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Ende von Ramadan - Kein Zuckerfest mit Donald Trump

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US-Präsident Trump hält nicht viel vom Islam. Im Wahlkampf hatte er zeitweise gefordert, allen Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern. Nun bricht Trump mit einer Tradition: Zum Ende des Ramadan wird es keine Feier im Weißen Haus geben. Unter Clinton, Bush und Obama war das anders.

Kein Essen und Trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Muslime begehen derzeit den Fastenmonat Ramadan. Neben Erwachsenen halten sich auch immer mehr Schüler an die muslimische Fastenzeit – doch das gefährdet nach Angaben des Deutschen …

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Zum ersten Mal seit Jahren hat das Weiße Haus keine Feier zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan veranstaltet. Stattdessen sandte Präsident Donald Trump am Samstag "herzliche Grüße" an Muslime, die das jährliche Fest Eid al-Fitr begingen. Der Feiertag erinnere die Menschen an die "Bedeutung von Barmherzigkeit, Mitgefühl und gutem Willen", erklärte er.

Arabisch: Eid al-Fit, Türkisch: Zuckerfest

Seit der Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton (1993 bis 2001) hatte das Weiße Haus jedes Jahr entweder eine Feier zum Eid al-Fitr-Fest oder während des Ramadan ein Essen zum abendlichen Fastenbrechen veranstaltet.

Im Wahlkampf hatte Trump sich mit antimuslimischen Äußerungen profiliert. Eine Woche nach seinem Amtsantritt im Januar hatte er ein Einreiseverbot für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern angeordnet. Dieses ist jedoch auf gerichtliche Anordnung vorerst ausgesetzt.

Am gestrigen Samstag endete der islamische Fastenmonat Ramadan. Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Almosengeben. Auf das Ende des Ramadan folgt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, das auf Arabisch Eid al-Fitr heißt. In Deutschland wird das Fest auch Zuckerfest genannt, eine wörtliche Übersetzung aus dem Türkischen.

Das festliche Abendessen heißt Iftar

Durch das Fasten soll deutlich werden, dass die Religion einen höheren Wert hat als das tägliche Leben. Der Ramadan ist auch der Monat der Nächstenliebe und der guten Taten. Der Anfang des Fastenmonats hängt vom Zeitpunkt des Erscheinens der Neumondsichel ab.

Der Ramadan erinnert nach islamischer Tradition an die Offenbarung des Koran durch den Erzengel Gabriel an den Propheten Mohammed. Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen das Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Mit dem Iftar, dem festlichen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Häufig treffen sich die Gläubigen an den Abenden auch zum gemeinsamen Gebet oder rezitieren zu Hause Suren des Koran. Ausgeschlossen von der Fastenpflicht sind nur Reisende, Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Kranke und Alte.

Das religiös motivierte Fasten ist nicht nur ein muslimisches Phänomen. So begehen Christen eine 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Die Angehörigen der Ostkirchen befolgen vier Fastenzeiten im Kirchenjahr. Auch im Buddhismus gibt es eine Fastentradition.

Waffenruhe und Begnadigungen

Das Ende des Ramadan ist in der islamischen Welt sehr wichtig. Entsprechend hat das philippinische Militär zum Ende des muslimischen Fastenmonats eine achtstündige Feuerpause für die belagerte Stadt Marawi ausgerufen. Luft- und Bodentruppen sollten stillstehen, um den Bewohnern der Stadt religiöse Feiern zu ermöglichen. Im überwiegend von Muslimen bewohnten Marawi gelte die Feuerpause ab 06.00 Uhr Sonntagmorgen (Ortszeit), erklärte Militärsprecher Restituto Padilla.

Falls die Islamisten, die die Stadt belagern, das Feuer eröffneten oder Soldaten und Zivilisten bedrohten, werde die Feuerpause jedoch sofort beendet, sagte er. "Falls der Feind schießt (...), kann jeder sein Recht zur Selbstverteidigung ausüben", hieß es in einer Mitteilung Padillas.

Ähnlich wie hierzulande an Weihnachten, kommt es im zeitlichen Umfeld von Ramadan auch zu Begnadigungen. Syriens Regierung hat etwa zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Hunderte Gefangenen freigelassen. Am Samstag seien mehr als 670 Frauen und Männer aus verschiedenen Haftanstalten entlassen worden, erklärte Justizminister Hischam al-Schaar, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Keine Angaben zu politischen Gefangenen

Keine Angaben gab es dazu, ob unter ihnen auch politische Gefangene sind. Menschenrechtlern zufolge sitzen in Syrien Zehntausende Menschen aus politischen Gründen und ohne rechtsstaatliches Verfahren in Haft, wo sie gefoltert werden. Das Schicksal von vielen ist unbekannt. Nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden in dem Militärgefängnis Saidnaja zwischen 2011 und 2015 bis zu 13.000 Häftlinge unter strikter Geheimhaltung gehängt.

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