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Eiskönigin 2: Ein Hype friert sich fest

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Kinostart der Disney-Fortsetzung - Eiskönigin 2: Ein Hype friert sich fest

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Sechs Jahre haben die Fans auf "Die Eiskönigin 2" gewartet. Die Popularität der Titelfigur taute kaum ab. Erfolgreichster Film, beliebtestes Spielzeug - wie hat Elsa das geschafft?

Rosa war gestern, Mädchenzimmer sind heute blau - Eisköniginnen-blau. Und vielleicht wird das ein oder andere Zimmer bald noch etwas blauer. Denn heute startet der zweite Teil des berühmten Disneyfilms: Auf "Die Eiskönigin - völlig unverfroren" (Originaltitel: "Frozen") folgt "Die Eiskönigin 2". Elsa und ihre Schwester Anna reisen mit ihren Freunden in einen verzauberten Wald, wo allerlei Rätsel und Gefahren lauern.

Archiv: Die Künstlerin Lara Loft am 05.10.2018 auf der Messe in Erfurt
YouTuberin Lara Loft spricht die neue Figur namens Honeymaren.
Quelle: imago images / VIADATA

Dort begegnen die Freunde einigen Monstern, aber auch einem Waldvolk namens Northuldra. Zu ihnen gehört Honeymaren, eine neue Figur des Films. In der deutschen Fassung wird sie von der YouTuberin und Sängerin Lara Trautmann, bekannt als Lara Loft, eingesprochen. Komiker und Schauspieler Hape Kerkeling gibt erneut dem Schneemann Olaf seine Stimme - und wird öfter zu hören sein: "Ich freue mich, dass Olaf im neuen Film eine größere Rolle spielt", sagte Kerkeling im ZDF.

Bestverkauftes Spielzeug

Laut erster Filmkritiken und Twitter-Posts soll die Fortsetzung insgesamt düsterer und erwachsener als der Vorgänger sein. Kein Wunder, die Fans sind ja heute auch schon älter: Sechs Jahre sind seit dem ersten Film vergangen. Doch der Hype ist seitdem ungebrochen.

"Die Eiskönigin " war bis zum Remake von "König der Löwen" der erfolgreichste Disney-Film aller Zeiten mit einem Einspielergebnis von über einer Milliarde Dollar. Dabei eroberten Elsa und ihre Freunde nicht nur die Kinokassen im Eissturm. Puppen, Zahnpastatuben, Strumpfhosen, Trinkflasche, Lego und jede Menge Kleider  - die lizensierten Eisköniginnen-Produkte zauberten sich an die Spitze der Spielzeuge.

Erste Szenen aus dem Film Eiskönigin 2
"Schöne, nordische Märchenwelt": Auch die Fortsetzung setzt auf träumerische Bilder.

Ganz in der Disneytradition

"Einer der Gründe für den Erfolg des Films ist das Marketing", sagt Ulrich Wegenast, Professor für Animation an der Filmuniversität Babelsberg. Er leitet das Internationale Trickfilmfestival, auf dem auch "Die Eiskönigin" präsentiert wurde. "Der Film steht ganz in der Disneytradition", sagt er. Perfekt erzählte Geschichte, perfekte Animation, perfekte Farbgebung: "Alles ist glänzend und hell, der Film zeigt eine schöne, nordische Märchenwelt, passend zu Beginn der Weihnachtszeit." Aber ist das allein das Erfolgsrezept?

Was Kinder an Elsa besonders fasziniere, seien die magischen Kräfte, sagt Wegenast. "Gleichzeitig hat sie diese starken Momente der Einsamkeit." Anders als ihre Schwester Anna, die mutig, optimistisch und angepasster sei. Elsa sei eine Außenseiterin, die sich in ihre Magie flüchtet und über sich hinauswachse. Sie zaubert Eispaläste in Minuten, entfacht Schneestürme und friert mal eben den ganzen Fjord zu.

Superheldin ohne Liebesgeschichte

Dass Disney Elsa für gut zu vermarkten hielt - und damit Recht hatte - sagt etwas aus über unsere Gesellschaft.
Beatrice Frasl, Kulturwissenschaftlerin und Podcasterin

Beatrice Frasl ist Kulturwissenschaftlerin und Podcasterin. Sie schreibt ihre Doktorarbeit über Disney-Prinzessinnen und hält diese für unterschätzt. Prinzessinnen seien mächtige Figuren - und Elsa ganz besonders. "Sie hat die Zauberkräfte einer Superheldin und kein Interesse an einer Liebe zu einem Mann", beobachtet Frasl. Das seien Eigenschaften, die in früheren Disney-Filmen eher die böse Hexe hatte und nicht die schöne Prinzessin. "Weibliche Macht wird in 'Die Eiskönigin' als etwas positives dargestellt", sagt Kulturwissenschaftlerin Frasl. Und Disney sei ein gewinnorientiertes Unternehmen. "Dass Disney Elsa für gut zu vermarkten hielt - und damit Recht hatte - sagt etwas aus über unsere Gesellschaft", sagt Frasl.

Elsa und Anna von Arendelle
Elsa (links) und Anna (rechts): Laut Disney sollte Elsa, Eiskönigin zuerst wie im Andersen-Märchen "Die Schneekönigin" eine fiese Hexe sein, eiskalt eben. Die Idee zur rebellischen Antiheldin kam erst mit dem berühmten (und bestens verkauften) Song "Let it go" von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez.
Quelle: imago

Auf-den-Prinzen-Warten war gestern

Nachdem in den Disney-Filmen der 50er Jahre Dornröschen die meiste Handlung des Filmes verschläft, Schneewittchen mit Freude für die Zwerge putzt und wie Cinderella nur auf ihren Prinzen wartet, kommen die Eis-Schwestern tatsächlich viel feministischer daher. "Wer heiratet schon den nächstbesten Kerl?", fragt Elsa im ersten Eiskönigin-Film mit viel Disney-Selbstironie. "In dem Film steht auch die Liebe zwischen Schwestern im Vordergrund, nicht die zu einem Mann", bemerkt Beatrice Frasl. Solidarität zwischen Frauen statt Rivalität wie zum Beispiel bei Cinderella und ihren Stiefschwestern.

Aber das Prinzessinnen-Klischee bleibt: Elsa ist schön, schlank und trägt hübsche Kleider. Ein Zeichen, dass es mit dem Feminismus doch nicht so weit her ist, sagt Frasl. Auch Ulrich Wegenast sieht das stereotype Schönheitsideal kritisch. "Trotzdem muss man sich als Eltern keine Sorgen machen, wenn das Kind Elsa-Fan ist." Die Eisköniginnen-Farbe ist wenigstens nicht rosa, sondern blau - wenn auch pastellblau.

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