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Youtuber greifen vor der Europawahl an

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Rezo legt nach - Youtuber greifen vor der Europawahl an

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Wenige Tage nach seiner Abrechnung veröffentlicht Youtuber Rezo ein neues Video. Gemeinsam mit anderen ruft er zur Nichtwahl von CDU, SPD und AfD auf. Folge: Hunderttausende Klicks.

Screenshot: Rezo auf Youtube
Screenshot: Rezo auf Youtube
Quelle: Youtube / Rezo ja lol ey

Die Liste von Unterzeichnern ist lang, darunter einige der reichweitenstärksten Youtuber wie Julien Bam, Dagi Bee oder LeFloid. Sie alle haben ihren Namen unter Rezos neues Video gesetzt. Der 26-jährige YouTuber, der mit seinem 55-Minüter "Die Zerstörung der CDU" gerade erst Millionen an Klicks gesammelt hat, hat sich wieder zu Wort gemeldet:

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"Dies ist ein offener Brief, ein Statement", so beginnt das neue Video. Dann kommt geballte Youtube-Power: etwa 30 Influencer verlesen eine Erklärung. "Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD", so die Botschaft. "Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet."

Der zweite Akt: Rezo gegen etablierte Politik

Nach kurzer Zeit hatte das Video mehrere Hunderttausend Klicks, zur Freude der Opposition. Der Grünen-Spitzenkandidat zur Europawahl, Sven Giegold, twitterte: "Das ist saustark! 70 YoutuberInnen rufen dazu auf, am Sonntag für #Klimaschutz zu wählen. Hier spricht eine Generation, die sehr genau weiß, was die dringendste Aufgabe unserer Zeit ist!"

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Es ist der zweite Akt, Rezo gegen etablierte Politik. Offenbar soll der Druck auf die Parteizentralen erhöht werden, so kurz vor der Europawahl. Knapp acht Millionen Aufrufe hat "Die Zerstörung der CDU", das Video vom vergangenen Samstag, mittlerweile gesammelt. Bei den Groko-Parteien herrscht die Angst, eine ganze Generation zu verlieren, nach Klimaprotest und Streit ums Urheberrecht. Und es fällt ihnen schwer, adäquat zu reagieren.

SPD: Dürfen das "nicht als Geschwätz abtun"

"Wir verfolgen seit Monaten, dass sich die Jugend gegen die Politik aufbäumt - Klimawandel, Energiepolitik, Fridays for Future", sagt die Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele von der Hertie School of Governance. "Aber die Jugendlichen merken eben auch, dass sie von der Politik nicht ganz ernst genommen werden. Oft werden sie als Schulschwänzer abgetan." In diesem Kontext sei Rezo auch zu sehen. "Er kanalisiert die Frustration darüber, dass die neusten politischen Jugendbewegungen keine konkreten Erfolge vorweisen können, obwohl sie stark mobilisieren und auch eine hohe mediale Aufmerksamkeit erhalten", so Römmele gegenüber heute.de. "Es passt  zum jugendlichen Zeitgeist, gegen die etablierte Politik zu sein."

"Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass junge Menschen in Sachen Klimaschutz mehr von der Politik erwarten", sagt der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken zu heute.de. "Das dürfen wir nicht als Geschwätz abtun." In einem YouTube-Video, das die SPD am Nachmittag auf ihrem Kanal veröffentlicht hat, antworten die Sozialdemokraten - vertreten durch Lars Klingbeil, Tiemo Wölken und Kevin Kühnert - auf das Statement der Youtuber.

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Ziemiak: Videoschlacht nicht richtige Antwort

Nach Rezos erstem Video hatte die CDU mit ihrem jüngsten Abgeordneten, Philipp Amthor, ein Antwortvideo produziert, aber letztlich nicht veröffentlicht. "Wir sind überzeugt davon, dass nicht eine Videoschlacht sondern das persönliche Gespräch, der Austausch, das ist, was am ehesten dazu führt, dass junge Menschen sich auch ein Bild von unterschiedlichen Positionen machen können", hatte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak damals kommentiert. Und Rezo zu einem Treffen eingeladen. Das neue Video spricht nicht dafür, dass Rezo Interesse hat an so einem Treffen.

Die Gesprächseinladung der CDU sei zwar löblich, so Politikwissenschaftlerin Römmele, aber letztlich zum Scheitern verurteilt gewesen: "So die CDU nicht ihr gewohntes Terrain verlässt und ebenfalls mit einem Video antwortet, kann sie nicht von einem Blogger verlangen, dass er zum Gespräch ins Konrad-Adenauer-Haus kommt." Dort würde Rezo auf Politiker treffen, "die ihm wiederum auf ihrem Terrain kommunikativ und rhetorisch überlegen sind". Es träfen, so Römmele, zwei unterschiedliche Kommunikationsmodi aufeinander, die nicht miteinander kompatibel sind. "Das ist kein Dialog auf Augenhöhe."

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