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Trump gründet Weltraumstreitkräfte

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"Space Force" - Trump gründet Weltraumstreitkräfte

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Die USA wollen die militärische Vorherrschaft im All. Dafür hat sich US-Präsident Trump persönlich stark gemacht. Mit Erfolg: Die "Space Force" ist nun offiziell.

Präsident Donald Trump (r.) überreicht General Jay Raymond seine Ernennung zum Leiter des U.S. Space Command
Präsident Donald Trump überreicht General Jay Raymond seine Ernennung zum Leiter der "Space Force". Er ist das allererste Mitglied der Weltraumstreitkraft.
Quelle: AP

US-Präsident Donald Trump hatte das Projekt stets vorangetrieben. Nun kann er sich über einen innenpolitischen Erfolg freuen: Die USA hat eine eigene Weltraumstreitkraft. Die "Space Force" ist nun eine eigenständige Einheit der amerikanischen Armee und bekommt rund 16.000 Soldaten. "Das ist ein großer Moment", sagte der Präsident.

Nach der Verabschiedung durch den Kongress unterzeichnete Trump am Freitagabend (Ortszeit) ein Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt 2020. Darin werden auch die Pläne zur Militarisierung im All beschlossen: "Mit meiner Unterschrift heute werden Sie Zeugen der Geburt der Space Force", sagte Trump bei der Zeremonie auf der Luftwaffenbasis Andrews bei Washington am Freitagabend (Ortszeit). "Denn der Weltraum ist der neueste Kriegsschauplatz der Welt." Das US-Repräsentantenhaus hatte den Plänen bereits im September zugestimmt.

Die "Space Force" hat bereits ein erstes Mitglied

"Inmitten gravierender Bedrohungen für unsere nationale Sicherheit ist amerikanische Überlegenheit im Weltraum absolut unerlässlich." Trump nominierte zugleich General Jay Raymond als ersten Kommandeur der "Space Force" ("Chief of Space Operations"). "Er wird das allererste Mitglied der Space Force werden", sagte Trump. Der Kommandeur - der dem zivilen Leiter der Luftwaffe unterstellt wird - muss noch vom Senat bestätigt werden. Das Gesetz sieht keine zusätzlichen Soldaten für die "Space Force" vor, diese sollen aus der Luftwaffe rekrutiert werden. Das Gesetz sieht dafür 16.000 Soldaten und Zivilisten vor.

Mit der "Space Force" wurde erstmals seit 1947 wieder eine eigene US-Teilstreitkraft geschaffen - damals wurde die US-Luftwaffe eine separate Einheit. Die "Space Force" ist nun neben Heer, Marine, Luftwaffe, Marineinfanteriekorps und Küstenwache die sechste eigenständige Teilstreitkraft der USA. Allerdings sind die Weltraumstreitkräfte gleichzeitig an die Luftwaffe angeschlossen.

Amerika will seine Vorherrschaft im All verteidigen

US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte, die "Space Force" habe die Aufgabe, die Vorherrschaft der USA im All zu verteidigen. "Unsere Abhängigkeit von weltraumgestützten Fähigkeiten hat dramatisch zugenommen", fügte er hinzu.

In dem Gesetz heißt es, die "Space Force" solle die Operationsfreiheit der USA im Weltraum gewährleisten und die Interessen der Amerikaner dort schützen. Aufgabe der neuen Teilstreitkraft sei außerdem, Aggressionen im und aus dem Weltraum abzuwehren und dort Operationen auszuführen.

Das planen andere Länder im Weltall

Der Weltraum spielt bei Verteidigung und moderner Kriegsführung eine bedeutende Rolle, etwa durch satellitengestützte Technologie und Waffensysteme. Die Nato hat den Weltraum in diesem Jahr zum eigenständigen militärischen Einsatzgebiet erklärt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron kündigte im Juli den Aufbau eines militärischen Weltraumkommandos an.

Neben den USA investieren vor allem China und Russland in Weltraumprojekte. China hat bereits 2007 demonstriert, dass es einen Satelliten mit einer bodengestützten Rakete abschießen kann. Auch der Iran und Nordkorea sind zunehmend in der Lage, ihre militärischen Aktivitäten in den Weltraum auszuweiten.

Trump hatte deswegen wiederholt die Schaffung von US-Weltraumstreitkräften gefordert. Im August richtete er ein "SpaceCom" genanntes Militärkommando für den Weltraum ein. Für die Gründung der eigentlichen "Space Force" brauchte er aber die Zustimmung des US-Kongresses. Zwar gab es gegen die Pläne des Präsidenten lange Vorbehalte, auch im Verteidigungsministerium. Das Vorhaben wurde nun aber mit dem neuen Verteidigungshaushalt beschlossen.

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