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Nach umstrittener Wahl - Mnangagwa als Präsident Simbabwes vereidigt

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Knapp einen Monat nach der Wahl in Simbabwe hat Präsident Mnangagwa seinen Amtseid geleistet. Es war die erste Abstimmung nach dem Abgang von Langzeitpräsident Robert Mugabe.

Emmerson Mnangagwa wird am 26. August 2018 als Präsident Simbabwes vereidigt
Einen Monat nach seiner umstrittenen Wahl ist Emmerson Mnangagwa als Präsident vereidigt worden.
Quelle: reuters

Emmerson Mnangagwa ist nach wochenlangem Streit über das Wahlergebnis als Präsident von Simbabwe vereidigt worden. Unter Jubel der Menge legte er am Sonntag im Nationalstadion in der Hauptstadt Harare den Amtseid ab. Im Publikum saßen unter anderen die Staatschefs von Südafrika, Kongo, Ruanda und Sambia.

Mugabe trat auf Druck des Militärs zurück

Mnangagwa kündigte Ermittlungen zu der Gewalt an, die in dem Land nach der Wahl geherrscht hatte. Sechs Menschen waren dabei ums Leben gekommen, als das Militär gegen Oppositionsproteste in Harare vorgegangen war.

Für den 75-jährigen Mnangagwa war es die zweite Vereidigung im Präsidentenamt innerhalb eines Jahres: Im November hatte er das höchste Amt seines Landes übernommen, nachdem der jahrzehntelang herrschende Präsident Robert Mugabe auf Druck des Militärs hin zurückgetreten war.

Karte von Simbabwe mit Harare
Einst die Kornkammer Afrikas und Hoffnungsträger des Kontinents, steckt Simbabwe seit Jahren in einer wirtschaftlichen und politischen Krise.
Quelle: ZDF

Eine Untersuchungskommission werde sich mit der Gewalt befassen, sagte Mnangagwa. Er öffnete seine Ansprache nach der Vereidigung, indem er einen Brief von Mugabe verlas. Darin ließ der 94-Jährige Glückwünsche ausrichten und verwies darauf, dass er nicht bei der Amtseinführung dabei sein könne, weil es ihm nicht gut gehe.

Präsidentschaft als Mammutaufgabe

Am 30. Juli hatte Mnangagwa die Präsidentschaftswahl mit knappem Vorsprung vor Oppositionskandidat Nelson Chamisa gewonnen. Die Opposition sprach von Wahlbetrug. Das simbabwische Verfassungsgericht hatte diese Vorwürfe am Freitag abgewiesen.

Vor Mnangagwa steht nun die Mammutaufgabe, eine kriselnde Wirtschaft wiederaufzubauen und eine durch die Wahl stark gespaltene Nation zu einen. Er hat demokratische und wirtschaftliche Reformen versprochen. Der 75-Jährige sagte, seine Tür stehe für seinen Rivalen Chamisa offen. Dass es bis dahin noch ein weiter Weg sein dürfte, daran ließ Chamisas Sprecher Nukululeko Sibanda am Sonntag keinen Zweifel: Offiziell eingeladen worden sei Chamisas Lager zu der Vereidigung von Mnangagwa nicht, sagte er.

Der Sprecher der Regierungspartei, Paul Mangwana, wiederum kritisierte Chamisa für seine Ankündigung, der Amtseinführung fernzubleiben. Das Problem sei, dass Chamisa kein guter Oppositionsführer sei, sondern ein Schuljunge, sagte Mangwana der Nachrichtenagentur AP.

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