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Diplomatischer Konflikt um Katar - Golfstaaten stellen Forderungen an Katar

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Um im Streit zwischen Katar und anderen arabischen Ländern voranzukommen, haben die Golfstaaten nun Forderungen gestellt: Unter anderem soll Katar den TV-Sender Al-Dschasira schließen und einen türkischen Militärstützpunkt stilllegen. Ob Doha auf die 13 Punkte umfassende Liste eingeht, ist fraglich.

Katar ist das reichste Land der Welt. Zur Zeit ist der Mini-Wüstenstaat von seinen arabischen Nachbarn isoliert. Was bedeutet die Blockade für die Menschen im Emirat? Und für die WM 2022?

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Im diplomatischen Konflikt um Katar haben Saudi-Arabien und weitere arabische Länder Forderungen zur Lösung des Streits gestellt. Katar solle unter anderem den TV-Sender Al-Dschasira schließen, seine diplomatischen Beziehungen zum Iran beenden und einen türkischen Militärstützpunkt stilllegen, hieß es auf einer insgesamt 13 Punkte umfassenden Liste, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Kuwait hatte die Liste als Vermittler am Freitag an Katar übergeben. Demnach habe Katar zehn Tage Zeit, die Forderungen umzusetzen.

Kompensationszahlung in unbekannter Höhe gefordert

Katar solle zudem seine Militärkooperation mit dem Nato-Mitglied Türkei abbrechen, auch eine Kompensationszahlung in zunächst unbekannter Höhe wurde gefordert. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und auch den Flug- und Schiffsverkehr unterbrochen. Die Staaten werfen Katar Unterstützung von Terrorismus vor. Katar bestreitet das. Die USA, die in dem Konflikt ebenfalls als Vermittler auftreten, hatte die Aufstellung einer Forderungsliste angeregt.

Die Golfstaaten fordern zudem von Katar, dass das Land alle Verbindungen zur

Muslimbruderschaft, der Hisbollah, Al-Kaida und allen mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbundenen Gruppen abbricht. Doha reagierte zunächst nicht auf die Forderungsliste. Diese enthält jedoch Punkte, die Katar bereits zuvor klar abgelehnt hat, unter anderem die Schließung von des Senders Al-Dschasira. Die katarische Regierung hatte zudem angekündigt, nicht zu verhandeln, so lange die Blockade vonseiten der anderen Staaten in Kraft sei.

Katar soll mutmaßliche Terroristen ausliefern

Laut der Liste soll Katar Staatsbürgern aus Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain die Einbürgerung verweigern und die ausweisen, die sich derzeit im Land befinden. Dadurch solle verhindert werden, dass sich Katar in die nationalen Angelegenheiten der anderen Golfstaaten einmische, hieß es zur Begründung. Katar solle zudem alle von den vier Ländern wegen terroristischer Handlungen Gesuchten überstellen.

Sollte Katar auf die Forderungen eingehen, würde das Land auch einer bis zu zehn Jahre dauernden Überprüfung der Maßnahmen zustimmen.

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