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Einschätzung - Monsanto-Urteil: Ein Alarmzeichen

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Die Bayer-Tochter Monsanto muss einen Krebspatienten mit 289 Millionen Dollar entschädigen. Ein Alarmzeichen, erläutert ZDF-Rechtsexperte Pohl, denn tausende Klagen könnten folgen.

Monsanto Hauptsitz in St Louis, Missouri
Könnte mit Tausenden Klagen zu tun bekommen: Monsanto
Quelle: dpa

Es ist ein Urteil erster Instanz, also im Ergebnis noch nicht rechtskräftig. Und es geht hier bislang um einen Einzelfall. Gleichwohl ist das Urteil ein Alarmzeichen, denn in den USA sind bereits Tausende solcher Klagen anhängig.

Monsanto bestreitet krebserzeugende Wirkung

Es ist ein Urteil, wie man es von amerikanischen Gerichten bisweilen kennt. Das entscheidet mit einer Geschworenenjury eher über den möglichen Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen und  nicht nach absoluten Haftungsmaßstäben wie in Deutschland.

Hier wäre ein tragfähiger Nachweis erforderlich, dass Glyphosat krebserzeugend ist und Monsanto durch seinen Umgang mit dem Produkt tatsächlich für das Leiden von Menschen verantwortlich ist. Monsanto selbst bestreitet das.

Hohes Risiko für Bayer

Von Experten und Politik wird die Gefährlichkeit von Glyphosat weltweit höchst kontrovers bewertet. Das Unternehmen will deswegen an dem Produkt festhalten und wird in Berufung gehen. Bayer ist durch die Übernahme zumindest ein hohes Haftungsrisiko eingegangen, was sich jetzt zeigt. Auch wenn nichts endgültig entschieden ist, man musste damit rechnen.

In Deutschland und Europa wird die politische Diskussion um das Glyphosat wieder aufleben. Ex-Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast von den Grünen spricht jedenfalls von einem "Weckruf" und fordert erneut ein Verbot. Der Kampf um die Deutungshoheit geht weiter.

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