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Alarmierende Berichte - Klimawandel muss in den Köpfen ankommen

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Das bisherige Jahr 2018 war in Deutschland das wärmste und trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Damit sich was ändert, muss nicht nur die Klimakonferenz in Polen liefern.

Wüste
Quelle: epa

Warnungen des Weltklimarats, Berichte der US-Regierung, Nachrichten der UN-Behörde für Meteorologie (WMO) und des Deutschen Wetterdienstes lassen die Alarmsirenen schrillen wie nie zuvor. Die Dramatik ist kaum noch in Worte zu fassen, die Taten folgen jedoch nicht.

Wirtschaftliche Verluste immens

Der langerwartete Bericht des Weltklimarats IPCC am 8. Oktober machte klare Ansagen: Wenn wir die globale Mitteltemperatur nicht bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad begrenzen, werden Hunderte Millionen Menschen darunter leiden. Eine Erwärmung bedeutet Hunger, Tod, Vertreibung und letztendlich Kriege. Eingefasst in Grafiken, die ansehnlich aussehen, war die Botschaft unmissverständlich.

Nicht überraschend, dass der von Hunderten Wissenschaftlern verfasste Bericht - im Auftrag der US-Regierung erstellt und auf die USA bezogen - besonders wirtschaftliche Interessen ausgearbeitet hatte. Präsident Trump schenkt den Informationen trotzdem partout keinen Glauben. Die Schäden durch die Klimakrise hätten demnach seit 2015 Verluste in einer Höhe von 400 Milliarden Dollar zu Folge gehabt. Das muss eine Volkswirtschaft erst einmal verkraften. Diese Summe könnte, so der Bericht, in ferner Zukunft jährlich auf die USA zukommen.

WMO und DWD schlagen Alarm

Der IPCC-Report ist nicht der einzige dramatische Bericht in den vergangenen zwei Monaten. Die Welt-Meteorologie-Organisation WMO veröffentlichte die Wetter-Ereignisse des Jahres 2018, die aufzeigen, wie die Auswirkungen der Klima-Krise weltweit aussehen. Jahrzehnte vorher wurde vor diesen Auswirkungen gewarnt, die sich im Jahr 2018 schließlich klar und katastrophal manifestiert haben. Nach Berechnungen der WMO gab es die 20 wärmsten je gemessenen Jahre in den vergangenen 22 Jahren.

Und nun zuletzt die Aussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der am 3. Dezember vermeldete: "Der Klimawandel ist längst in Deutschland angekommen. Das Jahr 2018 könnte hierzulande das wärmste, trockenste und sonnigste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn werden. Das ist ein Alarmsignal und unterstreicht: Wir müssen schnell Lösungen zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen finden."

Rekordjahr 2018: Heiß und trocken

Noch nie seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1881 war es in Deutschland in den ersten elf Monaten eines Jahres so warm wie 2018. Die Mitteltemperatur des Zeitraums Januar bis November 2018 lag bei elf Grad Celsius - 2,1 Grad über dem vieljährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990 im gleichen Zeitraum. Auch beim Niederschlag sind die ersten elf Monate des Jahres so trocken gewesen wie nie zuvor.

Insgesamt fielen bisher 482 Liter pro Quadratmeter. Das sind nur 67 Prozent der in diesen Zeitraum üblichen Menge. Das Triple vollständig macht die bisherige Sonnenscheindauer im Jahr 2018. Von Januar bis November wurden vom DWD 1990 Sonnenstunden gemessen - ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt. Fest steht bereits jetzt, dass im Jahr 2018 die bisher höchste Anzahl heißer Tage mit mehr als 30 Grad und an Sommertagen mit mehr als 25 Grad registriert wurden.

Klimawandel in den Köpfen erreichen

"Mit den beobachteten Rekorden setzt das Jahr 2018 den langfristigen Erwärmungstrend fort", sagt Paul Becker vom Deutschen Wetterdienst. "Es bestätigt somit erneut die Ergebnisse der Klimamodelle zu den erwarteten Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels. Die Konzentrationen der Treibhausgase nehmen nach wie vor ungebremst zu. Der Druck steigt, Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen umzusetzen."

Oder anders ausgedrückt: Was es jetzt noch braucht, ist den Klimawandel in den Köpfen zu erreichen. Wie António Guterres, UN-Generalsekretär, plakativ sagte und forderte: "Der Klimawandel läuft viel schneller ab, als wir uns bewegen. Wir müssen das dringend aufholen, bevor es zu spät ist." Laut Weltklimarat müssen die Treibhausgase ab dem Jahr 2020 deutlich sinken. Zu erwähnen wäre, dass einige Wissenschaftler sagen, selbst der bereits drastische Bericht des WeltkliKLimamarates sei zu schwach. Der Druck auf die Weltklimakonferenz COP24 in Polen ist immens.

Mit Material vom Deutschen Wetterdienst

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