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Kommentar - ein:blick 100 Jahre Frauenwahlrecht

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Vor 100 Jahren wurde ein Schritt in die richtige Richtung getan - aber am Ziel sind wir noch lange nicht, kommentiert ZDF-Redakteurin Greta Buschhaus zum Frauenwahlrecht.

Vor hundert Jahren wurde ein fundamentaler Schritt in die richtige Richtung getan - aber am Ziel sind wir noch lange nicht, kommentiert ZDF-Redakteurin Greta Buschhaus.

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“Zum Wählen sind sie zu emotional. Die Bildung fehlt und ihr Interessenfeld ist auf Herd und Kinder beschränkt.”

Das waren die Argumente, mit denen Frauen lange Zeit der Gang zur Wahlurne verwehrt wurde. Dass Politik Männersache ist – damit wurde heute vor 100 Jahren in der Weimarer Republik erstmals gebrochen. Doch das hat den Stein nur ins Rollen gebracht: Erst 1949 wurde die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Verfassung verankert.

Trotzdem musste bis zum Ende der siebziger Jahre der Mann erlauben, dass seine Frau arbeiten gehen durfte; bis 1983 waren stets weniger als zehn Prozent der Abgeordneten im Bundestag weiblich und erstmals wurde Anfang der neunziger Jahre eine Frau zur Ministerpräsidentin eines Bundeslandes gewählt.

Ampelfrauen in Rot und Grün
Ampelfrauen in Rot und Grün
Quelle: dpa

Für mich ist das heute unvorstellbar. Vieles ist selbstverständlich geworden - denn als 24-Jährige habe ich mehr als die Hälfte meines Lebens eine KanzlerIN an der Spitze dieses Landes miterlebt. Das ist eben der Lohn der mutigen Frauen und Männer, die damals, vor 100 Jahren, dafür gekämpft haben. Ihre Errungenschaft ist bis heute das Fundament, auf dem ich lebe und frei wählen kann: vom Gemeinderat bis zum EU-Parlament. Auf dessen Basis ich gehört werde und wir die Zukunft aktiv mitgestalten können. Uns einsetzen müssen gegen Sexismus, gegen eine Gender-Pay-Gap, gegen ungerecht verteilte Aufstiegschancen, gegen Arbeitsverhältnisse, die ein Leben mit Familie und Spitzenjob nicht unterstützen, und viele andere Hürden, die Frauen heute immer noch mehr zu spüren bekommen als Männer.

Deshalb müssen wir – Frauen und Männer - gemeinsam dafür sorgen, dass in 100 Jahren echte Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit ist, so wie das Frauenwahlrecht für uns heute.

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