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Verbraucherschützer - Warnung vor digitaler Zwei-Klassen-Medizin

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Gesundheitsminister Spahn (CDU) will das Gesundheitswesen stärker digitalisieren. Verbraucherschützer fürchten, dass die neuen Angebote nicht alle erreichen.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.
Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

Die Verbraucherzentralen haben vor einer "Zwei-Klassen-Medizin" bei neuen digitalen Angeboten im Gesundheitswesen gewarnt. "Es darf nicht so sein, dass ich gezwungen oder bestraft werde, wenn ich mich daran nicht beteilige", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller.

Müller verwies etwa auf fehlende technische oder finanzielle Mittel. Digitale Angebote dürften nicht davon abhängen, dass man unbedingt ein Smartphone besitzen müsse oder immer das neueste.

Diagnosen per Chat oder Videos-Anruf?

Es sei gut, wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für einheitliche, verbraucherfreundliche Standards und Fortschritt bei einer stärkeren Digitalisierung sorge. "Jeder hat sich schon einmal geärgert, für ein Rezept extra zum Arzt gehen zu müssen." Über Chats oder Video-Anrufe könnten Einschätzungen vom Arzt möglich sein, ohne persönlich vorsprechen zu müssen. Hilfreich sei auch, wenn man Mehrfachuntersuchungen wie unnötiges Röntgen vermeiden und leichter Klarheit über eingenommene Medikamente bekommen könne. Hierauf zielen elektronische Patientenakten, die bis 2021 eingeführt werden sollen.

Entscheidend seien sauber definierte Standards, betonte Müller. "Hier darf sich die Politik nicht wegdrücken, sie darf auch keine Verantwortung an die falschen Stellen verlagern." Zentral sei der Schutz der Privatsphäre. "Gesundheitsdaten sind die sensibelsten Daten, weil darüber über mich Informationen weitergegeben werden, die ganz leicht missbraucht werden können." Auch den Arbeitgeber gehe es nichts an, welche Krankheiten jemand habe oder gehabt habe.

Digitale Angebote dürften dabei nicht davon abhängen, dass man unbedingt ein Smartphone besitzen müsse, womöglich auch immer das neueste. Man müsse über Alternativen nachdenken. Dies könne man auch über andere Computerzugänge regeln, sagte der vzbv-Chef. Wichtig sei zudem, dass Patienten verlässlich und einfach erkennen könnten, welche Gesundheits-Apps geeignet und zuverlässig "und welche nur Gimmicks und Spielereien" seien.

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