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Equal Pay Day - Giffey fordert rasche Lohngleichheit

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Gegen den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen protestieren Gewerkschaften und Verbände in Berlin. Gleiche Löhne müssen weiterhin angestrebt werden.

Immer noch gibt es Unterschiede in der Bezahlung zwischen Männern und Frauen. Alljährlich macht der "Equal Pay Day" auf die Ungleichheit in der Arbeitswelt aufmerksam.

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Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) fordert mehr Anstrengungen, um die strukturelle Benachteiligung von Frauen zu beseitigen. "Die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern muss schneller kommen", sagte sie in Berlin auf einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes, des Deutschen Frauenrats und des Sozialverbandes Deutschland anlässlich des "Equal Pay Day" unter dem Motto "Recht auf Mehr!".

Auch Frauen in der Politik stärken

"In deutschen Vorständen sitzen 94 Prozent Männer und sechs Prozent Frauen", sagte Giffey. "Dieses Verhältnis spiegelt nicht die reale Verteilung von Kompetenz und Talent wider." Es sei nicht akzeptabel, dass offenbar viele Unternehmen nichts gegen diese Differenz tun wollten. Die Bundesfrauenministerin betonte, dass sie zwar nicht für die generelle Einführung einer Frauenquote sei: "Aber Verbesserungen gibt es nur dort, wo es Regeln gibt."

Auch im Bundestag und in den Landtagen müssten mehr Frauen vertreten sein. Dafür sollten zum Beispiel junge Frauen bestärkt werden, ihr politisches Engagement in den Parlamenten einzubringen. Nötig seien dazu auch Unterstützungsfunktionen, sagte Giffey. Wenn Frauen Kinder bekämen, zögen sie sich aus Zeitgründen häufig aus der aktiven politischen Arbeit zurück. "Da müssen sich auch Parteien Gedanken machen, wie die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement verbessert werden kann", sagte die SPD-Politikerin.

Kundgebung von Gewerkschaften und Sozialverbänden in Berlin

An der zentralen Kundgebung zum "Equal Pay Day" in Berlin nahmen mehrere Hundert Frauen und Männer teil. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, forderte ebenfalls schnelle Lohngleichheit.


Die Bundesfrauensprecherin im Sozialverband Deutschland (SoVD), Edda Schliepack (CDU), verwies zudem darauf, dass 54 Prozent der Frauen in Teilzeit arbeiteten, weil sie sich um Kinder kümmerten oder Angehörige pflegten. Teilzeitarbeit sei jedoch "eine Karrierefalle und ein Altersarmutsrisiko". Schliepack forderte mehr finanzielle Gegenleistungen für geleistete Familienarbeit.

2008 bekamen Frauen nach Angaben des Verbandes berufstätiger Mütter durchschnittlich 23 Prozent weniger Gehalt als Männer, heute sind es 21 Prozent. "Wenn es in diesem Tempo weitergeht, vergehen noch 100 Jahre in Deutschland, bis annähernd gleiche Bezahlung zwischen den Geschlechtern herrscht", erklärte der Verband.

Verband fordert Steuerreform

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) nannte die Benachteiligung der Frauen in der "Augsburger Allgemeinen" nicht tolerierbar. Deutschland nehme mit einem Lohnunterschied von 21 Prozent eine unrühmliche Stellung ein: In Europa betrage die durchschnittliche Lohnlücke zwischen Frauen und Männern mit 16 Prozent deutlich weniger. Die Organisation "Väteraufbruch für Kinder" sieht als Hauptursache für die Lohnungerechtigkeit "vor allem politisches Festhalten an längst überholten Familienbildern". Das größte Einkommensrisiko für Frauen stelle heute die Mutterschaft dar, die sie in Verbindung mit dem steuerlichen Ehegatten-Splitting häufig in Teilzeit oder Minijobs dränge. Der Verband fordert deshalb eine Steuerreform.

Der "Equal Pay Day" markiert den Termin, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, damit sie auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen kommen. An dem Aktionstag machen Gewerkschaften und Verbände auf den geschlechtsbedingten Gehaltsunterschied aufmerksam, der laut Statistischem Bundesamt in Deutschland bei durchschnittlich 21 Prozent liegt. Demnach lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im Jahr 2017 bei 17,09 Euro, der von Männern bei 21,60 Euro.

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