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Russisches Staats-Doping - IOC rettet ein Stück Glaubwürdigkeit

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Die Entscheidung zum russischen Staats-Doping kommt spät, aber nicht zu spät: Das IOC hat mit seinem schmerzhaften Kompromiss ein Stück Glaubwürdigkeit gerettet.

Das Internationale Olympische Komitee hat lange gebraucht für seine Entscheidung. Sehr lange. 17 Monate sind vergangenen seit dem McLaren-Report. Kurz vor den Spielen in Rio lagen die Beweise für das russische Staats-Doping schon auf dem Tisch. Das IOC ist damals ausgewichen, Herr Bach hat gekniffen.

Ein vernünftiger Kompromiss

Die heutige Entscheidung kommt daher spät, aber nicht zu spät. Russische Sportler, die belegen können, dass sie nicht gedopt haben, dürfen in Südkorea starten. Unter neutraler Flagge, ohne russische Hymne. Ein Kompromiss, schmerzhaft, aber vernünftig. Keine Kollektivstrafe – das erscheint ein bisschen zahnlos, wird aber der Selbstverantwortung jedes Einzelnen eher gerecht.

Mit seiner heutigen Entscheidung hat das IOC Sportgeschichte geschrieben und gleichzeitig den großen Bruder FIFA, den Weltfußballverband mächtig unter Druck gesetzt. Das IOC erkennt nämlich die Ergebnisse des McLaren-Reports als Tatsache an: Der russische Staat, die Putin-Administration hat vorsätzlich dopen lassen.

FIFA muss jetzt handeln

Die FIFA kann jetzt nicht mehr so tun, als ginge sie das Ganze nichts an. Es gibt sehr starke Indizien, dass auch die russische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2014 gedopt hat. Im Auftrag des Staates, im Auftrag von Wladimir Putin. Die FIFA muss das aufklären und kann es nicht weiter ignorieren. Sonst wird die WM in Rußland zur Farce.

Das IOC hat ein komplettes Desaster vermieden und ein Stück Glaubwürdigkeit gerettet. In letzter Minute.

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