Sie sind hier:

Zukunft des Arbeitsmarktes - Digitalisierung - Herausforderung für die Arbeitswelt

Datum:

Digitalisierung - das ist die Welt aus Null und Eins. Seit 2002, so schätzen Experten, speichern wir endgültig mehr Daten digital als analog. Ein neues Zeitalter bricht an, das auch die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird.

Wenn in Zukunft Roboter unsere Jobs machen, wovon leben dann wir? Zahlen Maschinen dann Steuern und Menschen bekommen ein Grundeinkommen? Ein Blick in die Arbeitswelt der Zukunft.

Beitragslänge:
4 min
Datum:


In vielen Fabriken ist es längst Alltag. Hatte vor ein paar Jahren noch der Mechaniker einen Schraubschlüssel in der Hand, ist der Arbeitsablauf heute vollautomatisiert. Maschinen übernehmen die Aufgaben von Menschen, hocheffizient und zeitsparend. Der Mechaniker hält heute ein Tablet in der Hand und überwacht die Arbeit der Maschinen. Bei der Firma Bosch zum Beispiel melden Maschinen direkt an das Tablet des Mechanikers, wenn ein Teil verschleißt und gewartet werden muss. Der weiß dann genau, wo an der Maschine etwas ausgetauscht werden muss. So spart er sich und dem Unternehmen viel Zeit. Die Produktivität steigt.

Doch das verändert auch unsere Jobs. Wenn Maschinen die Aufgaben erledigen, werden Menschen dann überhaupt gebraucht? So kommt eine Studie des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zu dem Schluss: Bis 2025 könnten durch die Digitalisierung 1,5 Millionen Jobs wegfallen. Zeitgleich entstehen aber genauso viele neue Jobs. Allerdings mit komplexeren Aufgaben für die Beschäftigten. Das könnte ein Problem werden für Menschen ohne Ausbildung oder mit einem niedrigen Berufsabschluss.

Denn durch die Digitalisierung ändern sich die Anforderungsprofile. Unsere Welt wird abstrakter. Jeder muss mit digitalen Endgeräten umgehen können. Gerade für ältere Arbeitnehmer nicht immer ganz einfach. Außerdem ist die Überwachung von Maschinen etwas anderes, als sie täglich anzufassen und mit den Händen zu arbeiten.

Wenig Qualifizierte riskieren Arbeitslosigkeit

Ist die Digitalisierung eine Chance für uns? Friedrich Esser vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn wägt ab: "Wenn es gelingt, die Menschen mit Bildung und Qualifizierung mitzunehmen, werden mit der Digitalisierung die Chancen für uns die Risiken überwiegen." Wohin die Reise aber wirklich geht, darüber kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Entscheidend aber, da ist sich Esser sicher: Es ist ein großer Umbruch im Gange, und die Arbeitswelt wird sich nachhaltig verändern - in spezieller Art und Weise an vielen Arbeitsplätzen. "Die Frage wird also sein: Wie gut werden die Menschen auf die Digitalisierung vorbereitet werden?", so Esser.

Das Zauberwort heißt Weiterbildung; wer heute hochqualifiziert ist, der hat die größten Chancen einen Job zu finden. Je niedriger die Qualifikation, umso größer das Risiko der Arbeitslosigkeit. Das galt schon immer und gilt mit der Digitalisierung noch mehr. Doch wie nimmt man alle in diesem Umbruchprozess mit? Kann jeder Mitarbeiter unbegrenzt weitergebildet und qualifiziert werden? Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung warnt: "Langfristig kann es zu einem Anpassungsproblem kommen, wenn nicht rechtzeitig für neue Aufgaben weitergebildet wird".

Weiterbildung auf Staatskosten angedacht

Aktuell sind die Arbeitsmarkzahlen gut, die Nachfrage nach Arbeitskräften wächst und wächst. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni um 25.000 auf 2,473 Millionen gesunken. 731.000 offene Stellen waren bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet – das sind 66.000 mehr als im Juni vor einem Jahr. Noch nie gab es so viele offene Stellen wie heute - ein Rekord seit 17 Jahren. Betriebe suchen dringend Leute. Das kann sich durch die Digitalisierung noch verschärfen. Deswegen fordert Enzo Weber vom IAB eine Weiterbildungsoffensive und zwar zeitnah.

Erste Ideen dazu hat auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles schon in ihrem Weißbuch zur Arbeit 4.0 aufgegriffen. Darin denkt das Arbeitsministerium laut über ein Weiterbildungskonto nach, dass jedem Arbeitnehmer zur Verfügung stehen soll. Fortbildung auf Staatskosten, sozusagen. Wie viel Geld darauf jedem für Weiterbildung zur Verfügung stehen soll, ist nicht bekannt. Bislang sind das erste Schritte, sich auf einen veränderten Arbeitsmarkt einzustellen. Doch all zu viel Zeit wird nicht bleiben, geeignete Programme aufzulegen. Der technische Fortschritt kommt und der Arbeitsmarkt ist schon jetzt an manchen Stellen fast wie leergefegt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.