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Doku "Macht. Kampf. AfD" auf ZDFinfo - Hinter den Kulissen einer Protestpartei

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Intrigen, Bündnisse, Zerwürfnisse: Die Alternative für Deutschland will die Republik verändern, beschäftigt sich in erster Linie aber mit sich selbst. Das zeigt eine ZDF-Dokumentation, die Blicke hinter die Kulissen einer Protestpartei wirft.

Intrigen, Bündnisse, Zerwürfnisse – die Partei Alternative für Deutschland erlebt einen alles beherrschenden Zustand: den Machtkampf.

Beitragslänge:
33 min
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Es gibt bessere Gelegenheiten, Alexander Gauland zum Interview zu treffen: Den ganzen Morgen hat der AfD-Bundesvize mit Presseterminen verbracht, den ganzen Nachmittag wird er auf der Autobahn sein. Es ist der Tag vor dem Bundesparteitag der AfD in Köln. Gauland muss Mehrheiten organisieren, per Telefon, am liebsten ungestört.

Mit Gauland im Stau

Es muss dringend sein, sonst würde er nicht versuchen, trotz laufender Kamera André Poggenburg zu erreichen. Von dem AfD-Landesvorsitzenden in Sachsen-Anhalt hat er gehört, dieser wolle kein Team von Spitzenkandidaten. Doch Poggenburg ist nicht zu erreichen. "Diese Partei hat immer Klärungsbedarf", sagt  Gauland, und seufzt. Zur Stimmung passt der Stau, kaum dass er losgefahren ist.

Für eine Dokumentation auf ZDFinfo haben die ZDF-Autoren Britta Buchholz und Gunnar Krüger die Spitzen der AfD begleitet, auch dann, wenn viele Kameras schon ausgeschaltet sind. So entstanden Einblicke in eine zerrissene Partei, deren Spitzen um die Führung ringen - wenige Monate vor der Bundestagwahl.

Die AfD lässt tief blicken

Da sitzt Alice Weidel im Transporter neben einem Mann, der sich als ihr Sicherheitsbeauftragter vorstellt. Die frisch gekürte Spitzenkandidatin, die mit ihrem Lebensmodell so gar nicht ins AfD-Programm zu passen scheint, schwelgt mit ihm in Erinnerungen vom Straßenwahlkampf der Anfangszeit. "Mensch, hättest Du das gedacht, als wir damals Plakate aufgehängt haben, dass wir irgendwann mal so enden?" Weidel, das wird in solchen Situationen deutlich, ist frisch in Berlin, sucht noch ihre Rolle in der Partei.

Noch einer macht Lockerungsübungen vor laufender Kamera: Jörg Meuthen, der Frauke Petry auf dem Parteitag überflügelt hat. Am Tag der NRW-Wahl steigt die AfD-Wahlparty in einer Tanzschule. "In einer Tanzschule war ich das letzte Mal, als ich 15 war. Mit dem Mofa. Hatte ich frisiert." Da gibt sich einer ein Image. Motto: Mensch Meuthen.

"Der Zauber ist weg"

Solche Szenen überspielen: Die Partei steckt in der Krise. Andere kapern ihre Themen. „Wir sehen, dass der Zauber weg ist", sagt der Politologe Hans-Joachim Funke in der Dokumentation. "Das liegt an dem internen Machtkampf, aber auch daran, dass sich die Partei sehr weit nach rechts bewegt hat."

Nach Stunden erreicht Gauland Poggenburg: "Mein Lieber, ich formuliere gerade einen Antrag gegen Sie wegen telefonischer Nichterreichbarkeit. Wenn wir Höcke rausschmeißen, können wir Sie doch gleich mit rausschmeißen." Das zeigt, was aus dem Verfahren gegen den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke geworden ist: ein Witz.

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