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Treffen des UN-Sicherheitsrats - Nordkorea-Konflikt: Kann Deutschland helfen?

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Wieder ein Raketentest Nordkoreas, wieder ein Treffen des UN-Sicherheitsrats. Das Gremium verurteilte den jüngsten Test als "zutiefst provozierend". Bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung könnte Deutschland eine Rolle spielen, sagt ZDF-Korrespondent Johannes Hano.

Mit neuen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea ist derzeit nicht zu rechnen. Vielmehr geht es bei der heutigen Sitzung um die Umsetzung der bisher beschlossenen. Die Grenze zu China ist beispielweise für Schmuggler recht durchlässig.

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Es sei interessant, dass sich Bundeskanzlerin Merkel letzte Woche eingebracht habe. In einem Interview habe sie gesagt, Deutschland stünde zur Verfügung, in einen diplomatischen Prozess mit einzusteigen - wenn die Konfliktparteien es denn wollten. Deutschland habe eine Botschaft in Nordkorea, und Deutschland habe immer wieder Parlamentarier nach Nordkorea geschickt. "Man hat also tatsächlich Kanäle bis in die Führung hinein, was Amerikaner und andere nicht haben. Das wäre ein Vorteil", erklärt Hano im ZDF.

Deutschland werde von den Nordkoreanern als "ehrlicher Mittler" gesehen, weil es in der Region keine Interessen habe. "Das ist eine Option, die mittlerweile hier tatsächlich immer wieder in Diplomatenkreisen diskutiert wird. Aber bis die kommt, müssten alle dann noch zustimmen und das ist noch ein weiter Weg", so Hanos Einschätzung.

UN: "Empörendes Verhalten" sofort einstellen

In einer Dringlichkeitssitzung war der UN-Sicherheitsrat am Freitag in New York zusammengekommen, um über das weitere Vorgehen im Atomkonflikt mit Nordkorea zu beraten. Er verurteilte den jüngsten nordkoreanischen Raketentest als "zutiefst provozierend". In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung forderte das Gremium Pjöngjang auf, sein "empörendes Vorgehen" sofort einzustellen. Allen Warnungen zum Trotz hatte Nordkorea am Freitag erneut eine Mittelstrecken-Rakete über Japan hinweg in den Pazifik gefeuert.

Nordkoreas Atom- und Raketentests seien eine Bedrohung nicht nur für die Region, "sondern für alle UN-Mitgliedstaaten", erklärte der Sicherheitsrat. Drohungen mit weiteren Sanktionen enthielt die Erklärung dagegen nicht. Erst vor wenigen Tagen hatte der Rat neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem Nordkorea seinen bislang gewaltigsten Atomwaffentest gezündet hatte.

Trump: "Völlige Missachtung der Weltgemeinschaft"

US-Präsident Donald Trump warnte Pjöngjang, mit ihren militärischen Fähigkeiten könnten die USA jeden Feind "zermalmen". Bei einem Besuch des Luftwaffenstützpunktes Andrews sagte er vor hunderten Soldaten, Nordkorea habe "ein weiteres Mal seine völlige Missachtung für seine Nachbarn und die gesamte Weltgemeinschaft gezeigt". Er sei jedoch "überzeugter denn je, dass unsere Optionen nicht nur effektiv, sondern überwältigend sind", betonte der US-Präsident, nachdem er auf dem Stützpunkt modernste US-Kampfjets und Bomber inspiziert hatte.

Die am Freitag von Nordkorea abgefeuerte Rakete flog weiter als jede zuvor von Pjöngjang getestete Rakete. Japans Regierungschef Abe erklärte, sein Land werde eine solche Provokation nicht hinnehmen. Sie sei "eine Bedrohung für den Weltfrieden". Erst Ende August hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg abgefeuert.

Putin und Macron wollen direkte Gespräche

Der Kreml erklärte nach einem Telefonat von Russlands Staatschef Wladimir Putin mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron, beide sähen in direkten Gesprächen mit Pjöngjang den einzigen Ausweg aus der Krise. Es sei "nicht hinnehmbar, eine Eskalation der Spannungen zu erlauben",

Als Reaktion auf den sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest Nordkoreas vom 3. September hatte der UN-Sicherheitsrat am Montag ein achtes Sanktionspaket gegen Pjöngjang beschlossen. Dieses beinhaltet unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lässt seit Jahren das Raketen- und Atomwaffenprogramm seines Landes ausbauen und fordert die internationale Gemeinschaft immer wieder mit Raketen- und Atomwaffentests heraus. Die Führung in Pjöngjang wirft den USA und Südkorea vor, Nordkorea zu bedrohen.

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