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Wohnung nur "an Deutsche"? - Wohnungssuche: Alltägliche Diskriminierung

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Menschen mit ausländisch klingendem Namen werden bei der Wohnungssuche oft benachteiligt. Ein Amtsgericht hat nun einem Kläger Recht gegeben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Afghanische Flüchtlingsfamilie in einer Wohnung in Berlin Marzahn
Afghanische Flüchtlingsfamilie in einer Wohnung in Berlin Marzahn.
Quelle: imago

Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund beklagen häufig, dass sie bei der Wohnungssuche ausgegrenzt werden. Damit hat sich das Amtsgericht Augsburg zuletzt beschäftigt - und am Dienstag ein Urteil gefällt.

Der Wohnungseigentümer muss nun 1.000 Euro Entschädigung an einen aus Burkina Faso stammenden Interessenten zahlen. Außerdem darf der Mann nicht noch einmal ein Inserat mit einer Formulierung aufgeben, wonach er nur "an Deutsche" vermiete. Ansonsten droht ihm ein hohes Ordnungsgeld. Nach Angaben von Betroffenen kommt vergleichbare Diskriminierung oft vor, ist aber meistens nicht so leicht zu beweisen.

Worum geht es im konkreten Fall?

Der Mietinteressent hatte in dem Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefonat von dem Vermieter beendet wurde, als klar war, dass er einen Migrationshintergrund habe. Der Wohnungseigentümer hatte eingeräumt, dass er nur an deutsche Staatsangehörige vermieten wolle.

Diese offene Benachteiligung von Ausländern ist schlichtweg nicht hinnehmbar.
Richter Andreas Roth

Der 81-Jährige begründete dies damit, dass er in seinem Haus einmal Ärger mit einem angeblich türkischen Drogendealer gehabt habe. "Diese offene Benachteiligung von Ausländern ist schlichtweg nicht hinnehmbar", so Richter Andreas Roth im Urteil. Die Begründung des Vermieters ließ er nicht gelten: "Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen."

Wie oft werden Menschen bei der Wohnungssuche ausgegrenzt?

Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes haben schon viele Migranten Ausgrenzung auf dem umkämpften Mietmarkt erlebt. Fast 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund fühlten sich bei der Wohnungssuche diskriminiert. Im Jahr 2015 hatte die Bundeseinrichtung eine entsprechende Studie zu dem Thema veröffentlicht.

"Rassistische Diskriminierung am Wohnungsmarkt findet auch unter den besten Voraussetzungen statt", lautete das Fazit. Selbst finanziell gut aufstellte Bewerber ohne deutschen Pass würden benachteiligt.

Auch Religion spiele eine große Rolle, muslimische und jüdische Bewerber hätten es deutlich schwerer als Christen. "Mit Kopftuch keine Wohnung", hieß es dazu in der Untersuchung.

Wie gut lässt sich Diskriminierung nachweisen?

Doch ein Fall für die Gerichte wird solche Alltags-Diskriminierung selten. Denn anders als im Augsburger Fall wird meist nicht schon in der Anzeige ausgegrenzt. Eine Benachteiligung bei der Vermietung tatsächlich nachzuweisen sei letztlich sehr schwer, betont die Antidiskriminierungsstelle daher. "Entscheidungsprozesse bei der Wohnungsvergabe bleiben den Bewerberinnen und Bewerbern meist verborgen." Dennoch landen immer wieder Fälle vor den Richtern.

Sind nur Ausländer betroffen?

Nein. Das Kölner Landgericht verurteilte 2015 einen Mann, der sich geweigert hatte, seine Villa an ein homosexuelles Paar zu vermieten, zu 1.700 Euro Entschädigung. Auch "eine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität", sei verboten, befanden die Richter.

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