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Ende der Fastenzeit - Das Ramadanfest

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Der Ramadan bestimmt etwa vier Wochen das gesellschaftliche und religiöse Leben in der islamischen Welt. Mit dem "Fest des Fastenbrechens" wird sein Ende gefeiert - drei Tage lang.

Mädchen hält Schüssel mit Süßigkeiten
Einen Monat lang haben Millionen Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichtet. Mit dem "Fest des Fastenbrechens" wird drei Tage lang das Ende des Ramadan gefeiert - mit Geschenken und vielen Süßigkeiten.
Quelle: epa

Der Islam kennt zwei große Feste: Das dreitägige "Fest des Fastenbrechens" am Ende des Ramadan und das viertägige Opferfest im Rahmen der Pilgerfahrt nach Mekka. Obwohl das letztere Fest auch "großes Fest“ genannt wird, hat das "kleine Fest" eine größere Bedeutung.

Die Vorbereitungen auf das Fest beginnen schon einige Tage vorher: Für Kinder wird neue Kleidung gekauft, es werden spezielle Süßigkeiten gebacken, Männer gehen zum Friseur. Außerdem besucht man die Ruhestätten von verstorbenen Familienangehörigen.

Gedenken und Gebete

Am Festtag selber gehen die Muslime frühmorgens in die Moschee zum Festgebet. Dieses soll kurz nach dem Sonnenaufgang durchgeführt werden, gemäß der Tradition des Propheten Mohammed: Der Imam spricht zunächst eine Predigt, dann wird zusammen gebetet, worauf wiederum eine kurze Predigt des Imams folgt.

Mit einem gemeinsamen Bittgebet findet dieser Gottesdienst dann seinen Abschluss. Die Anwesenden beglückwünschen sich gegenseitig mit den Worten "Gesegnetes Fest". Man wünscht sich, dass Gott das Fasten und die Gebete annehmen möge und geht dann nach Hause - oder mancher hierzulande auch direkt zur Arbeit.

Ein Familienfest mit Geschenken und Süßigkeiten

Zuhause angekommen, wird das Frühstück zu sich genommen. Danach stellt sich Besuch ein, oder man selbst besucht jemanden. Dabei werden die Süßigkeiten angeboten, die vor dem Fest zubereitet wurden. Kinder bekommen traditionell Geldgeschenke.

Das "Fastenbrechenfest" ist , ähnlich wie Weihnachten, ein Familienfest: Menschen sitzen zuhause, bekommen Besuch oder telefonieren mit ihren Verwandten, Freunden und Bekannten und sprechen Glückwünsche und Segenswünsche aus. Selbst in Metropolen wie Kairo, die sonst Tag und Nacht pulsieren, sind die Straßen in diesen Tagen leer.

"Zuckerfest" nur im türkischen Kontext

Das dazugehörige Fest heißt in der islamischen Welt schlicht "Fest des Fastenbrechens" - "Id al-fitr". Nur in der Türkei wird es "Zuckerfest" genannt. Dieser Ausdruck, auf Türkisch "Şeker Bayramı", wird von säkularen Türken benutzt, um sich von religiösen Türken abzugrenzen, die dagegen von "Ramazan Bayramı" sprechen. Daher findet sich der Ausdruck "Zuckerfest" auch nur im türkischen Kontext

Über den Zeitpunkt des Festes gibt es immer wieder Unstimmigkeiten unter den Muslimen: Das Ende richtet sich nach dem Mond, denn der Ramadan ist ein Mondmonat. Sobald der Neumond des neuen Monats erscheint, ist der Ramadan zu Ende. Dabei richten sich viele Muslime hierzulande, vor allem die Türkeistämmigen unter ihnen, nach dem astronomisch berechneten Mond.

Genauer Zeitpunkt schwer zu bestimmen

Andere dagegen, vor allem aus arabischen oder asiatischen Ländern, benutzen eher die traditionelle Methode, nach der der Neumond mit dem bloßen Auge gesehen werden sollte. Dabei gehen viele nicht von dem Mond hierzulande aus, sondern von dem in den Heimatländern sichtbaren. Dadurch kommt es nicht selten zu Abweichungen von ein bis zwei Tagen: Hier ist Neumond, dort noch nicht. Dadurch entsteht manches Mal eine paradoxe Situation: Während die eine Gruppe von Muslimen in Deutschland schon feiert, sitzt die andere noch zuhause und schmachtet.

Am Dienstag wurde beispielsweise bekannt, dass der Ramadan für Muslime in Ägypten, Syrien, Jordanien sowie Marokko erst am 5. Juni endet. Einige Muslime hierzulande richten sich danach, andere wiederum ignorieren es. Muslimische  Organisationen in Deutschland versuchen seit Jahren, eine einheitliche Linie in dieses Durcheinander zu bringen – oft vergeblich.

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