Minister müssen wohl künftig Linie fliegen

Sie sind hier:

Engpässe bei Flugbereitschaft - Minister müssen wohl künftig Linie fliegen

Datum:

Nach der Pannenserie der Regierungsflieger werden mehr Maschinen als Reserve gehalten. Dadurch kommt es zu Engpässen im Betrieb. Die Folge: Minister müssen öfter mal Linie fliegen.

Gerd Müller hatte jüngst eine Panne in Malawi.
Gerd Müller hatte jüngst eine Panne in Malawi.
Quelle: Ute Grabowsky / Photothek/BMZ/dpa

Bei der Flugbereitschaft für Regierungsmitglieder gibt es offensichtlich zunehmend Engpässe, weil nach der jüngsten Pannenserie mehr Maschinen als Reserve bereitgehalten werden.

Damit sollten Flüge der wichtigsten Repräsentanten des Staates wie Kanzlerin und Bundespräsident abgesichert werden. Die Luftwaffe bestätigte am Freitag entsprechende Angaben des "Spiegel". Ein Sprecher wies aber darauf hin, dass Reserveflieger nur auf Anforderung von Spitzenpolitikern bereitgestellt würden.

"Zwangsläufig erhebliche Absagen an niederpriorisierte"

Hintergrund ist den Angaben des Luftwaffensprechers zufolge ein Maßnahmenpapier, mit dem die Luftwaffe auf die Flugausfälle bei Regierungsfliegern in den vergangenen Monaten reagiert habe. Insbesondere Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde nun bei jeder Reise eine Ersatzmaschine samt Besatzung entweder in Deutschland oder sogar für einen Parallelflug angeboten. Für die Bereitstellung einer zusätzlichen Maschine auf einem Flughafen gilt das Angebot demnach auch für Außenminister Heiko Maas und Vizekanzler Olaf Scholz (beide SPD).

Ob diese sogenannten "priorisierten Anforderungsträger" von dem Angebot Gebrauch machen, ist demnach ihre eigene Entscheidung. Folge dürfte allerdings sein, dass anderen Bundesministern häufiger nur das Ausweichen auf Linienflüge bleibt. Wegen der Fokussierung auf die wichtigsten Regierungsmitglieder werde es "zwangsläufig erhebliche Absagen an niederpriorisierte Anforderungsberechtigte" geben, zitierte der "Spiegel" aus einem Papier des Verteidigungsministeriums.

Entwicklungsminister reagiert verärgert

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) musste laut "Spiegel" statt mit der Flugbereitschaft mit einem Linienflieger nach Lateinamerika reisen und seine geplante Rundreise deswegen auf einen Besuch in Mexiko beschränken. Eigentlich wollte er dem Bericht zufolge auch Brasilien, Haiti, Kolumbien und Ecuador besuchen. Müller äußerte sich verärgert über die aktuelle Situation. "Zur Wahrnehmung meiner Verpflichtungen in unseren rund 80 Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ist es nicht ganz einfach, und zum Teil auch nicht möglich, per Linie zu fliegen", sagte er dem "Spiegel". Er rief auch dazu auf, die Bereitstellung der Regierungsflieger an tatsächlichen Notwendigkeiten zu orientieren und nicht an einer "überholten rein protokollarischen Rangordnung der Ressorts".

Wegen des Ausfalls von Regierungsfliegern hatte unter anderem Maas vergangene Woche einen Tag in Mali festgesessen, Steinmeier zuvor in Äthiopien und Müller in Malawi und Sambia. Bereits im Dezember war Merkel nach einer Flugzeugpanne erst mit erheblicher Verspätung beim Gipfeltreffen der G20-Staaten in Argentinien eingetroffen. Einige Maschinen der Flugbereitschaft gelten als überaltert. Sie sollen durch neue Flugzeuge ersetzt werden, was aber noch einige Zeit dauert.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.