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Rekord-Ausschüttung an Aktionäre - Milliarden-Dividenden als Lohn der Angst

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Auf ein durchwachsenes Börsenjahr folgt nun die Dividendensaison: Deutsche Konzerne schütten Rekordbeträge an die Aktionäre aus. Aber deutsche Anleger lassen sich viel entgehen.

Am Tag der Hauptversammlung steigt die Vorfreude: Wer zu diesem Datum mindestens eine Aktie solcher Firmen wie Daimler oder BASF, Allianz oder SAP im Depot hat, ist dividendenberechtigt. Obwohl die Unternehmen natürlich nicht verpflichtet sind, einen Teil des Gewinns an ihre Eigner auszuschütten, tun es fast alle: Für so manchen Sparer zählt es bei der Aktienauswahl schon, wie viel er an Ertrag erwarten kann. Denn selbst bei schwankenden Börsenkursen ist die Dividende eine Größe, mit der man rechnen kann.

Dividende schlägt Nullzins immer

So etwa bei Daimler: Bei einem Aktienkurs von etwa 55 Euro macht die Ausschüttung von 3,25 Euro mehr als sechs Prozent Rendite aus. Daimler lässt sich diese Beglückung 3,5 Milliarden Euro kosten. Ganz vorn liegt die Allianz: 3,8 Milliarden gehen an die Anteilseigner - ein Viertel davon erfreut in der Regel als Kapitalsteuer das Finanzamt. Da kommt in Zeiten des Nullzinses - ein Wort, das es bis vor kurzem gar nicht gab - dennoch keine andere Anlageform mit.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisiert dennoch im Sinne der Aktionäre, dass nur 40 Prozent der Gewinne in Form von Dividenden ausgezahlt werden - die DSW fordert regelmäßig 50 Prozent, schon allein, um die Attraktivität der Aktienanlage zu steigern.

Viele Anteile deutscher Unternehmen in ausländischer Hand

An den Deutschen geht viel vom Ertrag vorbei, denn etwas mehr als die Hälfte der Aktien von deutschen Topunternehmen sind in ausländischer Hand. Immerhin gut zehn Millionen Deutsche besitzen Aktien oder Aktienfonds-Anteile.

Aber auch letztere haben natürlich etwas vom Geldsegen: Die Fondsgesellschaft legt die Dividenden in der Regel wieder für ihre Anteilseigner in Aktien an. Im Laufe der Jahre erhöht sich damit natürlich die Zahl der gehaltenen Unternehmensaktien und damit auch wieder die Dividendensumme. So wird übrigens auch der Wert des Dax berechnet: inklusive der Dividenden. Und die machen auf längere Sicht viel vom Kurserfolg aus.

Mancher investiert lieber

Es sind also keineswegs nur Börsenkurse, die, wenn es nach oben geht, einen Gewinn versprechen. Solange man es nicht mit jungen Technologieunternehmen zu tun hat. Solche Firmen wie Apple etwa waren jahrelang stolz, trotz hoher Gewinne gerade keine Dividende zu zahlen - was sich aber auf Druck der Aktionäre inzwischen geändert hat.

Die Unternehmen argumentierten, man investiere die Gewinne lieber wieder in aussichtsreiche neue Geschäfte, als sie auszuschütten. Und wer Vertrauen zum Unternehmen habe, der werde dann ja von Kurssteigerungen verwöhnt.

Ketzer gegen Management

Die ketzerische Frage wird aber auch bei den arrivierten Platzhirschen noch gestellt: Hat das Management keine Ideen mehr? Oder warum wirft man mit Geld um sich, statt tolle neue Produkte zu finanzieren? Wie gesagt, ketzerisch. Die Mehrzahl der Anleger hat schon gern mal jährlich einen Spatz in der Hand - die Taube auf dem Dach erwischt man eines Tages mit etwas Geschick dann ja auch noch.

Dividende - Geldsegen nach gutem Geschäftsjahr

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