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Zu raubeinig: Trump feuert Sicherheitsberater

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Differenzen mit John Bolton - Zu raubeinig: Trump feuert Sicherheitsberater

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In Trumps Regierung ist kaum jemand sicher. Nun feuert der US-Präsident seinen Sicherheitsberater John Bolton. Dem Rauswurf des Hardliners gingen heftige interne Kämpfe voraus.

John Bolton
Iran, Nordkorea, Afghanistan - John Bolton vertrat deutlich härtere Positionen als der Präsident.
Quelle: dpa

US-Präsident Donald Trump hat völlig überraschend seinen Nationalen Sicherheitsberater John Bolton entlassen. Trump begründete die Entscheidung am Dienstag mit inhaltlichen Differenzen. "Ich war mit vielen seiner Vorschläge nicht einverstanden, wie auch andere in der Administration, und deshalb habe ich ihn gebeten zurückzutreten", twitterte Trump. Er kündigte an, in der kommenden Woche einen Nachfolger zu benennen.

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Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und seinem Sicherheitsberater hatten sich offenbar mit der Zeit gehäuft. Vom Iran über Nordkorea bis Afghanistan vertrat der als besonders aggressiver Falke bekannte Bolton deutlich härtere Positionen als der Präsident. Schon im Mai hatte Trump durchblicken lassen, dass der Sicherheitsberater selbst für ihn zu raubeinig daher kam: "Tatsächlich wirke ich mäßigend auf ihn ein", sagte der Präsident damals.

Die Mitteilung Trumps, Bolton entlassen zu haben, kam kurz vor einem geplanten Presseauftritt Boltons mit Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin, den das Weiße Haus erst am Dienstagmorgen für die Mittagszeit angekündigt hatte. Pompeo und Mnuchin traten schließlich alleine vor die Presse.

Trumps dritter Nationaler Sicherheitsberater

Bolton war der dritte Nationale Sicherheitsberater in der Trump-Regierung. Er war seit April 2018 im Amt und folgte auf General Herbert Raymond McMaster. Bolton war schon vor seinem Antritt als außenpolitischer Hardliner bekannt, der hartnäckig für einen amerikanischen Nationalismus eintritt. Er war einer der glühendsten Verfechter des US-Einmarsches in den Irak.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der sich zuletzt immer weiter zugespitzt hatte, galt Bolton als Befürworter eines Regimewechsels in der Islamischen Republik. US-Medienberichten zufolge waren Bolton Trumps Annäherungsversuche an Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ein Dorn im Auge. Zudem habe es Differenzen beim Thema Afghanistan gegeben.

Bolton soll gegen ein von Trump für vergangenen Sonntag geplantes Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern in Camp David gewesen sein, dem Landsitz des US-Präsidenten. Trump hatte das Treffen am Samstagabend abgesagt. Als Grund hatte er einen Taliban-Anschlag am vergangenen Donnerstag in Kabul angeführt, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren, darunter ein US-Soldat. Die USA verhandeln seit Monaten mit den Taliban über ein Abkommen, das den Weg zu einem Abzug der US-Truppen und zu Frieden in dem Land bereiten soll. Auch Boltons Verhältnis zu US-Außenminister Mike Pompeo wurde als schwierig beschrieben.

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Amtszeit endet mit Disput

In den vergangenen Monaten war Trump mehrfach mit Nachfragen konfrontiert gewesen, ob er mit Boltons Arbeit zufrieden sei. Er hatte Bolton bis dato stets verteidigt und etwa gesagt, er wisse um dessen Rolle als Hardliner, habe aber auch andere Berater, die gemäßigter seien.

Die Amtszeit von Bolton endete am Dienstag schließlich auch im Disput: Trump und Bolton widersprachen sich in ihren Darstellungen. Trump schrieb auf Twitter, er habe den 70-Jährigen am Montagabend zum Rücktritt aufgefordert. Dieser habe am Dienstagmorgen seinen Rückzug erklärt. Bolton meldete sich daraufhin auf Twitter selbst zu Wort und widersprach Trump offen. "Ich habe gestern Abend meinen Rücktritt angeboten und Präsident Trump sagte: 'Lass uns morgen darüber sprechen'."

Rücktritte und Entlassungen: Die Liste wird länger

Boltons Entlassung reiht sich ein in eine ungewöhnlich lange Liste an Rauswürfen, Personalwechseln und Rücktritten, die es seit dem Amtsantritt Trumps im Apparat der US-Regierung gegeben hat. Aus dem Weißen Haus hieß es am Dienstag, kommissarisch solle vorerst der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Charles Kupperman die Geschäfte Boltons übernehmen.

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