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Dresdner Grünes Gewölbe - Juwelen von "unschätzbarem Wert" gestohlen

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In das Dresdner Grüne Gewölbe wurde eingebrochen - dabei sind Juwelen-Ensembles von "unschätzbarem Wert" gestohlen worden, hieß es auf einer Pressekonferenz.

In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe ist am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Die Täter sollen Schmuck und Edelsteine im Wert von etwa einer Milliarde Euro gestohlen haben.

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In die Dresdner Schatzkammer ist am frühen Morgen eingebrochen worden. Trotz sehr schnell eingeleiteter Suche nach den Tätern gebe es noch keinen "Fanhndungserfolg", teilte die Polizei am Mittag auf einer Pressekonferenz mit. Videoaufzeichnungen würden derzeit ausgeweitet und zur Fahndung herausgegeben. Es seien bisher zwei Tatbeteiligte zu sehen, ob es noch weitere gebe, sei noch nicht klar. Die Täter hätten eine Scheibe eingeschlagen, zielgerichtet eine Vitirne zertrümmert, Objekte mitgenommen und seien mit einem Auto geflüchtet. Die Räume des Museums im Residenzschloss sind eigentlich streng gesichert.

Am Abend veröffentlichte die Polizei dann ein Video des Einbruchs.

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"Dem Markt entzogen"

Es ist eigentlich unverkäuflich.
Marion Ackermann, Generalsdirektorin der Staatlichen Kunstsammlung Dresden

Bei den gestohlenen Objekten handelt es sich um drei kunsthistorisch Juwelengarnituren "von unschätzbarem Wert", erklärte Marion Ackermann, die Generalsdirektorin der Staatlichen Kunstsammlung Dresden. Noch wichtiger als der Materialwert sei aber die Vollständigkeit der Ensembles gewesen. Aufgrund der internationalen Bekanntheit hoffe man, dass die Ensembles "dem Markt entzogen" seien, so Ackermann. Daher unterscheide sie zwischen Materialwert und dem kunsthistorischern Wert. "Wir können es gar nicht in einem Wert auflösen, denn es ist eigentlich unverkäuflich."

Im Detail handelt es sich um eine Diamant-Rautengarnitur im Umfang von vielleicht 37 Teilen, eine ebenso umfangreiche Diamantgarnitur und Diamantschmuck und Perlen von etwa 20 Teilen, erklärte Professor Dirk Syndram von den Staatlichen Kunstsammlungen. Ob alle Teile entwendet worden seien, müsse derzeit noch geprüft werden. Der Schatz sei vergleichbar einem Weltkulturerbe. Es gebe nirgendwo ähnliche Garnituren in Europa.

Wachdienst informierte unverzüglich Polizei

Der Wachdienst habe unverzüglich die Polizei informiert, berichtete die Polizei weiter. Um 4:59 sei die erste Meldung eingegangen, gleich darauf wurden 16 Streifenwagen losgeschickt. Zudem soll am Montagmorgen gegen fünf Uhr früh ein Stromkasten unter der Augustusbrücke in Brand gesetzt worden sein, um die Stromzufuhr der Kunstsammlungen lahmzulegen. Im Anschluss sollen die unbekannten Täter durch ein Eckfenster in die Kunstsammlungen eingestiegen sein, in der sich große Teile des Wettinerschatzes befinden. Offenbar erfolgte die Flucht durch das gleiche Fenster, vermuten die Ermittler.

Die Fahndung sei zügig über das Stadt- und Ländergebiet ausgeweitet worden, hieß es weiter. Durch den Ausfall von Lampen hätte um den Einbruchsort herum totate Dunkelheit geherrscht, erläuterte Volker Lange von der Polizeidirektion Dresden. Zudem sei ein Fahrzeug in Brand gesetzt worden - ob es zu den Tätern gehört, werde noch untersucht.

Kretschmer: Über viele Jahrhunderte hart erarbeitet

Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen.
Michael Kretschmer, Ministerpräsident

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich bestürzt: "Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen", sagte der CDU-Politiker. "Die Werte, die im Grünen Gewölbe und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet wurden." Man könne die Geschichte des Freistaates nicht verstehen, ohne das Grüne Gewölbe und die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens.

Auch Innenminister Roland Wöller sprach von einem "Anschlag auf die kulturelle Identität aller Sachsen". Polizei und Ermittlungsbehörden arbeiteten mit Hochdruck an dem Fall. Es sei eine Sonderkommission gebildet worden. "Wir werden alles daran setzen, nicht nur die Kulturgüter zurückzubringen, sondern auch die Tatverdächtigen zu fassen."

Die Schatzkammer von August dem Starken

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670 bis 1733) hatte die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen lassen. Heute wird sie in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räume der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.

Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt - der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung "Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe" des Metropolitan Museum of Art.

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