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Umweltschäden - Die Schattenseite des Zements

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Die Welt erlebt derzeit einen Bau-Boom. Der Bedarf nach Zement ist riesig. Doch seine Herstellung ist klima- und umweltschädigend. Alternativen könnte es aber geben.

Der begehrte Baustoff ist ein heimlicher Klimakiller. Bei der Herstellung entsteht mehr CO2 als durch den gesamten Flugverkehr weltweit.

Beitragslänge:
28 min
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Neue Hochhäuser, Straßen und neue Siedlungen: Die weltweite Nachfrage nach Zement ist groß. Der pulverartige Baustoff ist sozusagen der Kleber im Beton. In Indonesien finden sich große Kalksteinvorkommen. Vor allem die Vorkommen auf der Insel Java garantieren der Zementindustrie beachtliche Gewinne. Denn der Kalkmergel ist ein wichtiger Ausgangsrohstoff für die Zementherstellung. Riesige Bagger tragen den weißen Rohstoff Schicht für Schicht ab - zurück bleibt ein ausgeräumter Steinbruch. Und nicht nur das. Auch der Wasserhaushalt des Gebietes verändert sich.

Normalerweise verlaufen in einer Kalklandschaft viele unterirdische Wasserläufe. Diese werden durch den Abbau vernichtet und trocknen aus. Die Folge ist: Der Grundwasserspiegel sinkt ab, die Vegetation vertrocknet. Viele Kleinbauern verlieren ihre wirtschaftliche Existenz. Zudem entstehen beim Herstellungsprozess in der Zementfabrik Stäube und giftige Gase. Die gelangen ungefiltert in die Umwelt.

Betroffene Anwohner klagen

Und die Bagger fressen sich immer tiefer in das lukrative Kalksteingebiet. Derzeit planen die Behörden im Norden von Zentraljava die Freigabe einer weiteren Rohstofflagerstätte, die 800 Hektar groß ist. Zu den möglichen Profiteuren gehört über eine Tochtergesellschaft auch der deutsche Konzern HeidelbergCement.

Die betroffenen Anwohner haben kaum eine Möglichkeit, sich vor dem Raubbau zu schützen und klagen: Wenn eine Zementfabrik entstehe, würde sie das schleichend umbringen. Die Landwirtschaft würde nämlich daran zugrunde gehen, was wiederum die Lebensgrundlage für die nächste Generation zerstört, sagen sie. Darüber hinaus schädigt der Zementabbau auch das globale Klima.

Heimlicher Klimakiller

Die Herstellung von Zement zählt zu den besonders brennstoff- und stromintensiven Produktionsverfahren. Bei der Verbrennung von Kalk wird das darin gebundene Kohlenstoffdioxid (CO2) frei und gelangt in Atmosphäre. Schätzungen zufolge verursacht die Zementherstellung acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Zum Vergleich: Deutschland hat insgesamt einen Anteil von 2,2 Prozent am globalen CO2-Ausstoß. Vom Emissionshandel ist die Zementindustrie aber bislang ausgenommen. So stellt sich die Frage: Wie lässt sich die Klimalast reduzieren?

Nach Angaben der deutschen Zementhersteller wird derzeit schon nach alternativen Brennstoffen gesucht. Darüber hinaus forschen die Hersteller seit mehreren Jahren gemeinsam mit europäischen Partnern aus Industrie und Wissenschaft an geeigneten Techniken der CO2-Abscheidung, sowie der Speicherung und Verwendung von CO2. In der Fachsprache heißt das "Carbon Capture and Storage" und "Carbon Capture and Utilisation".

Umweltfreundlicher Zement

Deutsche Universitäten erforschen derzeit an Alternativen zur herkömmlichen Zement-Herstellung. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben die Wissenschaftler eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe ein umweltfreundlicher Zement entsteht. Der wesentliche Unterschied zum bisherigen Verfahren: In einem sogenannten Dampfdrucktopf beträgt die Produktionshitze nur noch 200 Grad Celsius - statt der üblichen 1.400 Grad. Das spart nicht nur viel Energie. Der neuartige Zement braucht zudem viel weniger Kalkstein.

Dennoch würde der derzeitige Bauboom die Einsparpotentiale überholen, meint Peter Stemmermann vom KIT: "Es werden 4,2 Milliarden Tonnen Zement auf der Welt produziert. Das heißt, während der Entwicklungszeit haben wir eigentlich unseren Vorteil schon wieder aufgefressen. Wir werden also erhebliche zusätzliche Anstrengungen brauchen, nicht nur bei uns, sondern in der gesamten Produktionskette, um dieses riesige CO2-Problem zu reduzieren". Bis die neue Methode allerdings in Deutschland umgesetzt wird, dauert es noch Jahre. Und ob sie letztendlich auch bei der Zementherstellung, etwa in Indonesien, zum Einsatz kommt, ist ungewiss.  

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