Sie sind hier:

Die OPEC und der Ölpreis - Ein Kartell verliert seine Macht

Datum:

Einst war die OPEC eine Allianz, die dafür sorgen konnte, dass sonntags auf Deutschlands Straßen gähnende Leere herrschte. Das war die Öl-Krise 1973. Mittlerweile hat Öl an Bedeutung verloren und damit auch die OPEC an Macht. Förderkürzungen funktionierten damals - heute nicht mehr.

Vielleicht haben die deutschen Autofahrer demnächst schon Grund zur Freude: Die Ölpreise sind leicht gesunken. Der Preisverfall ist auch Thema bei der diesjährigen OPEC-Tagung in Abu Dhabi Thema.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Noch in den siebziger Jahren hatte die OPEC die Macht, mithilfe des Ölpreises Druck auf die Industrieländer auszuüben - zugunsten politischer Ziele etwa, um den Westen zu zwingen, seine Unterstützung für Israel zurückzufahren. Die Folge waren Inflation und Konjunktureinbruch. Die Kartellmitglieder waren sicherlich die meistgehassten Länder der Welt, zumindest aus der Sicht des Westens. Heute bieten die dreizehn Mitglieder ein eher beklagenswertes Bild.

Hauptgrund: Die Schieferöl-Industrie in den USA. Hunderte kleiner Förderfirmen pressen das Öl aus dem Gestein (das sogenannte Fracking), und dank der technologischen Fortschritte der letzten Jahre reicht ihnen schon ein Preis von um die 40 Dollar pro Fass (159 Liter), um rentabel zu arbeiten. Noch nicht lange her, da mussten es noch hundert Dollar pro Fass sein. Bei einem Ölpreis von derzeit um die 50 Dollar finden sie ihre Auskommen.

80 Dollar wären optimal

Die USA fördern inzwischen 9,8 Millionen Fass pro Tag und stellen damit einen Marktfaktor dar, mit dem man rechnen muss. Unter Präsident Trump soll Amerika zum Ölexporteur werden. Demgegenüber gelingt es der OPEC, die sich wegen der Förderkürzungen noch Russland mit ins Boot holte, bisher nicht mehr, den Preis maßgeblich zu beeinflussen.

Zumal inzwischen drei Mitgliedsländer die Kürzungen nicht mitmachen: Nigeria, Libyen und Ecuador scheren aus. In allen Ländern ist man dringend auf die Einnahmen aus dem Geschäft angewiesen. Eigentlich gilt das sogar für reiche Länder wie Saudi-Arabien. Die Luxusversorgung dort im Sozialsektor muss finanziert werden - am besten wäre für das Land ein Ölpreis von über 80 Dollar - das scheint momentan unerreichbar.

Die deutschen Verbraucher sollte es freuen - selbst wenn die OPEC ihre Förderkürzung bis März 2018 verlängern wird, wie geplant, dürfte der Preis nicht steigen. Im Gegenteil: Es gibt schließlich keinen Grund, warum der technologische Fortschritt beim Fracking plötzlich abreißen sollte. Hierzulande wirkt momentan auch noch der starke Euro als Verbilligung: Öl wird in Dollar abgerechnet - da wirkt sich die erhöhte Kaufkraft der Euroländer zu ihren Gunsten aus. Das Ölzeitalter wird also nicht so schnell zu Ende gehen, wie immer mal wieder prophezeit - jedenfalls nicht aus Mangel an Erdöl.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.