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Nach Festnahmen in Antalya - Türkei: Ein Deutscher wieder auf freiem Fuß

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Einer der beiden zuletzt in der Türkei festgenommenen Deutschen ist wieder freigelassen worden. Das habe dessen Rechtsanwalt mitgeteilt, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Zur Identität der beiden nannte das Ministerium keine Details.

Auch am Tag nach der Festnahme zweier Deutscher verweigert die Türkei der Bundesregierung den Kontakt zu den Gefangenen. Außenminister Gabriel droht mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Die Türkei hingegen könnte gar ein Tauschgeschäft anstreben.

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Die türkische Polizei hatte am vergangenen Freitag auf dem Flughafen des Urlaubsorts Antalya zwei Deutsche festgenommen. Das Auswärtige Amt geht von einer Festsetzung aus politischen Gründen aus. Der zweite Deutsche befindet sich noch in türkischer Haft. Zu ihm hätten deutsche Diplomaten weiterhin keinen Zugang, erklärte das Auswärtige Amt, obwohl das Wiener Übereinkommen das vorsehe.

Insgesamt werden den Angaben zufolge derzeit noch elf Deutsche wegen politischer Vorwürfe in türkischen Gefängnissen festgehalten, darunter auch der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, die Journalistin Mesale Tolu und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner.

Nach den jüngsten Festnahmen hatten Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien eine Reisewarnung für die Türkei gefordert. CSU und Linke forderten einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen. Dafür sprach sich am Sonntagabend auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im TV-Duell aus. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer begründete die Forderung seiner Partei mit der "Willkürherrschaft und Geiselnahme unbescholtener deutscher Bürger" durch den türkischen Präsidenten. CSU-Chef Horst Seehofer sagte der "Passauer Neuen Presse", dass die Bundesregierung ihrer Bevölkerung erklären müse, dass man nicht in die Türkei reisen solle, "wenn deutsche Staatsbürger ohne nachvollziehbaren Grund verhaftet werden".

Türkische Außenminister: "Was geht euch das an?"

Die türkische Regierung forderte die Bundesregierung auf, sich nicht in ihre Angelegenheiten einzumischen. Deutschland rege sich auf, wenn man Anhänger der Gülen-Bewegung festnehme, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu und fragte die Bundesregierung laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu: "Was geht euch das an?" Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom vergangenen Jahr verantwortlich.

Auch den beiden zuletzt in Antalya festgenommen Deutschen wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung vorgeworfen. Die beiden Reisenden mit ausschließlich deutscher Staatsbürgerschaft und wahrscheinlich türkischen Wurzeln waren am Flughafen des Urlaubsorts von der Polizei festgesetzt worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes räumte am Montag ein, dass auch die türkischen Behörden noch am Donnerstag über die Festnahme unterrichtet hätten. Am Freitag hatte es noch geheißen, dass die Information über nichtstaatliche Stellen erfolgt sei und nicht - wie in vorherigen Fällen auch - über staatliche. Nach der Freilassung werden derzeit noch elf Deutsche wegen politischer Vorwürfe in türkischen Gefängnissen festgehalten, darunter der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, die Journalistin Mesale Tolu und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudtner.

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