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Defekte Elektrogeräte - Reparieren - der Umwelt zuliebe

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Lohnt es sich, defekte Haushaltsgeräte reparieren zu lassen? Teure Reparaturen belasten nicht immer den Geldbeutel, schonen aber oft die Umwelt, sagt Stiftung Warentest. Die Rahmenbedingungen für Reparaturen müssen aber verbessert werden, fordert das Umweltbundesamt.


Es passiert meist aus heiterem Himmel: Die Waschmaschine schleudert nicht mehr, und der Staubsauger bleibt stumm. Hochwertige Haushaltsgeräte haben eine lange Lebensdauer. Wenn sie nach Garantieablauf kaputt gehen, steht man vor der Frage: Lohnt es sich, das Gerät reparieren zu lassen, oder ist es reif fürs Recycling?

Neukauf oder Reparatur?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Art des Fehlers, die Reparaturkosten, aber auch das Alter des Geräts und seine voraussichtliche Lebensdauer nach der Reparatur spielen eine Rolle. Stiftung Warentest hat bei Waschmaschinen, Kaffeeautomaten und Staubsaugern untersucht, ob sich eine Reparatur für den Geldbeutel des Verbrauchers und für die Umwelt lohnt.

Neukauf oder Reparatur – was ist bei einer Waschmaschine auf Dauer teurer? "Wer immer gleich beim ersten Defekt eine neue Waschmaschine kauft, zahlt am Ende nur wenig mehr als derjenige, der sie immer reparieren lässt", rechnen die Warentester vor. Die Kosten für Neukauf oder Reparatur halten sich langfristig somit zwar die Waage. Ökologisch ist der Verzicht auf Reparaturen aber ein Desaster.

Reparieren schont die Umwelt

Die Herstellung einer Waschmaschine schlage nämlich "ökologisch sehr viel stärker ins Kontor" als eine Reparatur, heißt es im Testbericht. Die Umwelt profitiere davon, ein so langlebiges Gerät auch möglichst lange zu nutzen und im Fall der Fälle reparieren zu lassen, sagt Claudia Till von Stiftung Warentest. Ähnliches gelte für Kaffeeautomaten.

Das Umweltbundesamt (UBA) schlägt in dieselbe Kerbe. "Studien zum Beispiel für Notebooks oder Waschmaschinen belegen deutlich, dass in den allermeisten Fällen das langlebige Produkt das umweltfreundlichere Produkt ist", sagt Ines Oehme, Expertin des UBA für die Themen Lebensdauer und Reparatur. Die Reparatur solcher Geräte schone die Umwelt sogar oft dann, wenn ein neues Gerät weniger Strom verbrauche als das alte.

"Ältere Staubsauger sind Stromfresser"

Dass nicht jede Reparatur automatisch ökologisch sinnvoll ist, weist Stiftung Warentest am Beispiel von Staubsaugern nach. Hier spreche aus Umweltsicht kaum etwas fürs Reparieren. Es sei denn, das Gerät sei noch sehr neu, sagt Claudia Till. "Ältere Staubsauger sind meist Stromfresser. Sie belasten die Umwelt viel stärker als die Herstellung neuer Geräte."

Auch die EU hat das Thema im Visier. Laut Ökodesign-Richtlinie dürfen ab September nur noch Staubsauger auf den Markt kommen, deren Motoren mindestens 500 Betriebsstunden halten. Zudem hat die EU-Kommission angekündigt, dass sie die Reparierbarkeit, Nachrüstbarkeit und Langlebigkeit von Produkten fördern und gegebenenfalls weitere verbindliche Produktvorschriften erarbeiten wird.

Hilfe zur Selbsthilfe im Repair-Café

Unterdessen nehmen immer mehr Verbraucher die Reparatur selbst in die Hand und machen defekte Geräte in Repair-Cafés unter Anleitung von ehrenamtlichen Fachleuten selbst wieder fit. Solche Cafés gibt es mittlerweile in vielen Städten. Sie sind entstanden, weil Reparaturen oft sehr teuer sind. Schuld an hohen Reparaturkosten seien vor allem die Hersteller, meinen Kritiker. Sie würden Reparaturen nur autorisierten Werkstätten erlauben und den freien Verkauf von Ersatzteilen behindern.

"Um Reparaturen zu fördern und ökonomisch tragfähig zu gestalten, müssen generell die Rahmenbedingungen für Reparaturen verbessert werden", sagt Iris Oehme vom UBA. "Ersatzteile, Reparaturanleitungen und Diagnosesoftware sollten stets auch für nicht herstellergebundene Reparaturbetriebe und -initiativen verfügbar sein." Für die Autoindustrie gibt es eine solche Regelung längst. Sie sollte auch auf Elektrogeräte Anwendung finden, fordert das UBA.

Reparaturanleitungen im Netz

Wer Ersatzteile benötigt oder nach einer Reparaturanleitung sucht, wird im Internet fündig. Online-Shops wie Ersatzteile-24.com oder Ersatzteil-Vertrieb.de verkaufen Originalteile mitunter sogar günstiger als die Hersteller, manchmal allerdings auch teurer, sagt Stiftung Warentest. Webseiten wie Reperatur-Initiativen.de helfen zudem bei der Suche nach Reparaturanleitungen.

Hilfe zur Selbsthilfe gibt es zuweilen auch auf den Webseiten der Hersteller - oft in Gestalt von FAQs, häufig gestellten Fragen also. Meist geht es hier nur um die Reparatur kleinerer Defekte. Von größeren Reparaturen in Eigenregie raten die Hersteller aus Sicherheitsgründen ab.

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