Sie sind auf dem Weg zur größten Baustelle in New York: den Hudson Yards. Das Stadtviertel mit Hochhäusern, wie nicht einmal der Big Apple sie bis jetzt kennt, entsteht südwestlich des Central Parks. In zehn Minuten von der Grand Central Station erreichbar. Dafür wurde die Linie 7 verlängert - auf Kosten der Stadt, wie einige Kritiker des Großprojektes anmerken.

Neue Jobs

Einer, der über diese Kritik nur lächeln kann, ist Morisson. Als Portier ist der immer gutgelaunte Afroamerikaner in einem der bereits fertiggestellten Wolkenkratzer dafür zuständig, die Ankommenden zu begrüßen. Das ist für ihn jedoch mehr als nur ein Job. Getreu dem Konzept der Yards, "Luxus beginnt beim Wohlfühlen", spricht er jeden einzelnen an. Viele begrüßt er mit Handschlag und Smalltalk. Seine Arbeitskleidung erinnert an einen Humphrey-Bogart-Film: Morrison trägt Hut, Mantel und Gamaschen und ist bereits jetzt eine Kultfigur in dem neuen Stadtviertel. Noch braucht er jedoch starke Nerven oder besser gesagt: taube Ohren. Bis auf einige wenige Gebäude, die schon fertiggebaut sind, sind die Yards gerade im Bau. Kreissägen heulen und Laster mit Baumaterialien rollen durch die noch nicht fertiggestellten Straßen. Über dem Viertel schwebt eine Dunstwolke aus Staub und die "construction workers", die Bauarbeiter, dominieren mit ihren weißen Helmen und grellen Warnwesten das Stadtbild.

Moderne Kunst neben Wolkenkratzern: „The Vessel“
"The Vessel" ist eine begehbare Konstruktion in Wabenform und mit 16 Stockwerken.
Quelle: Julia Rosner

Auch James arbeitet in den Yards. Als Ingenieur ist er dafür zuständig, dass auf der Baustelle am "The Vessel", einer begehbaren Konstruktion in Wabenform und mit 16 Stockwerken, alles nach Plan verläuft. Nicht nur vom diesem Bau, der schon jetzt zum Wahrzeichen der Yards geworden ist, zeigt er sich begeistert. "Bautechnisch ist das ein spannendes Projekt. So abwechslungsreich." Besonders froh ist er jedoch - genau wie Morisson -, dass er hier eine sichere Anstellung gefunden hat. In den USA momentan nicht selbstverständlich. Dennoch ist das neue Viertel nur eines von vielen Megaprojekten in New York, das James im Laufe seiner Karriere beobachtet hat.

Kein Platz für Kinder

In der Mittagspause holt er sich gern ein Sandwich. Weil es noch nicht viele Geschäfte in der Gegend gibt, halten kleine Food Trucks im Viertel. Wer eine längere Mittagspause hat, schaut hingegen im "Hudson Food Market" vorbei, einem der ersten Lunchbuffets. Vor zwei Jahren, als die meisten Hochhäuser noch auf ihr Fundament beschränkt waren, wurde das Geschäft eröffnet.

Von Anfang an dabei ist Kassierer Alex. "Es ist unglaublich, wie die Häuser um uns herum aus dem Boden geschossen sind", sagt er. Mit seinen Gästen, meist Bauarbeitern, scherzt er gern, weiß jedoch auch, dass sich das Publikum, sobald die Yards fertig sind, grundlegend verändern wird. "Mehr Geschäftsleute und andere wichtige Leute werden zu uns kommen." Doch Alex ist zuversichtlich, dass sein Job im "Hudson Food Market" sicher ist - schließlich essen auch Businessleute gern Sandwiches. So begeistert er auch von dem Projekt ist, dort wohnen würde er nicht wollen. "Zu viel Großstadt und nichts für die Kids." Dies sei eher etwas für Business-Leute. 

Schon der neuerrichtete Bahnhof "34th Street" lässt die Dimension des Megaprojektes in New York erahnen.
Schon der neuerrichtete Bahnhof "34th Street" lässt die Dimension des Megaprojektes in New York erahnen.
Quelle: Julia Rosner
Das größte Shoppingcenter der Yards: 30 Hudson
Am Freitag eröffnete das größte Shoppingcenter der Yards: "30 Hudson"
Quelle: Julia Rosner

Fünf Gehminuten vom Hudson Food Market entfernt, befindet sich der Wolkenkratzer "30 Hudson". Neben Firmen sollen hier irgendwann die meisten Geschäfte des neuen Stadtteils einziehen. Am Freitag war das "Grand Opening", die Eröffnung des größten Shoppingcenters der Yards, inmitten einer riesigen Baustelle. Das "Grand Opening" wurde seit Wochen in fast allen New Yorker Medien beworben. Bis zur Fertigstellung des Viertels dürfte das jedoch nicht das letzte seiner Art sein.

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