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BGH zu Reiserücktritt - Geld zurück trotz billigem Flug?

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Flug online gebucht und dann krank? Ein Ehepaar will von der Lufthansa sein Geld zurück. Und das, obwohl keine Erstattungsoption gewählt wurde. Das muss jetzt der BGH klären.

Eine Lufthansa-Maschine hebt ab
Quelle: dpa

Es ist ein gängiger Fall, den vermutlich jeder kennt: Wer im Internet einen Flug bucht, spart oft nicht nur den Gang ins Reisebüro, sondern meist auch eine Menge Geld. Und spätestens, wenn es um die Wahl der Preisklasse geht, wird jeder Deutsche zum Optimisten. Da wird dann einfach die oftmals teurere Variante mit Erstattungsoption, zum Beispiel für den Krankheitsfall, nicht beachtet, und der Mauszeiger wandert gleich auf den günstigeren Basistarif - ganz nach dem Motto "wird schon gut gehen". Doch dann passiert, was nicht passieren sollte - der Reisende wird krank. Der Flug kann nicht angetreten und der Preis nicht erstattet werden. Da ist dann der Ärger groß.

Zwei Instanzen weisen die Klage zurück

So erging es vor wenigen Jahren auch einem Ehepaar aus Köln. 2015 buchte es online bei der Fluggesellschaft Lufthansa Hin- und Rückflüge in die USA für knapp 2.800 Euro. Dabei fiel die Wahl auf die deutlich günstigere Buchungsoption ohne Erstattungsmöglichkeit. Als es schließlich so weit war, konnte das Paar die Reise krankheitsbedingt nicht antreten und wollte die Flüge stornieren. Lufthansa erstattete daraufhin, wie in den AGB vereinbart, die unterbliebenen Steuern und Gebühren, jeweils in Höhe von etwa 130 Euro. Mangels der nicht gewählten Erstattungsoption, lehnte die Fluggesellschaft allerdings weitere Zahlungen ab.

Amts- und Landgericht in Köln gaben der Lufthansa Recht. Zwar gilt: Wer einen Flug bucht, schließt einen sogenannten Beförderungsvertrag ab. Und hat damit grundsätzlich auch die Möglichkeit zur Kündigung. Aber in diesem Fall hatte man auf die Erstattungsoption verzichtet - um zu sparen. Das sei eine so genannte "individualvertragliche Vereinbarung". Das Ehepaar hatte bei der Flugbuchung die Wahl zwischen einem Tarif ohne und einem mit Stornierungsmöglichkeit. Es entschied sich dabei bewusst für die erste, deutlich günstigere Variante. Genau diese bewusste Wahl sei in dem vorliegenden Fall entscheidend, so die Richter. Fazit: Wer den Vertrag kündigt, bekommt das Geld für die Tickets nicht zurück.

Jetzt entscheidet der Bundesgerichtshof

Als Hauptgegenargument führen die Kölner Kläger an, eben nichts über die optionale Rückerstattung gewusst zu haben. Sie seien davon ausgegangen, dass sie die gebuchten Flüge bei Verhinderung wieder stornieren könnten. Dem halten die Gerichte aber entgegen, dass die Informationen - selbst dann, wenn das Ehepaar die Flug-Konditionen tatsächlich nicht gesehen habe - jederzeit zur Verfügung gestanden hätten.

Jetzt muss der Bundesgerichtshof entscheiden. Ob es noch heute zu einer Urteilsverkündung kommt, oder ob sich die Kölner noch ein wenig länger gedulden müssen, ist offen.

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