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Gestohlene Gemälde möglicherweise aufgetaucht

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Nach Jahrzehnten - Gestohlene Gemälde möglicherweise aufgetaucht

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40 Jahre nach ihrem Diebstahl aus Schloss Friedenstein in Gotha könnten die fünf wichtigen Gemälde wieder aufgetaucht sein. Die Polizei ermittelt wegen Hehlerei und Erpressung.

Selbstbildnis mit Sonnenblume nach Anthonis van Dyck
Selbstbildnis mit Sonnenblume nach Anthonis van Dyck
Quelle: dpa

In der stürmischen Nacht des 14. Dezember 1979 verschwinden fünf alte Meisterwerke aus dem Schloss Friedenstein in Gotha. Nun liegen die Bilder möglicherweise in einem Labor und die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Hehlerei und Erpressung. Die hochkarätigen Gemälde - unter anderem von Hans Holbein dem Älteren, Frans Hals und Anthonis van Dyck - seien der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha zum Kauf angeboten worden, teilte die Stiftung mit.

Trotz hoher internationaler Aufmerksamkeit und umfangreicher Untersuchungen habe der "größte Kunstraub in der Geschichte der DDR" bis heute nicht aufgeklärt werden können. Nun überprüfe ein Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin, ob es sich um die 1979 gestohlenen Werke handelt.

Hausdurchsuchungen und zwei Verdächtige

Wie nun bekanntgeworden sei, hätten am Donnerstag bundesweite Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Gothaer Kunstraub von 1979 stattgefunden, hieß es von der Stiftung weiter. Diese seien vom Landeskriminalamt (LKA) Berlin in Kooperation mit den jeweiligen Kriminalisten der betroffenen Bundesländer erfolgt. Ob sich die Durchsuchungen gegen zwei Verdächtige richteten, gegen die in der Sache bereits ermittelt wird, teilte die Polizei in Berlin nicht mit. Unklar war zunächst auch, seit wann die Polizei in Berlin ermittelt und wie viele Objekte durchsucht wurden.

Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei deutsche Männer im Alter von 46 und 54 Jahren. Gegen sie werde wegen des Verdachts der Erpressung und der Kunsthehlerei ermittelt. Die Stiftung hatte sich vor einiger Zeit mit Hinweisen zu dem Fall gemeldet. Daraufhin seien die Ermittlungen eingeleitet worden.

Das Gemälde «Landstraße mit Bauernwagen und Kühen».
Das Gemälde "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren
Quelle: ---/Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/dpa

Wie die Stiftung die Bilder zurückbekam

Unabhängig von diesen neueren Polizeiaktionen habe es in den vergangenen eineinhalb Jahren Bemühungen zur Rückführung der Bilder seitens des damalige Stiftungsratsvorsitzenden und Oberbürgermeisters von Gotha, Knut Kreuch (SPD), gegeben. Demnach waren im Juli 2018 anonyme Personen über einen Anwalt an die Stiftung herangetreten. Diese hätten erklärt, die Gemälde zu besitzen und zum Rückkauf angeboten. Er hätte aber keine plausible Erwerbsgeschichte angegeben.

Kreuch habe - unterstützt durch die Ernst von Siemens Kunststiftung - mit dem Anwalt verhandelt. So sei es schließlich zur Übergabe der Bilder Ende September 2019 gekommen.

Tat ist seit zehn Jahren verjährt

Die Verjährungsfrist für die Tat ist bereits im Dezember 2009 abgelaufen. Sollte es sich bei den Bildern tatsächlich um das Diebesgut handeln, ist eine juristische Auseinandersetzung nicht auszuschließen. Die Stiftung gab an, dass sich ihre Rechtspositionen "fundamental" von der der Verhandlungspartner unterscheiden.

Die Stiftung vertritt den Standpunkt, durch den Diebstahl nie ihr Eigentum verloren zu haben, und sagt, dass die Bilder - sollten es die Originale sein - durch die Übergabe nun im Besitz der rechtmäßigen Eigentümerin sind. Die Ernst von Siemens Kunststiftung habe den zwischenzeitlichen Besitzern eine "moderate Aufwandsentschädigung" in Aussicht gestellt. Auch ein "Finderlohn" sei denkbar.

Heilige Katharina von Hans Holbein
Heilige Katharina von Hans Holbein
Quelle: dpa

Die Bilder waren in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1979 verschwunden. Es handelt sich um die Werke "Brustbild eines jungen Mannes" von Frans Hals, "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren, "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck, "Alter Mann" von Jan Lievens sowie von Hans Holbein dem Älteren "Heilige Katharina". Ihr Wert war damals mit etwa fünf Millionen DDR-Mark angegeben worden.

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