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Eurovision Song Contest - Deutschland schickt S!sters ins ESC-Rennen

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Eine Ballade schafft es ins ESC-Finale: Das Duo S!sters gewinnt mit dem Lied "Sister" den deutschen Vorentscheid. Damit ist der Auftritt am 18. Mai in Tel Aviv sicher.

Das Duo S!sters hat den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen.
Das Duo S!sters singt für Deutschland im ESC-Finale in Tel Aviv.
Quelle: dpa

Am Ende liegen sich Laurita Spinelli und Carlotta Truman in den Armen. Als sie ihren Siegersong "Sister" noch einmal singen, bekommen sie vor lauter Freude zunächst keinen Ton heraus. Zu überraschend ist für die beiden Sängerinnen, die als ihre musikalischen Vorbilder etwa Aretha Franklin oder Destinys Child angeben, offenbar der Sieg beim deutschen ESC-Vorentscheid. Doch mit ihrer ruhigen Ballade, die sich am Ende steigert, landen sie tatsächlich auf dem ersten Platz.   

"Sister"-Song nicht eingängig

Gegen sechs Mitbewerber setzt sich das Duo S!sters durch. Gleich bei drei Jurys holen sie viele Punkte: Bei einer internationalen Expertenjury, bei einer ESC-Fanjury und vor allem bei den Zuschauern der ARD-Show "Unser Lied für Israel". Weil das Publikum S!sters auf den ersten Platz setzt, sichert es den beiden Frauen damit das Finalticket. Ob sie auch im ESC-Finale punkten werden so wie im Vorjahr Michael Schulte, der mit dem Song "You let me walk alone" den hervorragenden vierten Platz in Lissabon belegen konnte? Eher nicht. Dafür ist der Song "Sister" zu gewöhnlich. Nichts Besonderes. Und auch nicht gerade sehr eingängig. 

S!sters: Carlotta Truman und Laurita Spinelli vertreten Deutschland im Mai in Tel Aviv
Riesige Freude bei S!ster: Carlotta Truman (r.) und Laurita Spinelli können es nicht fassen.
Quelle: dpa

Erfolgreicher hätte vielleicht Sängerin Lilly abschneiden können. Ihr Song "Surprise" ist ungewöhnlich, düster und mysteriös. Die 1989 in Straubing geborene Sängerin erinnert ein bisschen an Tori Amos und hätte in Tel Aviv polarisieren können. Das ist nie verkehrt und sorgt meistens für ein gutes Ergebnis. Aber Lilly kann sich ebensowenig durchsetzen wie Sänger Gregor Hägele. Sein Song heißt "Let me go", ist mit durchschnittlich allerdings noch recht freundlich umschrieben. Jeden Ton trifft Gregor auch nicht unbedingt.

Auch Linus Bruhn kann am Ende nicht wirklich überzeugen. Der 20-Jährige, der mit seinen weißen Sneakern an Justin Bieber oder Shawn Mendes erinnert, fordert die Zuhörer in seinem ebenfalls recht durchschnittlichen Song "Our City" auf, öfter mal ihr Handy aus der Hand zu legen. Einzig die Bonner Sängerin Makeda kann mit ihrer Ballade "The day I loved you most" und ihrer soliden Stimme punkten und landet am Ende auf dem zweiten Platz. 

Schwächerer Vorentscheid als letztes Jahr

Insgesamt ist es ein schwächerer Vorentscheid als im vergangenen Jahr. Deutschland ist wieder dort, wo es die Jahre vor Michael Schulte schon einmal war: Gute Sänger, talentierte Künstler. Aber die Songs können einfach nicht überzeugen. Nett ja, eingängig nein. Deutschland hat wie in den Jahren 2014 bis 2017, in denen es miserable Ergebnisse und zwei letzte Plätze hagelte, wieder ein Songproblem.

Das Finale des Eurovision Song Contests findet am 18. Mai in Tel Aviv statt. Deutschland ist als eines der fünf großen Länder automatisch für das Finale qualifiziert. Die meisten anderen Länder müssen sich zuvor in Halbfinals am 14. beziehungsweise 16. Mai für das Finale qualifizieren. Im vergangenen Jahr hatte die israelische Sängerin Netta mit dem Song "Toy" den ESC gewonnen und die Musikshow das erste Mal nach 20 Jahren wieder nach Israel geholt. 

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