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40 Jahre nach seinem Tod - Elvis lebt - im Herzen von Frau Springauf

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1958 kommt Elvis zum Militärdienst nach Deutschland. Schon damals ist er ein Weltstar, genießt auch als Soldat gewisse Privilegien. Er wohnt im eleganten Kurort Bad Nauheim, macht dort viele Bekanntschaften. Und einige, die ihn damals getroffen haben, sind bis heute verzückt.

Als Teenager ist Angelika Springauf Elvis Presley zum ersten Mal begegnet. Bis heute prägt der "King" ihr Leben.

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Zunächst residiert Elvis Presley mit seinem Clan im Hotel Grunewald. Doch bald gibt es Ärger mit seinen Leibwächtern, und Elvis zieht in eine Villa in der Goethestraße. Nur ein paar Häuser weiter wohnt die damals 13-jährige Angelika Springauf. Und bald kommt es zur ersten Begegnung mit dem King of Rock'n'Roll: "Er kam plötzlich aus dem Haus und stellte sich einfach zu uns. Uns Mädchen hat er am Pferdeschwanz gezogen. Einmal hat er mir sogar über die Wange gestreichelt. Ich habe mich eine Woche lang nicht mehr gewaschen", erzählt sie fast 60 Jahre danach.

Springaufs Mutter erst skeptisch, dann selbst Fan

Angelika Springauf spricht noch heute mit leuchtenden Augen von der "unglaublichen Ausstrahlung", die der King hatte. Die Warnungen der Eltern, Elvis sei ein Rebell und verderbe mit seiner Musik die Jugend, schlugen Springauf und ihre Freunde in den Wind. "Elvis war ganz sanftmütig, er hatte eine ganz feine Art", meint die heute 73-Jährige lächelnd.

Dennoch will ihre Mutter ihr jeglichen Kontakt mit Elvis verbieten. Doch dann entdeckt Angelika Springauf sie auf einem Foto - zusammen mit Elvis. "Du gehst doch selbst zu Elvis!", konfrontiert sie ihre Mutter, die so lange abstreitet, bis ihr die Tochter das Foto unter die Nase hält. "Ich wollte nur mal sehen, was das für einer ist", rechtfertigt sich die Mutter und meint dann: "Er scheint ja doch ein ganz netter Kerl zu sein."

Bis heute ist Angelika Springauf im Elvis-Verein aktiv, hegt und pflegt den Schaukasten vorm Hotel Grunewald. War sie damals in ihn verliebt? Sie lächelt, leicht verlegen wie ein junges Mädchen, und meint: "Ich habe für ihn geschwärmt." Fast jeden Tag begegnet sie Elvis damals auf der Straße, vor der Villa in der Goethestraße versammelt sich Abend für Abend die Bad Nauheimer Jugend, um ein paar Worte mit dem Star zu wechseln. Bereitwillig lässt sich Elvis jedes Mal fotografieren. Angelika Springauf ist sichtlich stolz auf ihr Bild mit ihm – es ziert sogar ihre Handyhülle.

Zeitzeugen erinnern sich

Als Elvis nach zwei Jahren Deutschland verlässt, hört Angelika Springauf weiter jeden neuen Song ihres Idols, liest jeden Artikel. Wenn sie an die Nachricht von Elvis Tod vor genau 40 Jahren zurückdenkt, bekommt sie immer noch feuchte Augen: "Er war ja noch so jung. Und irgendwie habe ich mich immer mit ihm verbunden gefühlt."

Die Begegnung mit Elvis hat Angelika Springaufs Leben geprägt. Bis heute steht sie in engem Kontakt mit jungen und alten Elvis-Fans aus der ganzen Welt. "Das sind durchweg nette Leute. Elvis-Fans sind seltsamerweise immer nett." Auch in ihrem Haus ist Elvis präsent. Sein Konterfei schmückt das große Kissen auf dem Sofa - Maßstab 1:1. Und selbst auf ihre Geschirrspülmaschine hat es das Abbild des King of Rock'n'Roll geschafft.

Elvis lebt - auch in der Erinnerung von anderen Zeitzeugen aus Friedberg und Bad Nauheim. Klaus Ilge wartet zu Elvis Zeit in Deutschland fast jeden Abend vor dessen Villa und lässt sich Plattenhüllen, Poster und Fotos signieren. Besonders stolz ist er auf seine alte Lederjacke. Unter dem Kragen hat sich der King mit ein paar Zeilen verewigt. "Er war einfach ein richtig freundlicher zuvorkommender Typ."

Cabrio dank Elvis

Wirklich profitiert von Elvis hat Karl Heinz Stein, damals junger Geselle im Friseursalon der Kaserne. Statt vom Meister wollte sich Elvis unbedingt von Stein die Tolle in Form bringen lassen. Die Beiden waren gleich alt und verstanden sich offenbar auf Anhieb, obwohl Stein kaum Englisch sprach. Jedenfalls überließ ihm Elvis zwei Strähnen. Oder hob Stein sie einfach vom Boden auf? Jahrzehntelang hütete Stein den Schatz, bis ihm eines Tages en Schweizer Millionär so viel Geld dafür bot, dass er sich einen schicken Cabrio kaufen konnte. Mit dem bretterte Stein dann über die Landstraßen der Wetterau. Aus den Lautsprecherboxen tönte oft Elvis Song "Muss i denn zum Städtele hinaus ...".

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