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Massaker in USA - El Paso: Deutscher unter den Toten

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Bei der Bluttat in El Paso ist auch ein Deutscher getötet worden. Das bestätigt das Auswärtige Amt. Derweil warnt auch Ex-US-Präsident Obama davor, Angst und Hass zu schüren.

Bei der Schusswaffenattacke in der texanischen Stadt El Paso ist auch ein Deutscher getötet worden. Das Auswärtige Amt bestätigte entsprechende Angaben der örtlichen Behörden, ohne weitere Details zu nennen. Der Polizei zufolge waren unter den Opfern auch mehrere Mexikaner. Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einem Einkaufszentrum in El Paso 22 Menschen erschossen. Er wurde festgenommen. Nur 13 Stunden später tötete ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Obama: Sprache von Angst und Hass ablehnen

US-Präsident Donald Trump will El Paso am Mittwoch besuchen. Nach den Attacken hatte er Rassismus und die Ideologie weißer Vorherrschaft verurteilt. "Diese finsteren Ideologien müssen besiegt werden. Hass hat keinen Platz in Amerika", sagte Trump in einer TV-Ansprache. Kritiker werfen ihm allerdings vor, mit seiner aggressiven Rhetorik selbst Hass zu schüren und Gewalt zu begünstigen.

Auch der frühere US-Präsident Barack Obama verurteilte eine Rhetorik, die Angst und Hass schürt oder "rassistische Vorurteile normalisiert" - nannte jedoch seinen Nachfolger nicht beim Namen. Eine solche Sprache, "die aus den Mündern unserer Anführer kommt", müssten die Amerikaner deutlich ablehnen. Sie seien nicht hilflos.

Obama erklärte, es gebe Führer, die Andere als Untermenschen beschrieben, Menschen dämonisierten, die anders aussehen, oder so täten, als gehörten die Vereinigten Staaten nur bestimmten Leuten. Sie deuteten an, dass andere Menschen, auch Zuwanderer, die amerikanische Lebensweise bedrohten. Diese Ausdrucksweise sei nicht neu. Sie habe zum Holocaust, zum Völkermord in Ruanda und zu ethnischen Säuberungen auf dem Balkan geführt. Die überwältigende Mehrheit der US-Bürger sei guten Willens müsse klar machen, dass es für so etwas keinen Platz in der Politik und im öffentlichen Leben ihres Landes gebe.

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Wieder Diskussion über Waffengesetze

In den USA wächst auch der Ruf nach härteren Waffengesetzen. Trump kündigte ein Bündel von Reformen und Maßnahmen an, um solchen Taten vorzubeugen. Auch eine schärfere Kontrolle von Waffenkäufen deutete er an, ging aber nicht in Details. Das zeige, dass der Präsident ein "Gefangener der Waffenlobby" sei, erklärten führende Demokraten in einer Stellungnahme. Sie versuchen seit Monaten, schärfere Hintergrundprüfungen im Kongress durchsetzen, doch die Republikaner blockieren das Vorhaben. Das Weiße Haus hatte mit einem Veto gedroht, sollte das Gesetz vom gesamten Kongress beschlossen werden. Der Fraktionschef der Demokraten im Senat, Charles Schumer, sagte, wenn Trump es mit strengeren Waffenkontrollen ernst sei, sollte er seinen Parteifreund, den republikanischen Senatsmehrheitsführer Mitch McConnell anweisen, dem vom Repräsentantenhaus gebilligten Gesetz zuzustimmen und es ihm zuzuleiten.

Geisteskrankheit und Hass drücken den Abzug, nicht die Schusswaffe.
US-Präsident Trump

Trump forderte das Justizministerium zudem auf, die Todesstrafe für Hassverbrechen zu erwirken, verlangte eine Reform der Gesetze zur psychischen Gesundheit und erklärte: "Geisteskrankheit und Hass drücken den Abzug, nicht die Schusswaffe."

Wohl rassistischer Hintergrund in El Paso

Bei der Tat von El Paso gehen die Ermittler von einem rassistischen Hintergrund aus. Sie prüfen, ob ein kurz vor der Tat im Internet veröffentlichtes Pamphlet mit fremdenfeindlichen Tiraden von dem mutmaßlichen Schützen stammt. In dem Schreiben wird unter anderem über eine "Invasion" von Lateinamerikanern lamentiert - eine Formulierung, die auch Trump verwendet hatte. Das Motiv des 24-jährigen Täters in Dayton, der auch seine eigene Schwester erschoss, blieb zunächst noch unklar. Er hatte bis zu 250 Schuss Munition bei sich, wurde aber schon nach rund 30 Sekunden von Polizeibeamten unter Feuer genommen und dann getötet.

Seit Jahresanfang hat es einer Statistik der Organisation Gun Violence Archive zufolge in den USA mehr als 250 sogenannte Mass Shootings gegeben, also Fälle, bei denen mindestens vier Menschen durch Schusswaffengewalt verletzt oder getötet wurden.


Die ganze Rede des US-Präsidenten (engl.):

US-Präsident Trump äußert sich zu den Attacken in Texas und Ohio. Er spricht von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Sehen Sie hier Trumps Statement in voller Länge (Englisch).

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