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KfW-Barometer - Energiewende: Immer mehr Privatleute dabei

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Immer mehr Haushalte beteiligen sich an der Energiewende. Das zeigt das neue Energiewendebarometer der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW). Trotzdem ist noch viel Luft nach oben.

Laut dem Energiewende-Barometer der KfW-Bankengruppe befürworten die meisten Deutschen die Energiewende. Bei der Umsetzung bestehe allerdings noch Nachholbedarf.

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Erstmalig hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau den Entwicklungsstand der Energiewende in privaten Haushalten beleuchtet. Die Erhebung in 3.700 Privathaushalten spiegelt Erstaunliches wider. Demnach bekennen sich mehr als 90 Prozent zur Energiewende, halten den Übergang hin zu regenerativen Energiequellen und deren nachhaltiger Nutzung für wichtig. "Der Rückhalt für die Energiewende in der Bevölkerung ist unvermindert hoch. Das ist ein sehr ermutigendes Ergebnis", sagt Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender und Nachhaltigkeitsvorstand der KfW Bankengruppe.

Ein Drittel sieht sich selbst in der Pflicht

Eigenverantwortung ist ein Schlüsselwort in diesem Zusammenhang. Rund 34 Prozent der Deutschen sehen sich selbst in der Pflicht, aktiv zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Als Grund nennen die Befragten den Wunsch, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten (80 Prozent), Kosten einzusparen (70 Prozent) oder die Abhängigkeit von konventionellen Energiequellen zu reduzieren (59 Prozent).

Energiewendetechnologien, wie etwa Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Solarthermie und Elektroautos aber auch die finanzielle Beteiligung an einer erneuerbaren Energie-Anlage gelten als Indikator für die Einstellung der Haushalte zur Energiewende. Deutschlandweit verfügt knapp ein Viertel der Haushalte über mindestens eine dieser Technologien.

Am weitesten verbreitet sind Solarthermie (10 Prozent) und Photovoltaik-Anlagen (acht Prozent). Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), zieht eine positive Bilanz: "Die Nutzung von Solarenergie begeistert immer mehr Bürger. Solarstrom rechnet sich und macht sich gesamtgesellschaftlich bezahlt."

Süden und Hessen sind Vorreiter

Das KfW-Barometer verdeutlicht, dass es bei der Beteiligung an der Energiewende regionale Unterschiede gibt. Während Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zur Avantgarde der Energiewende zählen, belegen Haushalte in Berlin und Hamburg die hinteren Plätze. Dies lässt sich einerseits mit einer günstigen Standortqualität für Sonnenenergie, andererseits mit den Einkommensverhältnissen begründen.

Vergleicht man städtische mit ländlichen Regionen miteinander, zeigt sich: Investitionen in Energiewendetechnologien sind in ländlichen Gegenden höher als in Ballungszentren. So sind Haushalte auf dem Land häufiger mit Solarthermie oder Photovoltaik-Anlagen ausgestattet (16 Prozent), als in der Großstadt (fünf Prozent).

Dem Eigentum verpflichtet

Auch die Eigentumsverhältnisse sind ausschlaggebend. Befragte, die ihr Wohneigentum selbst beziehen, nutzen Energiewendetechnologien weitaus häufiger (33 Prozent) als jene, die zur Miete wohnen (14 Prozent). Und das, obwohl die Zustimmung zur Energiewende in beiden Gruppen nahezu gleich hoch ist.

Ein ähnlicher Trend ergibt sich bei der Gegenüberstellung von Haustypen. Der Vergleich von Ein- und Mehrfamilienhäusern zeigt, dass sich Einfamilienhäuser zweimal so häufig an der Energiewende beteiligen, wie Mehrfamilienhäuser. Um diesen Diskrepanzen entgegenzuwirken fordert Jörg Zeuner, Chefökonom der KfW Bankengruppe, zielgruppenspezifische Förderungen.

Jeder sechste Haushalt plant Kauf eines E-Autos

Das KfW-Barometer spiegelt auch die Nutzung der Elektroautos wider: Jeder sechste Haushalt plant den Kauf eines Elektroautos. Während heute nur knapp zwei Prozent der befragten Haushalte ein E-Auto besitzen, beabsichtigen 16 Prozent eine künftige Anschaffung. Als Gründe, die vom unmittelbaren Kauf abhalten, werden die lückenhafte Ladeinfrastruktur (84 Prozent) und die eingeschränkt Reichweite (79 Prozent) genannt. 

Großes Marktpotential ist im Bereich Smart Home zu erwarten. Smart Home-Anwendungen ermöglichen dem Hausbewohner, Heizungen und Waschmaschinen zu vernetzen und sie mit Hilfe mobiler Geräte fernzusteuern. Dadurch kann der Energiebedarf optimiert und ein Beitrag zur Energiewende geleistet werden.

Zurzeit machen nur etwa elf Prozent der deutschen Haushalte Gebrauch von der intelligenten  Wärme-Strom-Vernetzung. Zu groß sind die Bedenken bezüglich Datensicherheit und Fehleranfälligkeit. Erstaunlicherweise kann sich dennoch die Hälfte aller Haushalte vorstellen, zukünftig von dieser Technik Gebrauch zu machen.

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