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Kartell knüpft Tote an Brücke auf

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Drogenkrieg in Mexiko - Kartell knüpft Tote an Brücke auf

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Brutale Morde in Mexikos Drogenkrieg: Im Bundesstaat Michoacán verteilt ein Kartell die Überreste von 19 Menschen an einer Hauptstraße - und knüpft sechs Tote an einer Brücke auf.

Polizisten an einer Hauptstraße in Uruapan.
Polizisten an einer Hauptstraße in Uruapan.
Quelle: ---/Sicherheitsamt Michoacan/dpa

Ein Drogenkartell hat in Mexiko seine Brutalität in aller Öffentlichkeit zur Schau gestellt: Die Überreste von 19 Menschen wurden an einer Hauptstraße der Stadt Uruapan entdeckt. Sechs Leichen baumelten an Stricken von einer Brücke.

Daneben hing eine große Plastikplane mit der Warnung, wer Angehörigen der Bande Los Viagras helfe, werde so enden wie die Getöteten. Manche der Toten wiesen laut der Generalstaatsanwaltschaft im Bundesstaat Michoacán Schusswunden auf. Unter den 19 Leichen seien die von drei Frauen.

Konflikt um die Kontrolle über den Drogenhandel

Das Plakat hing zwischen zwei Leichen, deren Genitalien unbedeckt waren, wie auf einem Foto in örtlichen Medien zu sehen war. Unterschrieben war er mit dem Namen des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).

Generalstaatsanwalt López sprach von einem Konflikt um die Kontrolle über den Drogenhandel in der Gegend. Teile Mexikos werden von mächtigen Drogenkartellen wie dem CJNG kontrolliert, die sich bisweilen blutige Machtkämpfe miteinander liefern.

Zehntausende Morde pro Jahr

In Uruapan, im Herzen eines der größten Avocado-Anbaugebiete der Welt, hatte im September 2006 ein bis dahin unbekanntes Kartell namens La Familia Michoacana fünf blutverschmierte Köpfe auf die Tanzfläche einer Bar geworfen.

Kurz darauf wurde Felipe Calderón Präsident von Mexiko. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt schickte er Tausende Soldaten und Bundespolizisten in die Schlacht gegen die Narcos. Die Gewalt eskalierte, bis 2011 verdoppelte sich die Zahl der Morde auf rund 22.000 pro Jahr. Machtdemonstrationen der Gangs durch das Zurschaustellen ihrer zahlreichen Todesopfer - wie nun erneut in Uruapan - waren keine Seltenheit mehr.

Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich etwas entspannte, ist sie inzwischen unübersichtlicher denn je. Längst verdienen die Kartelle ihr Geld nicht mehr nur mit Drogenschmuggel, sondern sind auch in Erpressung, Benzindiebstahl und Menschenhandel verwickelt. Immer mehr kleine Banden mischen in dem blutigen Geschäft mit.

Michoacáns Innenminister hofft auf Nationalgarde

Im vergangenen Jahr erlebte Mexiko einen bisherigen Höchststand von fast 36.000 Morden. Zudem gelten rund 40.000 Menschen als verschwunden. Immer wieder werden Massengräber entdeckt.

Der seit vergangenem Dezember regierende Präsident Andrés Manuel López Obrador hat eine Nationalgarde aus Militärpolizisten geschaffen, um die Gewalt einzudämmen. Diese ist aber zu einem großen Teil an Mexikos Grenzen im Einsatz, um auf Druck der US-Regierung mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in das nördliche Nachbarland aufzuhalten.

Michoacáns Innenminister Carlos Herrera twitterte am Donnerstag, der westlich von Mexiko-Stadt gelegene Bundesstaat bitte um eine verstärkte Präsenz der Nationalgarde.

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von Jasmin Sarwoko
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