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Flüchtlinge im Mittelmeer - NGOs schränken Rettungseinsätze ein

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Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und Sea Eye schränken ihre Einsätze zur Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer ein. Grund dafür sind explizite Drohungen der libyschen Küstenwache gegen Nichtregierungsorganisationen.

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" will vorerst keine Such- und Rettungseinsätze im Mittelmeer mehr fahren. Ihr Schiff "Vos Prudence" werde nicht mehr auslaufen, hieß es.

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Wie die Organisation Ärzte ohne Grenzen mitteilte, soll ihr Schiff "Vos Prudence" vorläufig nicht mehr auslaufen, um in Not geratene Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Auch die private Nichtregierungsorganisation Sea Eye will vorerst keine Einsätze mehr im westlichen Mittelmeer fahren. Grund dafür sei eine veränderte Sicherheitslage.

Laut Sea Eye hat die libysche Regierung eine unbestimmte und einseitige Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer angekündigt - verbunden mit einer expliziten Drohung an private Nichtregierungsorganisation. "Eine Fortsetzung unserer Rettungsarbeiten ist unter diesen Umständen aktuell nicht möglich. Wir können dies auch gegenüber unseren Crews nicht mehr verantworten", sagte Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer.

Libyen will SAR-Zone einrichten

Laut den Berichten wollen libysche Behörden eine eigene Such- und Rettungszone (SAR-Zone) einrichten und den Zugang in die internationalen Gewässer für NGOs beschränken. Sollte dies in die Tat umgesetzt werden, könnte das "aus unserer Sicht zwei gravierende Folgen haben - es wird mehr Tote im Mittelmeer geben und mehr Menschen, die in Libyen gefangen sind", hieß es in der Mitteilung von Ärzte ohne Grenzen.

Die jüngst beschlossene italienische Marine-Operation zur Unterstützung der libyschen Küstenwache sei ein weiteres "besorgniserregendes Element in einem zunehmend feindseligen Umfeld für lebensrettende Einsätze". Ärzte ohne Grenzen warf den europäischen Staaten vor, gemeinsam mit libyschen Behörden Migranten davon abzuhalten, einen Weg in die Sicherheit zu finden.

Streit um Kodex zur Flüchtlingsrettung

Ärzte ohne Grenzen war bislang mit dem Schiff "Prudence" im Einsatz auf dem Mittelmeer. Die "Vos Prudence" ist das größte Schiff von Ärzte ohne Grenzen und eines der größten von Hilfsorganisationen im Mittelmeer überhaupt. Die Besatzung hatte alleine im Mai 1.500 Flüchtlinge aufgenommen. Ärzte ohne Grenzen will aber weiterhin andere Einsätze unterstützen. Die Organisation betreibt gemeinsam das Schiff "Aquarius" mit der französischen Gruppierung SOS Méditerranée (SOS Mittelmeer). Dort sollen die medizinischen Mitarbeiter weiterarbeiten.

Libyen und Italien hatten zuletzt den Druck auf die Helfer deutlich erhöht. Ärzte ohne Grenzen hat einen von Rom vorgelegten Kodex zur Flüchtlingsrettung nicht unterzeichnet, der unter anderem bewaffnete Polizisten an Bord der Boote vorschreibt. Libyen drohte allen Schiffen mit Konsequenzen, die zu nah an ihre Küste heranführen.

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