Sie sind hier:

Schwedische Journalistin Wall - Dubioser U-Boot-Fall: Abgetrennter Kopf gefunden

Datum:

Der Fall sorgte nicht nur in Dänemark für Aufsehen: Rund zwei Monate nach der mutmaßlichen Tötung der schwedischen Journalistin Kim Wall ist ihr abgetrennter Kopf gefunden worden. Der verdächtige U-Boot-Bauer Peter Madsen bestreitet weiter, die 30-Jährige ermordet zu haben.

Für einen Bericht über den Ingenieur Peter Madsen unternimmt die Journalistin Kim Wall eine Fahrt mit dessen U-Boot. Doch das Boot sinkt. Während Madsen gerettet werden kann, fehlt von der jungen Frau bislang jede Spur.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der Kopenhagener Polizeisprecher Jens Möller Jensen sagte, die Polizei habe einen Beutel mit den vermissten Kleidungsstücken der Journalistin gefunden und einen weiteren Beutel mit den Leichenteilen. "Gestern Abend hat unser Gerichtsmediziner bestätigt, dass es sich um Kim Wall handelt."

Kurz nach ihrem Verschwinden hatte der 46-jährige Däne Madsen in einem Verhör ausgesagt, Wall sei durch ein Unglück an Bord ums Leben gekommen. Er habe die Frau an einem nicht genau genannten Ort in der Køge-Bucht bestattet. Die dänischen und schwedischen Seefahrtsbehörden zeichneten die Route des U-Boots nach.

Torso ohne Kopf und Beine gefunden

Dänische Taucher suchten daraufhin im südlichen Öresund und in der Køge-Bucht nach dem Körper der Frau. Dann schließlich erklärte die Polizei, dass eine Frauenleiche gefunden worden sei und Taucher sie bargen. Ob es sich um die Vermisste handelt, blieb zunächst unklar. Die geborgene Leiche habe weder Kopf noch Beine oder Arme, teilte die Polizei mit. Der Torso sei von einem Radfahrer entdeckt worden und habe eine längere Zeit im Wasser gelegen.

Die 30 Jahre alte Schwedin Kim Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie sich mit Madsen im Hafen von Kopenhagen auf der "UC3 Nautilus" einschiffte. Sie hatte eine Reportage über den Erfinder schreiben wollen. Was dann passierte, ist unklar. Madsen gab zunächst an, die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt zu haben. Er selbst habe ein paar Dinge an dem selbst entworfenen 18 Meter langen Unterwasserfahrzeug getestet, wobei es zu Problemen mit einem Ballasttank gekommen sei.

Unfall an Bord spät eingeräumt

Das U-Boot sank, er selbst wurde von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht. Als ihre Familie die Journalistin als vermisst meldete, wurde die Polizei misstrauisch und nahm Madsen fest. Zunächst bestritt der Däne, mit dem Verschwinden der Frau etwas zu tun zu haben. Die Polizei vermutete, dass die Schwedin in dem versunkenen U-Boot zu finden sei. Als das Fahrzeug geborgen wurde, war das aber nicht der Fall.

Kurz danach teilte die Polizei mit, dass sie nicht mehr damit rechne, Kim Wall lebend zu finden. Wann Madsen aussagte, dass die Frau an Bord starb, wurde nicht mitgeteilt. Erst als sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragten, dass der Fall teilweise öffentlich verhandelt wird, wurde bekannt, dass Madsen einen Unfall an Bord eingeräumt hatte.

Der Schwedin sei die 70 Kilogramm schwere Ladeluke des U-Boots auf den Kopf gefallen. Sie sei sofort tot gewesen. Er habe die Leiche in Panik über Bord geworfen, sie aber nicht verstümmelt. In dem gesunkenen U-Boot waren Blutspuren der Reporterin gefunden worden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.