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Nach Ausbruch: "Man sah gar nichts mehr"

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Ein Toter am Stromboli - Nach Ausbruch: "Man sah gar nichts mehr"

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Ein Regen aus glühenden Lavabrocken: Mitten in der Urlaubssaison schockt der Vulkan Stromboli in Italien mit einer massiven Eruption Touristen und Einwohner. Ein Wanderer stirbt.

Rettungskräfte, aufgenommen am 04.07.2019 vor Lipari, Italien
Rettungskräfte auf dem Weg zur Insel.
Quelle: Reuters

Ein heftiger Ausbruch des Vulkans Stromboli in Italien hat Touristen und Einwohnern Angst und Schrecken eingejagt und einen Menschen das Leben gekostet. Ein Ausflügler sei gestorben, als er am Mittwoch an dem Vulkan auf der gleichnamigen Insel unterwegs war, erklärte die Feuerwehr. Sein Begleiter wurde leicht verletzt. Nach mehreren Explosionen stiegen am Mittwoch Aschewolken und eine riesige Rauchsäule auf und verdunkelten die Insel, die zu Sizilien gehört. Die Menschen seien in großer Angst gewesen, erklärte der Feuerwehrkommandant Giuseppe Biffarella laut Nachrichtenagentur Ansa.

Menschen sprangen aus Angst ins Meer

Um mich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteinen, Asche und ganz, ganz viel Rauch
Elisabetta, Touristin aus Neapel

Am Hang des Vulkans seien Feuer ausgebrochen und glühende Lavabrocken seien herabgefallen. Löschflugzeuge waren im Einsatz. Der Tote stamme aus Sizilien, sein Begleiter aus Südamerika, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Lipari, Marco Giorgianni. Medien berichteten, dass Menschen aus Angst ins Meer gesprungen seien. Lavagestein sei wie ein Feuerregen über die Insel gegangen. In dem Ort Ginostra hätten sich Menschen aus Angst vor den glühenden Steinen in Häusern verbarrikadiert. 70 Menschen seine von dort mit Booten in Sicherheit gebracht worden, es gebe aber keine Evakuierung der Insel.

Der Zivilschutz habe ein Militär- und ein Privatschiff vor der Insel in Stellung gebracht. "Ich bin geschockt. Als ich die zwei Explosionen gehört habe, dachte ich an Pompeji und den Ausbruch des Vesuvs", erzählte die Touristin Elisabetta aus Neapel der Agentur ADN Kronos. "Um mich herum ein Meer aus Steinen, Lavasteinen, Asche und ganz, ganz viel Rauch. Man sah nichts mehr. Der Himmel, das Meer sind schwarz geworden." 

Rauchschwaden steigen vom Stromboli auf.
Der Stromboli liegt unter dem Liparischen Archipel. Hier ist das Gestein regelämßig in Bewegung.
Quelle: Ansa/ANSA/AP/dpa

Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt und bildet eine kleine Insel vor Sizilien. Nur etwa 500 Menschen wohnen permanent auf der Insel, jedoch kommen im Sommer sehr viele Touristen. Auch Prominente wie das Modeduo Dolce und Gabbana haben dort ein Haus. Eine Hotelmanagerin auf Stromboli berichtete der Deutschen Presse-Agentur von viel Rauch und Lavaströmen. Der Bürgermeister von Lipari sagte ADN Kronos, die Lage sei unter Kontrolle. Für die, die Stromboli verlassen wollten, gebe es einen Transport auf die benachbarte Insel Lipari, so Giorgianni.

Stromboli seit mehr als 2000 Jahren aktiv

Der gut 900 Meter hohe Stromboli liegt rund 100 Kilometer nördlich der sizilianischen Küste. Er darf nur mit Führer bis nach oben bestiegen werden und ist stets aktiv. Die beiden jetzigen Explosionen gehörten zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1985, sagte Eugenio Privitera vom nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie INGV. Seit mehr als 2000 Jahren gerät das Gestein unter dem Liparischen Archipel, zu dem Stromboli gehört, in regelmäßigen Abständen in Bewegung. Kleinere Eruptionen gibt es auf der süditalienischen Insel im Rhythmus von etwa zehn Minuten. Sie sind aber meist nicht wuchtig.

Ein großer Ausbruch des Stromboli ereignete sich am 29. Dezember 2002. Damals rutschte ein Felshang vom Kegel des Hauptkraters ins Meer und löste eine bis zu zehn Meter hohe Flutwelle aus, die auch die Nachbarinseln Lipari und Panarea erfasste. Wie durch ein Wunder wurden dabei nur wenige Menschen verletzt. Die Behörden ließen Stromboli für mehr als zwei Monate evakuieren. Auch 2007 gab es einen großen Ausbruch.

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