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Unwetter in Südeuropa - Mallorca: Drei Deutsche tot

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Bei dem schweren Unwetter auf Mallorca sind nach Angaben der spanischen Behörden drei Deutsche getötet worden. Bei ihnen handelt es sich um ein Ehepaar und um einen Journalisten.

Mallorca: Nach Angaben des Rettungsdienstes sind auch drei Deutsche unter den Opfern. Ein fünfjähriger Junge wird weiter vermisst.

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Ein Sprecher der Guardia Civil sagte am Donnerstagabend, ein dritter Deutscher, ein Journalist, sei ebenfalls ums Leben gekommen. Zuvor hatte der Notdienst der Balearen bestätigt, dass es sich bei einem tot aufgefundenen Paar ebenfalls um zwei Deutsche handelte. Die Leichen des Paares waren am Nachmittag auf der Strecke zwischen Artà und Canyamel gefunden worden. Die genaue Herkunft des Paars blieb zunächst unklar, jedoch lebte es den Informationen der Notdienst-Sprecherin zufolge auf der Insel. Das Auto der beiden war am Mittwoch zunächst leer aufgefunden worden, worauf die Suche begann. Das spanische Fernsehen meldete, die Opfer seien 63 und 61 Jahre alt.

Vermisster Journalist aus Hannover möglicherweise tot

Bei dem Journalisten könnte es sich um einen Redakteur der "Neuen Presse" handeln. Wie die Hannoveraner Tageszeitung am Donnerstag online meldete, wurde der 57-Jährige während seines Urlaubs auf der Mittelmeerinsel am Dienstag von dem Unwetter überrascht. Er sei an jenem Tag im Auto auf dem Weg zum Flughafen von Palma gewesen, um dort eine Bekannte abzuholen. Er sei jedoch nie am Flughafen angekommen, telefonisch sei er seither nicht mehr zu erreichen. Auf dem Weg zum Flughafen der Inselhauptstadt musste der Journlist auch durch den Ort Sant Llorenç des Cardassar fahren, der am schwersten von dem Unwetter betroffen war.

Die verheerenden Unwetter mit Starkregen hatten in mehreren südeuropäischen Ländern Menschen getötet und massive Sachschäden angerichtet. Besonders schwer betroffen ist Mallorca, wo bislang zwölf Leichen gefunden wurden.

Ein Kind vermisst

Ein fünfjähriges Kind wurde derweil auf der Ferieninsel weiter vermisst. Nach Angaben von Balearen-Präsidentin Francina Armengol beteiligten sich rund 800 Einsatzkräfte an der Suche nach dem Jungen. Bei den anderen auf Mallorca geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, schrieb der mallorquinische Notdienst auf Twitter. Neben den drei Deutschen seien auch ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin gestorben.

Es wurde Kritik laut, dass es keine Unwetter-Warnungen gegeben hätte. Thorsten Schaubrenner berichtet aus Mallorca.

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Nach einem Sturzregen am Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colònia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das "Mallorca Magazin".

Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser vom Himmel gefallen.

Tennis-Star Nadal im Einsatz

An den Aufräumarbeiten und Hilfsaktionen beteiligten sich zahlreiche Freiwillige, darunter der mallorquinische Tennis-Star Rafael Nadal. Bereits kurz nach der Katastrophe hatte er seine Sportanlage "Rafa Nadal Academy" in Manacor für Menschen geöffnet, die nicht in ihren Häusern übernachten konnten. Auf Bildern ist zu sehen, wie der 32-Jährige zudem in Gummistiefeln und Arbeitshandschuhen eine Autowerkstatt mit einem Besen von Schlamm befreit.

Hochwasser auf Sardinien

Auch Sardinien kämpfte am Donnerstag mit Hochwasser und heftigem Regen. Der Chef des Zivilschutzes, Angelo Borrelli, rief die Bürger auf, sich keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Besonders schlimm war die Situation rund um die Hauptstadt Cagliari. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben geschlossen. Dutzende Menschen wurden in Sicherheit gebracht, Straßen gesperrt. Offenbar gerade rechtzeitig: Die Überführung einer Verbindungsstraße zwischen Cagliari und Capoterra hatte am Mittwoch der Wucht des Wassers nicht standgehalten und war gebrochen. "Für mich ist das einzige, was zählt, dass es keine Verletzten gegeben hat. Die Schäden lassen sich reparieren", sagte der Bürgermeister von Capoterra, Francesco Dessì.

Andernorts spielten sich aber dramatische Szenen ab: Eine Familie wollte im Auto flüchten, weil der Fluss in der Nähe ihres Hauses bedrohlich angeschwollen war. Der Vater und die drei Töchter konnten sich in Sicherheit bringen, die Mutter wurde vom Wasser mitgerissen und am Donnerstag tot gefunden. Das Hochwasser hatte das Auto förmlich verschluckt, wie auf Fotos zu sehen war. Auch in anderen Teilen Italiens gab es Unwetterwarnungen, etwa in Ligurien.

Schäden an der Côte d'Azur

Betroffen war auch Südfrankreich, wo nach heftigem Regen mehrere Autos ins Mittelmeer gespült wurden. Ein Mensch wurde tot in seinem Wagen gefunden. Bei der Gemeinde Sainte-Maxime in der Nähe von Saint-Tropez an der Côte d'Azur seien fünf Autos von einem über die Ufer getretenen kleinen Fluss mitgerissen worden, sagte der örtliche Präfekt Jean-Luc Videlaine am Donnerstag dem Sender BFMTV.

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