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Meistverkaufte Bücher des Jahres - "Geschichte der Bienen" ist Bestseller 2017

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Dan Brown, Daniel Kehlmann, Ken Follett: Ihre Bücher sind als Bestseller quasi gesetzt. Doch 2017 verkaufte sich kein Buch besser als "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde.

Archiv: Voll bepackt mit Pollen und Blütenstaub ist eine Biene am 05.07.2016 im Anflug zu einer blühenden Sonnenblume in einem Feld bei Frankfurt an der Oder
Voll bepackt mit Pollen und Blütenstaub: Eine Biene (Symbolbild) Quelle: dpa

Der Roman "Die Geschichte der Bienen" ist mit 350.000 Exemplaren das "meistverkaufte Buch des Jahres". Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste von Media Control für das "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" hervor.

Überraschungserfolg der Kinderbuchautorin

Der aus Oslo stammenden Autorin Maja Lunde, ansonsten eher in der Kinder- und Jugendbuchliteratur unterwegs, gelang mit ihrem Erstlingswerk für erwachsene Leser ein Überraschungserfolg. Allerdings setzte sie sich nur knapp gegen Star-Autor Dan Brown durch. Sein Krimi "Origin" liegt lediglich drei Prozentpunkte hinter der "Geschichte der Bienen", obwohl der Roman erst im Oktober veröffentlicht wurde.

Auf dem dritten Platz notiert mit "Das Cafe am Rande der Welt" von John Strelecky ein alter Bekannter. Der bereits 2007 erschienene Longseller taucht regelmäßig in den Bestsellerlisten auf. Mittlerweile sind über 1,2 Millionen Bücher verkauft.

Kehlmann in der Belletristik auf Platz drei

Geht es nach Buchsparten, so folgen in der Belletristik auf Maja Lunde und Dan Brown Daniel Kehlmanns Roman "Tyll" über den Dreißigjährigen Krieg, Elena Ferrante mit "Meine geniale Freundin" und Ken Follett mit "Das Fundament der Ewigkeit".

Ferrante findet sich dabei mit allen drei Bänden ihrer neapolitanischen Saga in den Top 25, und zwar auf den Rängen 4, 9 und 15. "Meine geniale Freundin" ist jetzt seit knapp anderthalb Jahren in den Bestsellerlisten. Folletts mehr als 1.100 Seiten umfassender Wälzer über den Kampf von Protestanten und Katholiken im Europa des 16. Jahrhunderts gelangte trotz eines stolzen Preises von 36 Euro auf Platz fünf.

Wissensbuch des Jahres warnt vor Technologie-Hörigkeit

Bei den Sachbüchern standen Gesundheits- und Lebensfragen ganz oben. 2017 rückte ein Longseller an die Spitze, der seit Oktober 2016 lieferbar ist: Eckart von Hirschhausens Buch "Wunder wirken Wunder" ist bislang insgesamt gut 500.000 mal verkauft worden. Es folgt Peter Wohlleben mit "Das geheime Leben der Bäume". Der Förster ist im Übrigen gleich dreimal in den Top 25 vertreten: Sein Titel "Das geheime Netzwerk der Natur" kam auf Platz vier. Andreas Michalsens Buch "Heilen mit der Kraft der Natur" kletterte auf Rang drei.

Zu den Ausnahmebüchern des Jahres gehört auch "Homo Deus", in dem der israelische Historiker Yuval Noah Harari vor den Folgen allgemeiner Technologie-Hörigkeit warnt. Harari hatte bereits 2015 mit seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" viel Aufsehen erregt. Der Nachfolgetitel liegt auf Platz fünf der Jahrescharts und wurde außerdem Wissensbuch des Jahres und erhielt den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis.

In der Sparte der Ratgeber sorgten Ernährungsbücher für die besten Verkäufe. Platz eins eroberte das Team um die Medizinerin Anne Fleck mit "Die Ernährungs-Docs". Auf Rang zwei landete Jamie Oliver mit "Jamies 5-Zutaten-Küche". Mit seiner "Kunst des guten Lebens" erreichte der Schweizer Rudolf Dobelli Rang drei.

Verkaufszahlen gehen stetig zurück

Insgesamt entwickelte sich der Buchmarkt in Deutschland verhalten. Die Konsumforscher der GfK warnten im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, die Lese-Ratten und Bücherwürmer würden immer älter. Die über 70-Jährigen sind mittlerweile die größte Käufergruppe; die Zahl der Buchkäufer geht kontinuierlich zurück. Aufgefangen wird diese Entwicklung durch Mehrkäufe der Vielleser und durch Preiserhöhungen.

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, sieht das etwas optimistischer. "Wir halten den Branchenumsatz seit etwa zehn Jahren stabil", sagte er - und das trotz zunehmender Medien-Konkurrenz. Immerhin hätten laut einer 2016 veröffentlichten Studie 60 Millionen Bundesbürger 2015 mindestens ein Buch pro Jahr gelesen und 30 Millionen sogar zehn und mehr Bücher pro Jahr. Auch er räumte allerdings ein, dass in den zurückliegenden zehn Jahren der Anteil der absoluten Nichtleser von 20 auf 25 Prozent gestiegen sei.

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