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Der feige Plan der Terroristen - Strategie des Dschihad: Spalte und herrsche

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Zuerst brutale Anschläge durch Einzeltäter, dann offener Straßenkampf, dann eine mächtige Dschihad-Bewegung - so stellen sich radikale islamistische Vordenker den Weg zur muslimischen Weltherrschaft im Westen vor. Dagegen gibt es nur ein Mittel: Nicht spalten lassen!

Es ist ein Teil der Strategie des IS, gegen die Staaten, die ihn bekämpfen, dort zuzuschlagen, „wo es am meisten wehtut“ – zuhause, erklärt Prof. Peter Neumann, Terrorismusforscher am King´s College in London. „Das wird uns noch viele Jahre beschäftigen.“

Beitragslänge:
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"Wenn Du rausgehst, siehst Du junge Männer, die auf den Straßen zusammenstehen. Jetzt stell Dir vor, Du gibst diesen Kerlen Autos, Waffen, Geld und ein Ziel." Mit diesen Worten beginnt das 45-seitige Pamphlet, das seit Mitte 2015 frei im Internet verfügbar ist und sich seitdem – so bestätigt es das Bundeskriminalamt – bei jungen Muslimen in den Ländern Westeuropas höchster Beliebtheit erfreut.

Weltherrschaft durch Spaltung

Sie sind die Zielgruppe der eBook-Reihe, die sich als Referenz an die schwarze Flagge des IS "Black Flag Series" nennt. Der erwähnte Band, das Muslim Gang Book, trägt den Titel "Muslimische Gangs – die Zukunft der Muslime im Westen"; auf dem Deckblatt prangt das Foto einer bedrohlichen Menge junger Männer mit schwarzen Flaggen und Koran-Ausgaben in den Händen.

Das Machwerk beschreibt detailliert, wie sich die Islamisten die Entwicklung der kommenden Jahre vorstellen. Im Kern geht es um die Spaltung unserer Gesellschaften durch eine zunehmende Polarisierung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen.

Es ist eine Bedienungsanleitung inklusive Rezepten zum Bombenbau, kombiniert mit einer Endzeitphilosophie, die eine Weltherrschaft des Islam in greifbarer Nähe erscheinen lassen soll: "Wenn Du ein Gläubiger bist, der die Muslime verteidigen und danach Rom befreien will, dann ist dieses Buch für Dich. Es soll Muslimen eine Starthilfe geben, ihre eigenen Banden zu gründen und diese in eine Dschihad-Bewegung zu verwandeln, die weiter heranwächst zu einer starken Macht im Westen. Lasst uns beginnen mit Allahs Hilfe."

Starthilfe für Dschihad-Bewegung

Nach Darstellung der Verfasser folge nach der ersten Phase des bewaffneten Kampfes in Westeuropa – isolierten Anschlägen durch Einzeltäter, "Lone Wolves" – nun die nächste Stufe: Die Gründung muslimischer Gangs, die mit allen Mitteln, auch gewalttätigen, die nicht-muslimische Zivilbevölkerung einschüchtern und No-Go-Areas in den Ballungszentren der Länder errichten sollen. Das Rezept der Islamisten trägt den arabischen Namen "Tawahhusch", wörtlich übersetzt "Wildheit". Es empfiehlt eine Herausforderung der staatlichen Strukturen mit allen Mitteln, auch mit Gewalt.

Der Staat werde dadurch destabilisiert und müsse zu diskriminierenden und unterdrückerischen Maßnahmen gegen die Bevölkerungsteile greifen, aus denen die Unruhestifter stammen. Dies führe dann zu einer Selbstisolation der Muslime, also zu nichts anderem als einer Parallelgesellschaft, die ihre Trennung notfalls mit Gewalt errichtet und verteidigt. Noch müssten die muslimischen Gangs Einzelattacken verüben, aber die "steigende Zahl der Angriffe beider Seiten wird schrittweise einen Kriegszustand schaffen".

Friktionen werden aufgehoben

Dieses Ziel, so glaubt der Autor der Hetzschrift, sei aufgrund rasanter politischer und sozialer Entwicklungen in Europa schon bald erreicht, möglicherweise im Jahr 2018: "In den kommenden Jahren werdet ihr einen großen Wechsel der Politik gegenüber den Rechtsextremen erleben. Armut, Sparpolitik, die Wahrnehmung von Zuwanderern, die 'all unsere Jobs stehlen', die wachsende Macht des Islamischen Staates in der muslimischen Welt und der Ruf nach politischem Wechsel machen die rechten Parteien zu einer neuen Alternative für die Menschen, um ihren Ärger abzulassen. (...) Die Friktionen zwischen den Gebieten der Neonazis und denen der muslimischen Gemeinden werden zunehmen."

Schon jetzt versuchen die Neonazis Politiker und einflussreiche Menschen in der Gesellschaft für ihre islamfeindliche Sache zu gewinnen. Die Spaltung wird noch klarer, wenn mehr und mehr rechtsradikale politische Gruppen – mit Neonazis als ihrem militärischen Arm – in die Parlamente gewählt werden und sie die Anführer in Städten und Ländern stellen. Dann sei der Zeitpunkt gekommen, sich gegen Diskriminierung und Unterdrückung auch mit Gewalt zur Wehr zu setzen. Die Islamisten wollen einen offenen Straßenkampf provozieren.

Nicht spalten lassen!

Ein perfider Plan, den wir nur mit einer einzigen, dafür aber ganz einfachen Methode durchkreuzen können: Indem wir uns nicht spalten lassen! Wenn alle friedliebenden Menschen in Deutschland und Europa, Muslime und Nicht-Muslime, gemeinsam jede Form von Extremismus – islamistisch, rechts oder links – ächten, dagegen aufstehen und Widerstand demonstrieren, die Anhänger der Ideologien isolieren, sie als winzige Minderheit und erbärmliche Feiglinge bloßstellen, wo immer wir auf sie stoßen, dann werden sie verlieren.

So wie am Sonntagabend, als in Manchester Zehntausende Menschen und mit ihnen weltweit Millionen mehr "Don't look back in anger" sangen und Menschenverachtung, Hass und Angst besiegten durch Respekt, Liebe und Mut.

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