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Bundesanwaltschaft - Schwerin: Offenbar islamistischer Hintergrund

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Gegen den festgenommenen Syrer wird wegen einer staatsgefährdenden Straftat ermittelt. Das gab die Bundesanwaltschaft bekannt. Ein islamistischer Hintergund sei wahrscheinlich.

Ein 19-jähriger Syrer in Schwerin soll einen Terroranschlag vorbereitet und die Bauteile für den Sprengsatz schon beschafft haben. Doch bevor er seinen Plan umsetzen konnte, nahmen ihn Spezialkräfte der Polizei in seiner Wohnung fest.

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Der Syrer hatte, so die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, über das Internet Kontakt zu einer Person, die sich selbst als "Soldat des Kalifats", also als Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bezeichnete. "Wir wissen aber nicht, wer diese Person ist, und wir wissen nicht, ob er ihn (den Festgenommenen) in seinen Plänen bestärkt hat", sagte Köhler.

Deshalb werde gegen den Syrer zunächst nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt, sondern wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte Köhler. Allerdings habe der Verdächtige Kontakt zu Personen gehabt, die "dschihadistischen Inhalten nicht abgeneigt" seien.

Der 19-Jährige Tatverdächtige war am Morgen wegen des dringenden Verdachts auf Vorbereitung eines islamistisch motivierten Sprengstoffanschlags in Schwerin festgenommen worden. Spezialkräfte der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes seien im Einsatz gewesen. Zudem wurden die Wohnungen des Beschuldigten sowie weiterer bislang nicht verdächtiger Personen durchsucht. Auch in Hamburg gab es Durchsuchungen.

Sprengstoff-Zutaten alle beisammen

Der 19-Jährige habe sich elektronische Bauteile und Chemikalien beschafft - darunter über einen Internetversandhändler Schwefelsäure- und Wasserstoffperoxid enthaltende Oxidatorlösungen. Beide Chemikalien sind neben Aceton Bestandteile des hochexplosiven Sprengstoffs TATP. Dieser sollte offenbar als Initialsprengstoff für eine größere Sprengladung dienen. Es seien auch Bauteile für eine Fernzündung gefunden worden. TATP-Sprengstoff wurde unter anderem bei den verheerenden Anschlägen in Paris im November 2015 eingesetzt.

Auch war der junge Mann schon länger im Visier der Behörden, nachdem ihm der Verfassungsschutz auf die Spur gekommen war. Seinen Entschluss, in Deutschland einen Sprengsatz zu zünden, um eine möglichst große Anzahl von Menschen zu töten und zu verletzen, habe er bereits im Juli 2017 gefasst. Ob er bereits ein konkretes Ziel ausgesucht hatte, sei noch unklar, so die Bundesanwaltschaft.

"Schwerer Terroranschlag" verhindert

Nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) habe die Festnahme einen "schweren Terroranschlag in Deutschland" verhindert. "Nach allem was wir wissen, erfolgte der Zugriff zum richtigen Zeitpunkt: spät genug, um Beweise zu sichern und gleichzeitig früh genug, um die Gefahr zuverlässig zu bannen", erklärte de Maizière. Alle Beteiligten hätten "hervorragende Arbeit" geleistet, lobte der Minister. "Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Verfassungsschutzes, der Kriminalpolizei, der Sonderpolizeieinheiten in Bund und Ländern sowie der Justiz, die sich Tag für Tag für unsere Sicherheit einsetzen."

Die Gefährdungslage in Deutschland sei unverändert hoch. Angesichts der anhaltenden Bedrohung Europas durch islamistischen Terrorismus arbeiteten die Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern, national und international eng und gut zusammen und handelten "wenn nötig entschlossen und konsequent", betonte der Minister.

In Deutschland hat es bereits wiederholt Festnahmen von Verdächtigen gegeben, die aus islamistischen Motiven einen Anschlag vorbereitet haben sollen - so zuletzt am Mittwoch vergangener Woche in Berlin: ein 40-Jähriger, den die Ermittlungsbehörden der Islamistenszene zurechnen.

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