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Ein Jahr nach der Terrorattacke - Nizza-Anschlag: Frankreich gedenkt der Toten

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Mit einem Lastwagen war der Täter auf der Strandpromenade in eine Menschenmenge gerast - 86 Menschen wurden getötet. Ein Jahr nach der Terrorattacke in Nizza gedenkt Frankreich der Opfer. Geehrt wurde dabei auch der Rollerfahrer, der versucht hatte, den Terroristen zu stoppen.

In Nizza steuerte am französischen Nationalfeiertag vor einem Jahr ein islamistischer Attentäter einen LKW in eine Menschenmenge. Auch Frankreichs Präsident Macron gedachte bei einer Gedenkveranstaltung in der südfranzösischen Stadt der 86 Opfer.

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Mit einer Trauerzeremonie hat Frankreich am ersten Jahrestag des Anschlags von Nizza der 86 Todesopfer gedacht. Seit dem Vormittag trugen sich Menschen in Kondolenzbücher ein und legten am Anschlagsort, dem bekannten Strandboulevard Promenade des Anglais, weiße Rosen für die Opfer nieder. Aus tausenden Tafeln mit den Namen der Toten wurde auf einem Bürgersteig in den Landesfarben Blau, Weiß, Rot der französische Wahlspruch "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" gebildet. Für diese Botschaft hatten sich Angehörige der Opfer entschieden.

"Motorroller-Held" geehrt

An der Gedenkveranstaltung in der südfranzösischen Küstenstadt nahmen neben zahlreichen Angehörigen auch Staatschef Emmanuel Macron und seine beiden Vorgänger François Hollande und Nicolas Sarkozy teil. Bei einer Militärzeremonie wurden zahlreiche Orden verliehen. Um 22.34 Uhr, dem genauen Zeitpunkt des Anschlags, sollte es eine Schweigeminute geben. Zahlreiche Angehörige hatten sich zu den Gedenkzeremonien angekündigt.

Geehrt wurde auch Franck Terrier, der nach dem Anschlag als "Motorroller-Held" bekannt wurde. Er hatte die Verfolgung des Lastwagens aufgenommen, der auf der Strandpromenade in die Menschenmenge gerast war. Anschließend klammerte er sich an das Führerhaus und schlug auf den Angreifer ein, um den Lkw zu stoppen. Terrier wurde am Freitag bei der Auszeichnung mit dem Orden der französischen Ehrenlegion mit besonders langem Applaus bedacht.

86 Tote

Ein 31-jähriger Tunesier war am Abend des 14. Juli 2016 nach dem traditionellen Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Der Angreifer tötete 86 Menschen, mehr als 450 wurden verletzt. Die Polizei erschoss ihn. Die Terrormiliz IS beanspruchte den Anschlag für sich. Allerdings haben Ermittler bis heute keine direkten Kontakte des Mannes zum IS aufzeigen können.

Wegen des symbolischen Datums war die Attacke auch als Angriff auf Frankreich und seine Werte verstanden worden. Der Nationalfeiertag erinnert an den Sturm auf die als Gefängnis genutzte Pariser Festung Bastille 1789, der als Geburtsstunde der Französischen Revolution gilt.

Trump in Paris

Am Vormittag hatte Macron die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris verfolgt. Als Ehrengäste saßen US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania mit auf der Bühne. Macron würdigte anschließend die Freundschaft zu den USA. Frankreich habe in seiner Geschichte "zuverlässige Verbündete gefunden, Freunde, die uns zu Hilfe geeilt sind", sagte er bei einer - eigentlich nicht üblichen - Ansprache nach der Parade. "Die Vereinigten Staaten von Amerika gehören dazu. Deshalb wird nichts uns jemals trennen."

Anlass für den eintägigen Besuch Trumps war das Jubiläum des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Die Amerikaner kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland. An der Parade nahmen mehr als 3.700 Fußsoldaten und mehr als 200 Fahrzeuge teil. Auch US-Militärs marschierten mit.

"Zeichen einer Freundschaft"

"Die Anwesenheit von Präsident Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht", sagte Macron. Er hatte sich während des Besuchs alle Mühe gegeben, den US-Präsidenten trotz dessen Differenzen mit anderen westlichen Staatschefs nicht als isoliert dastehen zu lassen.

Trump bezeichnete die Freundschaft der beiden Länder auf Twitter als "unzerbrechlich". Ein Foto, das vor einem gemeinsamen Abendessen im Eiffelturm aufgenommen worden war, kommentierte er mit den Worten: "Das Verhältnis zu Frankreich ist so stark wie nie."

Inhaltlich hatten sich der Franzose und der Amerikaner auf Themen konzentriert, bei denen eine Einigung möglich war: ein gemeinsames Vorgehen im Anti-Terror-Kampf und gegen Dumping auf dem Weltmarkt. Außerdem wollen sie einen Fahrplan für die Zukunft von Syrien nach dem Bürgerkrieg initiieren. Politische Meinungsverschiedenheiten wie beim Klimaschutz rückten sie in den Hintergrund.

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