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Die Plastik-Revolution

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Ist Bio-Kunststoff die Lösung? - Die Plastik-Revolution

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Plastik boomt, die Produktionsmenge geht immer noch steil nach oben. Um gegen die Plastifizierung des Planeten anzugehen, braucht es eine Revolution.

Für den Unternehmer Reinhard Schneider ist Recycling der Königsweg. Schneider ist Inhaber der Werner&Mertz GmbH in Mainz, ein familiengeführtes Traditionsunternehmen, das bundesweit bekannt ist für seine Reinigungsmittel der Marke Frosch.

Plastik könnte sinnvoller genutzt werden

Von seinem Chefzimmer aus, am Rande eines Gewerbegebietes, hat Schneider jederzeit einen Teil des Problems vor Augen: den rauchenden Schlot einer benachbarten Müllverbrennungsanlage. Ein Großteil dessen, was dort in die Luft gepustet wird, ist Plastikmüll – vom Verbraucher mehr oder weniger sorgfältig gesammelt und entsorgt in der Gelben Tonne.

"Riesige Mengen dieses Materials könnten viel sinnvoller genutzt werden, um daraus neue Verpackungen herzustellen", meint der Unternehmer. Und macht mit seiner Firma vor, wie es geht. Mehr als 100 Millionen Flaschen stellt das hauseigene Verpackungswerk her, und zwar vollständig aus recyceltem Kunststoff. In der Hauptsache handelt es sich um ausgemusterte Pfandflaschen – aber ein Fünftel des Materials kommt direkt aus der Gelben Tonne. Und dieser Anteil ließe sich noch deutlich steigern, so Schneider.

Der Lobby-Verband PlasticsEurope, Vertreter unter anderem von Großkonzernen wie BASF und Exxon Mobil, hält Schneiders Initiative für den interessanten Vorstoß eines Einzelkämpfers – mehr aber auch nicht (siehe Interview). Kein Wunder: Ginge Schneiders Plan auf, müsste irgendwann wesentlich weniger Plastik aus frischem Rohöl hergestellt werden – ein Milliardengeschäft wäre bedroht.

Bioplastik - Lösung aller Kunststoffprobleme?

Plastik, das nicht jahrhundertelang hält, sondern nur genau so lange, wie es soll – es klingt wie ein Traum. Thomas Büsse träumt nicht, er arbeitet daran, fertigt aus weißem Plastikgranulat Folien. Der Clou: Für die Herstellung brauchen Büsse und seine Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung kein Öl, sondern Mais. "Es kann natürlich auch Holz sein oder Gär-Reste aus Kompostieranlagen", sagt Büsse – Hauptsache ist, dass Mikroben daraus Bernsteinsäure machen können. Sie ist die Grundlage für das Bioplastik.

"Ziel ist es, dass die Folie vom Feld genau die gleichen Eigenschaften hat, wie die herkömmliche Lebensmittelfolie. Außer natürlich eine Eigenschaft: die Langlebigkeit." Büsses Versuche unter Laborbedingungen zeigen: Seine Folie ist je nach Temperatur und Feuchtigkeit in wenigen Wochen abbaubar. Das ist zwar zu langsam für herkömmliche Kompostieranlagen, aber darum gehe es auch nicht. "Statistiken zeigen, dass etwa zehn Prozent des weltweit hergestellten Kunststoffs irgendwann unweigerlich in der Umwelt landen– achtlos weggeschmissen, herausgewaschen und so weiter.

Zu wenig Unterstützung von der Politik

Die Förderung von biobasiertem Kunststoff findet in Deutschlands Forschungslandschaft so gut wie nicht statt.
Thomas Büsse, Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung

Enttäuscht zeigt sich Büsse allerdings von der Politik: "Die Förderung von biobasiertem Kunststoff findet in Deutschlands Forschungslandschaft so gut wie nicht statt." Dabei tüfteln auch in Laboren anderswo auf der Welt Wissenschaftler längst an ähnlichen Produkten. "Kann gut sein, dass uns Konzerne in den USA oder China irgendwann mit wirtschaftlich erfolgreichen Produkten überraschen", fürchtet Büsse. Dann hätte Deutschland, das so stolz ist auf seinen Erfindungsgeist, eine Chance auf Marktführerschaft verpasst.

Wie die Politik Bio-Kunststoffe fördert - ein Interview

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