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Jordanien und Libanon - Die schwierige Lage der syrischen Flüchtlinge

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Während ihrer Nahost-Reise besucht Kanzlerin Merkel Jordanien und den Libanon - beide Länder haben massenweise Flüchtlinge aufgenommen und sind wichtige Verbündete für Europa.

Archiv: Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager in Ost-Libanon
Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager in Ost-Libanon (Archivbild). Quelle: epa

Inmitten der Regierungskrise in Deutschland besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Jordanien und dem Libanon zwei Länder, die unter dem Bürgerkrieg in Syrien leiden: Jordanien hat nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 650.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarstaat aufgenommen, der Libanon sogar fast eine Million. Mehr als die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Die inoffiziellen Zahlen der Flüchtlinge dürften noch höher sein.

Gemessen an der Bevölkerung sind im Libanon weltweit sogar die meisten Flüchtlinge untergekommen, nämlich 164 pro 1.000 Einwohner. Im Vergleich: In Deutschland waren es 12, obwohl das deutsche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf viermal so hoch ist. Jordanien liegt in dieser Tabelle auf Platz drei mit 71 Flüchtlingen pro 1.000 Einwohner.

Jordanien auf internationale Hilfe angewiesen

Die libanesische Regierung erlaubt keine offiziellen Flüchtlingslager, weil sie verhindern will, dass die Menschen bleiben. Sie fürchtet um das fragile Gleichgewicht in dem multikonfessionellen Land am Mittelmeer. Syrer müssen für eine Arbeitserlaubnis Geld bezahlen, das sie nicht haben. Viele Kinder können nicht zur Schule gehen. Hier droht eine Generation ohne Ausbildung und Hoffnung heranzuwachsen. Oft zahlen Syrer hohe Mieten in slum-ähnlichen, inoffiziellen Flüchtlingslagern.

Jordanien hat mit Syrien und dem Irak zwei der größten Krisenstaaten als Nachbarn - das von Wüsten geprägte Land gilt als relativ stabil. Wegen geplanter Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen kam es in den vergangenen Wochen aber zu Massenprotesten. Abdullah II. wechselte seinen Ministerpräsidenten aus und nahm einige Preiserhöhungen zurück. Auch das umstrittene Steuergesetz wurde zunächst zurückgezogen. Um die Lage unter Kontrolle halten zu können, ist Jordanien auf internationale Hilfe angewiesen.

Bundesregierung stellt Millionen zur Verfügung

In Jordanien verteilen sich viele Syrer auf zwei große Camps in Zaatari und Asrak. Vor allem die Infrastruktur ist nicht für eine so große Zahl an Menschen ausgelegt. Hinzu kommt, dass die internationale Syrien-Hilfe in der Region massiv unterfinanziert ist. Deutschland gehört dabei zu den größten internationalen Geldgebern.

Für Jordanien stellte die Bundesregierung im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 589 Millionen Euro zur Verfügung, für den Libanon 380 Millionen Euro. In beiden Ländern gibt Berlin unter anderem Geld, um die Wasserversorgung zu verbessern und Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Im Lager Zaatari wurde eine Photovoltaikanlage gebaut, die Strom für 80.000 Menschen liefern soll.

Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt
Jordanien auch beim Abfallmanagement. Deutschland fördert in beiden Staaten außerdem humanitäre Hilfe, um Flüchtlinge mit Lebensmitteln, Wohnraum und einer medizinischen Grundversorgung auszustatten.

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