Edward Snowden, der digitale Dissident

Sie sind hier:

Whistleblower im russischen Exil - Edward Snowden, der digitale Dissident

Datum:

Edward Snowden hat einst für US-Geheimdienste an Überwachungsprogrammen geschrieben. Dann machte er all das öffentlich und lebt nun im Moskauer Exil. Die USA jagen ihn bis heute.

Der Ex-Geheimdienstler Edward Snowden lebt seit Jahren im russischen Exil. 2013 hatte er Dokumente zu Ausspäh-Aktivitäten des US-Abhördienstes NSA an Journalisten weitergegeben. Seine Geschichte erzählt er jetzt in einem Buch.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Er sitzt fest in Moskau, seit sechs Jahren nun: Edward Snowden.

Dabei wollte er, so sagt er, nie dorthin. Russland war nur Zwischenstation auf seiner Flucht. Sein Ziel war Kuba, von dort sollte es weitergehen, womöglich nach Bolivien. Aber in Russland war Endstation für die den Dissidenten im Jahr 2013.

Snowden, der digitale Dissident

Jahrelang hatte er für US-amerikanische Geheimdienste gearbeitet, er hatte mitgeschrieben an Programmen, die den weltweiten Datenverkehr routiniert und permanent überwachten und noch überwachen. Dann entschloss er sich, all das öffentlich zu machen. Snowden, der digitale Dissident, erhoffte sich einen weltweiten Aufschrei der Empörung - und vor allem ein Umdenken der Staaten bei der digitalen Überwachung ihrer Bürger.

Das alles ist sechs Jahre her. Eine Weiterreise Richtung Kuba stoppten die russischen Behörden. Und Kuba verweigerte die Einreise, unter massivem Druck der USA. Seither lebt Snowden in Moskau und scheint sich mit einem Leben in Russland abzufinden. Er hat ein Buch geschrieben, das in der kommenden Woche auch in Deutschland erscheint.

Ein Lebensweg hin zum staatlichen Daten-Dieb

Es geht um seinen Lebensweg hin zum elitären staatlichen Daten-Dieb, seine Einsichten, seine Entscheidung, ein Whistleblower zu werden. Die Geheimdienste der Welt, so mahnt er, sammelten weiter, als hätte es seine Enthüllungen nicht gegeben. Und er warnt eindringlich vor den Folgen dieser digitalen Transparenz für jeden Einzelnen von uns:

Wir dürfen nicht zulassen, dass die gottgleiche Überwachung, unter der wir leben, dazu genutzt wird, uns als Bürger zu "berechnen".
Edward Snowden

"Wir dürfen nicht zulassen, dass die gottgleiche Überwachung, unter der wir leben, dazu genutzt wird, uns als Bürger zu 'berechnen' ..., die Art unserer Ausbildung und unserer Arbeit festzulegen …, uns aufgrund unserer finanziellen, juristischen und medizinischen Vorgeschichte zu diskriminieren, ganz zu schweigen von unserer ethnischen Zugehörigkeit."

Hilfe für Snowden ist nicht zu erwarten

Snowden fordert zu mehr Widerstand gegen die Macht der großen Internetkonzerne auf, die sich vielleicht bald endgültig  jeder öffentlichen Kontrolle entzögen.
Hilfe für den Whistleblower ist nicht zu erwarten. Mehr als ein Dutzend Asylanträge, die Snowden aus Moskau in die Welt sandte, blieben erfolglos - zu groß ist der Druck aus den USA, die ihn, den Verräter, bis heute jagen. So bleibt wohl nur das Leben in Russland, ausgerechtet in einem Staat, der die Datensicherheit seiner Bürger ähnlich gering achtet wie deren Bürgerrechte.

Edward Snowden: Für manche ist er ein Landesverräter, einige schlugen ihn für den Friedensnobelpreis vor. Snowden polarisiert. Bis heute.

Christian Kirsch ist Autor und Redakteur im ZDF heute journal.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.