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Voice-Shopping - Alexa, wo gibt's den billigsten Mixer?

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Alexa und Co. auf dem Vormarsch: Digitale Sprachassistenten sollen den Alltag erleichtern. Künftig soll man auch mit ihnen shoppen können. In den USA wird das bereits getestet.

Alexa und Familie

Smarte Lautsprecher erobern die deutschen Wohnzimmer. Alexa und Co. belauschen den Alltag ihrer Nutzer und gehorchen ihnen aufs Wort. Laut IT-Branchenverband Bitkom nutzt bereits jeder Achte einen digitalen Sprachassistenten. "In den nächsten Jahren werden wir immer mehr Geräte wie selbstverständlich mit unserer Stimme bedienen", meint Christopher Meinecke von Bitkom. "Hier entsteht gerade ein neuer Milliardenmarkt."

Jeder Zweite würde mit Alexa einkaufen

"Ok Google, wie wird das Wetter?" – "Alexa, spiel mir Musik!" Die Einsatzmöglichkeiten der digitalen Sprachassistenten sind groß. Bislang werden sie allerdings hauptsächlich zur Unterhaltung oder für die Steuerung der Haustechnik genutzt – gefolgt von Abfragen etwa zum Fahrplan öffentlicher Verkehrsmittel oder für Suchanfragen im Netz. Das werde sich ändern, sagen Experten. Digitale Sprachassistenten würden künftig immer öfter auch beim Online-Shopping verwendet.

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Voice-Commerce, also das Einkaufen per Sprache, habe eine große Zukunft, meint auch das Beratungsunternehmen KPMG. Laut einer repräsentativen Umfrage, die KPMG zusammen mit dem Kölner Institut für Handelsforschung durchgeführt hat, sei bereits jeder Zweite daran interessiert, die smarten Assistenten beim Online-Shopping zu benutzen. Auch bei der Schnäppchenjagd könnten Alexa und Co. helfen - nach dem Motto: "Alexa, wo gibt es den billigsten Mixer?"

"Sprachsteuerung erleichtert das Einkaufen"

"Anders als Tastatur, Bildschirm oder Computermaus ist die menschliche Stimme ein natürliches Instrument zur Kommunikation", sagt KPMG-Partner Mark Sievers. Sprachsteuerung erleichtere deshalb nicht nur den Umgang mit elektronischen Geräten oder Plattformen im Netz, sondern könne auch das Einkaufen einfacher und bequemer machen – von der Abfrage aktueller Preise und Produktbeschreibungen, also der Vorbereitung eines Einkaufs, bis hin zum sprachgesteuerten Online-Einkauf selbst.

Unternehmen wie Google und Amazon loten das Potenzial, das im Voice-Shopping stecken könnte, bereits in der Praxis aus. So besitzt der smarte Lautsprecher aus dem Hause Google schon seit Februar 2017 eine Shopping-Funktion. Über den Befehl "Ok Google, bestelle…" können Verbraucher in den USA Produkte ordern – allerdings nur bei Händlern, die wie etwa der Walmart-Konzern am Lieferprogramm "Google Express" teilnehmen.

Zwischen Hype und Wirklichkeit

Auch Amazon setzt auf das Einkaufen per Sprachbefehl. Bei den Alexa-Skills, also den Anwendungen, mit denen die Fähigkeiten der digitalen Assistentin erweitert werden, gibt es längst die Kategorie "Shopping". Die Anzahl der Alexa-Shopping-Skills ist für den deutschen Markt allerdings noch gering und auf Preisabfragen oder Produktinformationen begrenzt. Shopping per Sprache wird noch nicht angeboten.

Während Umfragen ein wachsendes Interesse am sprachgesteuerten Online-Einkauf signalisieren, sieht die Realität selbst in den USA, dem Mutterland des Online-Shoppings, derzeit offenbar noch anders aus. Wie das IT-Magazin "The Information" berichtet, werden die smarten Lautsprecher von Amazon bislang nur selten zum Einkaufen benutzt.

Noch viele Hürden überwinden

Nur zwei Prozent der rund 50 Millionen Alexa-Nutzer hätten in diesem Jahr über die digitale Assistentin aus dem Hause Amazon bereits eine Bestellung aufgegeben, schreibt "The Information". Zudem hätte gerade einmal ein Zehntel der Nutzer nach dem ersten sprachgesteuerten Einkauf eine weitere Bestellung abgesetzt. Amazon bestreitet diese Zahlen, macht aber selbst keine Angaben zu den Shopping-Gewohnheiten der Alexa-Nutzer.

Es seien noch viele Hürden zu überwinden, bevor sich Voice-Shopping beim Verbraucher wirklich durchsetzen könne, sagen Experten. So finden laut KPMG-Umfrage sechs von zehn Verbrauchern das Einkaufen per Sprachsteuerung im Moment noch eher unpraktisch, da man schneller den Überblick verliere als beim Einkaufen am PC oder Smartphone. Es fehle ein Display, auf dem man sich die Ware anschauen und den Bestellvorgang überprüfen könne.

Nicht gewollte Einkäufe verhindern

Zudem gelte es, Sicherheitsbedenken beim sprachgesteuerten Einkauf auszuräumen, sagt Sievers. Die Händler seien gefordert, den Bestell- und Bezahlvorgang transparent und sicher zu gestalten. So sollten sich Kunden vor dem Abschicken einer Bestellung zum Beispiel per PIN oder Fingerabdruck auf dem Smartphone identifizieren. "Auch das Bestätigen der Bestellung durch eine Textnachricht auf dem Smartphone macht den Kaufprozess sicher", meint Sievers. Vom Verbraucher nicht gewollte Einkäufe könnten dadurch verhindert werden.

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