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Sondersitzung des Krisenstabs - Tanker-Konflikt: May sucht Lösung

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Die britische Regierung will ein Eskalation in der Tanker-Krise am Persischen Golf vermeiden. Heute wird das Krisen-Kabinett unter Theresa May erste Reaktionen bekannt geben.

Archiv: Britischer Tanker "Stena Impero" am 21.07.2019
Die Festssetzung des Tankers Stena Impero im Persischen Golf ist Thema im britischen Krisenkabinett.
Quelle: reuters

Im Tanker-Konflikt mit dem Iran kommt das britische Krisenkabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Das Gremium werde unter dem Vorsitz von Premierministerin Theresa May über die "Wahrung der Sicherheit für die Schifffahrt im Persischen Golf" beraten, teilte Mays Büro in London mit. Nach Angaben britischer Medien wird erwogen, Vermögen des iranischen Staates einzufrieren. Der britische Außenminister Jeremy Hunt hatte vorab mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und dem französischen Chefdiplomaten Jean-Yves Le Drian zur Tanker-Krise telefoniert.

Die drei Minister seien sich einig gewesen, dass eine freie Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus für die europäischen Staaten "oberste Priorität" habe, erklärte das britische Außenministerium. Zugleich müsse jede "mögliche Eskalation" vermieden werden. Die drei Minister würden sich weiterhin zu dem Thema austauschen und zusammenarbeiten.

UN-Diplomat bewertet Festsetzung als "illegal"

Der britische Krisenstab ist schon zwei Mal zusammengekommen, seit die iranischen Revolutionsgarden am Freitag den unter britischer Fahne fahrenden Tanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus festsetzen. Das heutige Treffen ist das erste, das von der scheidenden Premierministerin May geleitet wird. Der Tanker soll nach Angaben aus Teheran gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen haben. London bestreitet dies.

Der britische Diplomat Jonathan Allen, einer der ranghöchsten Vertreter seines Landes bei den Vereinten Nationen, bezeichnete das Vorgehen Teherans in einem Brief an den Sicherheitsratsvorsitz als "illegal". In dem Schreiben an den amtierenden UN-Sicherheitsratsvorsitzenden Gustavo Meza-Cuadra betonte Allen, dass die "Stena Impero" ihr Recht auf eine Durchfahrt durch eine internationale Schiffspassage wahrgenommen habe.

Gegenseitige Vorwürfe

Den Vorwurf der iranischen Seite, der Tanker sei mit einem Fischkutter kollidiert, wies Allen zurück. "Es gibt keine Hinweise dafür. Selbst wenn es so passiert wäre, würde die Schiffsposition in den Hoheitsgewässern des Omans bedeuten, dass der Iran keine Erlaubnis hatte, die 'Stena Impero' aufzubringen." Der Vorfall hat die Spannungen Irans mit dem Westen weiter angeheizt. Womöglich ist die Beschlagnahmung eine Vergeltung für die andauernde Festsetzung eines iranischen Tankers im britischen Überseegebiet Gibraltar. Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani sagte der Nachrichtenagentur Isna mit Blick auf Großbritannien, sie "haben gestohlen und eine Antwort erhalten".

Irans Außenminister Sarif beschuldigte den Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, den Disput angezettelt zu haben. John Bolton habe es nicht geschafft, Trump in den "Krieg des Jahrhunderts" zu locken und versuche nun, Großbritannien mit "in den Sumpf" zu ziehen. Die Festsetzung des iranischen Tankers in Gibraltar Anfang Juli erfolgte auf Gesuch der USA an Großbritannien. Bolton hatte die Aktion damals umgehend als "exzellente Neuigkeiten" bezeichnet.

Lesen Sie hier, warum die Straße von Hormus ein so wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel ist.

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