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Fernsehlegende - ZDF-Moderator Dieter Thomas Heck gestorben

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Er stand ein halbes Jahrhundert auf der Showbühne. Als "Mister Hitparade" und "Schnellsprecher der Nation" begeisterte Dieter Thomas Heck Millionen. Nun ist er gestorben.

Der beliebte ZDF-Showmaster ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Bekanntheit erlangte er besonders als Moderator der Hitparade.

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Der Tod des beliebten Moderators sorgt in der Medienwelt für Betroffenheit. Er starb bereits am Donnerstag, wie der Anwalt der Familie mitteilte. ZDF-Intendant Thomas Bellut würdigte den legendären Showmaster: "Dieter Thomas Heck war viele Jahre das Gesicht der ZDF-Unterhaltung. Wir verdanken ihm viel. Von den späten 60er Jahren an hat er das Bild des ZDF maßgeblich mitgeprägt. Nicht nur die 'Hitparade' sondern viele weitere Showprogramme des Senders hat er moderiert, Benefiz-Galas wie 'Die Super-Hitparade' oder 'Melodien für Millionen' wären ohne sein Engagement undenkbar gewesen."

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler ergänzte: "Dieter Thomas Heck hat über Jahrzehnte die Showprogramme des ZDF geprägt. Seine Liebe galt der deutschsprachigen Musik, vor allem dem Schlager. Er hatte ein großes Herz für den Nachwuchs und engagierte sich für viele karitative Zwecke. Ein großer Entertainer hat die Bühne endgültig verlassen."

"Wieder eine Legende weniger", schrieb der Komiker Oliver Kalkofe am Freitagabend auf Twitter - er sei "sehr, sehr traurig". Schauspielerin Veronica Ferres erinnerte sich: "Als Kind hab ich mit meinen Eltern 'Melodien für Millionen' geschaut, mit meinen Brüdern die Hitparade. Später war ich zu Gast in seiner Show. Wir werden ihn nie mehr hören - in unseren Herzen bleibt er! Gute Reise, Dieter...." Schlagersänger Patrick Lindner betonte: "Du warst für mich eine Fernsehikone als Kind, später ein Freund, auf den man immer aufgeschaut hat."

Showmaster-Urgestein

So lange es ihm möglich war, hatte Dieter Thomas Heck sein Rentnerleben genossen. "Ich verbringe es so, wie ich es gerade möchte", sagte er noch im letzten Jahr. "Dafür hat gewiss auch jeder Verständnis, wenn man bedenkt, dass mein Leben ja über 40 Jahre durch den Beruf genau getaktet war." Heck war eines der letzten Showmaster-Urgesteine im deutschen Fernsehen. Als "Mister Hitparade" und "Schnellsprecher der Nation" erreichte er Kultstatus, stand ein halbes Jahrhundert lang vor Mikrofon und Kamera.

Vor gut zehn Jahren gab er seinen Rücktritt bekannt und zog sich danach aus Show und Fernsehen zurück. Im Dezember 2017 wurde er 80 Jahre alt. Mit seiner zweiten Ehefrau Ranghild, die er Hildchen nannte, lebte Heck in Berlin sowie in der spanischen Hafenstadt Águilas. Zuletzt ging es ihm gesundheitlich nicht gut, er musste ins Krankenhaus.

Von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt

Heck, geboren in Flensburg, war rund 50 Jahre im Fernsehen und Radio unterwegs. Er fand als Moderator von Unterhaltungsshows und Musiksendungen ein Millionenpublikum. "Mein Leben war es, Menschen zu unterhalten. Dass mir dies gelungen ist, macht mich glücklich", sagte er zum Ende seiner Fernsehkarriere: "Ich durfte große Erfolge feiern, war 50 Jahre im Geschäft und davon 40 Jahre im deutschen Fernsehen in der ersten Reihe. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit."

Bürgerlich hieß er Carl-Dieter Heckscher. Sein Berufsleben begann 1957 in Hamburg. Dort arbeitete er vier Jahre lang als Autoverkäufer, was er im Rückblick als gute Schule für seine spätere Showmaster- Tätigkeit bezeichnete. 1961 wurde er in der Fernseh-Nachwuchssendung "Toi-toi-toi" von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt. Er begann im gleichen Jahr beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden als Sprecher und arbeitete bei Radio Luxemburg als Disc-Jockey, an der Seite des damals ebenfalls nach oben strebenden Frank Elstner.

Liebe zur Musik als Antrieb

Einem großen Fernsehpublikum wurde Heck als Moderator der "ZDF-Hitparade" bekannt. Er moderierte die populäre Musiksendung live aus Berlin 183 Mal, von Anfang 1969 bis Ende 1984. Seine Begrüßung "Hier ist Berlin" wurde legendär. "Ich werde oft auf die Hitparade reduziert", sagt er: "Aber ich habe ja noch viel mehr gemacht."

Heck stand für ZDF-Samstagabendshows wie "Melodien für Millionen", "Musik liegt in der Luft" oder die "Die Super-Hitparade" - aber auch für ARD-Sendungen wie die "Deutschen Schlagerfestspiele" oder "Die Schlagerparade der Volksmusik" vor der Kamera. Und er präsentierte viele Jahre erfolgreiche Unterhaltungssendungen wie "Die Pyramide" (1978 bis 1994) und "Ihr Einsatz bitte" (1987-1990). "Die Liebe zur Musik war immer einer meiner Antriebe", sagt Heck. Dem Schlager hielt er stets die Treue - als Produzent, Texter, Sänger und als Moderator.

Goldene Kamera für sein Lebenswerk

In Wolfgang Menges legendärem, medien- und gesellschaftskritischem Fernsehklassiker "Das Millionenspiel" mimte Heck 1970 den Spielshowmoderator: In dessen Sendung gewinnt ein Kandidat eine Million Deutsche Mark und entrinnt seinen bewaffneten Häschern. Zusätzlich zum Fernsehen arbeitete Heck als Radiomoderator. Er präsentierte die Südwestfunk-Sendungen "Vom Telefon zum Mikrofon" und "Gute Laune aus Südwest", moderierte beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Zudem spielte Heck im "Tatort" ebenso wie bei "Praxis Bülowbogen", "Soko Stuttgart", "Die Rosenheim-Cops" und "Manta - Der Film".

Als Heck vor zehn Jahren 70 alt wurde, gab er seinen Rücktritt bekannt und moderierte nach einem halben Jahrhundert im Showgeschäft seine letzten Sendungen. Und er brachte seine Biografie auf den Markt. Als Gast trat er danach gelegentlich in TV-Shows auf und stand dabei auch als Sänger auf der Bühne.

Im Februar 2017 erhielt er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. Bei diesem Auftritt, einem seiner letzten, wirkte er im Gegensatz zu früher altersbedingt müde.

Spenden anstelle von Geschenken

Dieter Thomas Heck - Das Millionenspiel -  aufgenommen am 01.01.1970
Dieter Thomas Heck - Das Millionenspiel
Quelle: Bild: WDR

Der leidenschaftliche Hundebesitzer und bekennende CDU-Anhänger lebte 23 Jahre lang im Schwarzwald, im barocken Schloss Aubach in Lauf, südlich von Baden-Baden. Dann zog er nach Spanien.

Auf Geschenke zu seinem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr verzichtete Heck. Stattdessen rief er zu Spenden für die Deutsche Welthungerhilfe auf, für die er sich seit Jahrzehnten auch vor der Kamera engagierte. "Es gibt so viel Armut in der Welt", sagte er. Statt zu viel Geld für Geschenke sei eine Spende sinnvoll: "Damit kann man viel Gutes bewirken."

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