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Missbrauchsskandal um Epstein - US-Arbeitsminister Acosta tritt zurück

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US-Arbeitsminister Alexander Acosta tritt im Zuge des Skandals um den Milliardär Jeffrey Epstein zurück. Epstein werden sexuelle Vergehen an Minderjährigen vorgeworfen.

Alex Acosta am 10.07.2019 in Washington
US-Arbeitsminister Alex Acosta ist zurückgetreten.
Quelle: Reuters

Alexander Acosta, Arbeitsminister der USA, legt sein Amt nieder. Er habe Präsident Donald Trump am Freitagmorgen angerufen und ihm gesagt, er halte es "für das Beste, zurückzutreten", sagte Acosta bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump im Weißen Haus. Trump sagte, Acosta sei ein "sehr guter Arbeitsminister" gewesen. Der Rücktritt soll in sieben Tagen wirksam werden.

Acosta war in Bedrängnis geraten, weil er 2008 als Staatsanwalt in Florida an einem geheimen Deal mit Epstein beteiligt war. Durch den Deal entging Epstein letztlich einer lebenslangen Haftstrafe wegen mutmaßlicher sexueller Vergehen an Minderjährigen.

Deal als Staatsanwalt im Jahr 2008

Epstein war damals wegen ähnlicher Anschuldigungen von einem Bezirksgericht im Bundesstaat Florida verurteilt worden. Aufgrund einer außergerichtlichen Vereinbarung, die Acosta als damaliger Staatsanwalt mit ausgehandelt hatte, erhielt Epstein eine 18-monatige Haftstrafe und kam nach 13 Monaten frei.

Ein Verfahren vor einem Bundesgericht blieb ihm im Gegenzug erspart. US-Medienberichten zufolge genoss der Milliardär großzügige Hafterleichterungen wie täglichen Freigang. Epstein zählte früher unter anderem Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew zu seinen Freunden.

Acosta beteuerte zuletzt, sein Büro habe in Anbetracht der damaligen Umstände sein Bestes getan. Er habe damals als Bundesstaatsanwalt des südlichen Bezirks von Florida verhindern wollen, dass Epstein völlig ungestraft davonkomme.

Vorwurf an Epstein: Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel

Epstein soll dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Am Samstag wurde er nach der Landung seines Privatjets an einem Flughafen in New Jersey festgenommen.

Der am Montag veröffentlichten Anklageschrift zufolge wirft ihm die New Yorker Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der Investmentbanker weist alle Anschuldigungen zurück. Bei einer Verurteilung drohen dem 66-Jährigen bis zu 45 Jahre Haft.

Nach Acostas Rücktritt soll das Amt nun zunächst kommissarisch von seinem bisherigen Stellvertreter Patrick Pizzella geführt werden, wie Präsident Trump ankündigte. In der zweieinhalbjährigen Amtszeit des Republikaners hat es bereits zahlreiche Rücktritte und Entlassungen gegeben.

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