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Präsident und Geschäftsmann - Trumps Familiensumpf

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Zum Amtsantritt vor einem Jahr versprach der Präsident, sich aus seinem Immobilienimperium zurückzuziehen. Doch er macht weiter Geschäfte: mit Hotels, Golfplätzen und seinem Namen.

Trump Tower in New York
Trump Tower in New York
Quelle: ap

Erfolg duftet nach Wachholder, roter Johannisbeere und Koriander. Und Erfolg ist bezahlbar: 4,99 Dollar kostet der Deostift "Success by Trump". Das Eau de Toilette ist etwas teurer, 9,99 Dollar, beides käuflich zu erwerben im Erdgeschoss des Trump Tower in New York oder online.

In New York steht der Name Trump für Wertverfall

Allerdings hat sich der Name Trump im ersten Jahr seiner Amtszeit nicht ganz so erfolgreich verkauft. Zumindest in New York sind die Preise für Eigentumswohnungen in Trump-Immobilien drastisch gefallen. Der Wert von Apartments im Trump International Hotel and Tower am Central Park ist laut einer Studie des Immobilienberaters City Realty um 27 Prozent gesunken. Im Trump Tower auf der Fifth Avenue sieht es nur wenig besser aus: Fünf Wohnungen in dem goldenen Turm wurden 2017 verkauft. Die Eigentümer bekamen im Schnitt 11 Prozent weniger pro Quadratmeter. "Das hat nicht nur, aber auch mit dem Namen Trump zu tun", meint Gabby Warshawer von City Realty.

In New York steht der Name Trump längst nicht mehr für Luxus und Erfolg, sondern für Wertverfall. Die Wohnungs-Eigentümer einer Trump Immobilie am Riverside Boulevard haben deshalb den goldenen Trump-Schriftzug von der Fassade abmontieren lassen. Ein Hotel in Manhattan tat dasselbe, weil wohlhabende Gäste dort nicht mehr absteigen wollten.

Massage im Ivanka Trump Spa

In Washington, D.C. boomen dagegen die Geschäfte des Präsidenten. Das Trump International Hotel in der Hauptstadt nahm laut Wall Street Journal in den ersten vier Monaten der Amtszeit Donald Trumps 18 Millionen Dollar ein. Das Fünfsterne Hotel mit "Spa by Ivanka Trump" ist nur einen Steinwurf weit vom Weißen Haus entfernt. Lobbyisten und republikanische Abgeordnete steigen regelmäßig dort ab - in der Hoffnung möglichst nahe an den Präsidenten heranzukommen.

Auch Trumps Golfkurse profitieren, nicht zuletzt deshalb, weil der Präsident dort jede freie Minute verbringt und regelmäßig ausländische Besucher empfängt. "Jeder Politiker, jede ausländische Regierung und Organisation, jeder, der Einfluß auf den Präsidenten nehmen will, braucht einfach nur in seinen Hotels oder Golfresorts zu übernachten und Geld auszugeben" fasst es Jessica Tillipman, Expertin für Anti-Korruptionsgesetze an der Georgetown University zusammen. "Die Nähe zum Präsidenten ist käuflich und er selbst profitiert auch noch davon."

Trump bleibt Geschäftsmann

Tatsächlich ist aus der Ankündigung Trumps, sich als Businessmann zurückzuziehen, nicht viel geworden. Vor einem Jahr hatte er versprochen, seine Geschäfte einer Treuhandgesellschaft zu übergeben. Seine beiden Söhne sollten diesen Trust verwalten. Allerdings stellte sich inzwischen heraus, dass Trump weiterhin Einblick in Geschäftsberichte hat und jederzeit Profite beanspruchen kann. "Es ist ungeheuerlich, dass es keine echte Treuhandgesellschaft für sein Vermögen und seine Kapitalanlagen gibt", kritisiert Scott Amey vom Project on Government Oversight, einer überparteilichen Non-Profit-Organisation. "Bei jeder politischen Entscheidung muss man sich doch fragen, ob sie im Interesse des Steuerzahlers ist oder im Interesse der Trump Familie."

Jüngstes Beispiel: Die Steuerreform. Trump selbst behauptet seine Steuerpläne würden ihn "ein Vermögen" kosten. Experten erwarten genau das Gegenteil: Der Präsident wird sein Vermögen eher vermehren. Wieviel genau in Trumps Taschen fliesst, kann keiner ganz genau beziffern, denn der Präsident weigert sich weiterhin seine Steuererklärung zu veröffentlichen.

Das Weiße Haus als Marketing-Agentur

Aber nicht nur Donald Trump selbst, seine ganze Familie profitiert. Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner können Außen- und Handelspolitik im Sinne ihrer Geschäftsinteressen beeinflussen, vermuten Fachleute. Immerhin lässt Ivanka Trump für ihr Modeimperium in Ländern wie China, Indien oder Bangladesch produzieren. "Sweetheart Deals" mit ausländischen Regierungen können da enorm lukrativ sein.

"Präsident Trump benutzt das Weiße Haus ganz eindeutig als Marketing Agentur für seine Familienunternehmen", sagt Eugene Robinson, Kolumnist der Washington Post. "Er ist angetreten, den Sumpf in Washington auszutrocknen. Tatsächlich hat er ein neues, riesiges Feuchtgebiet geschaffen: Die 'Trump Familien Sumpf Inc.'"

Trumps Personalkarusell

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