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Erschütterungen in der Ägäis - Eine Tote auf Lesbos nach Erdbeben

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Die Region rund um die Ägäis ist anfällig für Erdbeben. Gefährlich macht das jüngste Beben seine geringe Tiefe. Auf der griechischen Insel Lesbos gibt es eine Tote und Verletzte. Dutzende Häuser wurden dort beschädigt.

Bei einem schweren Erdbeben in der Ägäis-Region ist eine Frau auf Lesbos ums Leben gekommen. Zehn weitere Menschen wurden verletzt. Das Dorf Vrisa ist am stärksten von den Zerstörungen des Erdbebens betroffen.

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Bei einem schweren Erdbeben im Ägäischen Meer ist eine Frau ums Leben gekommen. Sie sei am Montag auf Lesbos gefunden worden, nachdem ihr Haus im Dorf Vrisa nach der starken Erschütterung eingestürzt sei, erklärte der Bürgermeister der griechischen Insel, Spyros Galinos. Nach Behördenangaben wurden in dem Dorf zehn weitere Menschen verletzt. Auch in weiten Teilen der westlichen Türkei war der Erdstoß der Stärke 6,2 zu spüren.

Das Beben sei am Nachmittag um 15.28 Uhr (Ortszeit) in einer sehr geringen Tiefe von nur sieben Kilometern aufgetreten, teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde mit. Das Zentrum des Erdstoßes habe sich im Ägäischen Meer befunden. Im Anschluss kam es zu mindestens 25 Nachbeben, die unter anderem in Istanbul und der türkischen Provinz Izmir zu spüren waren. Experten rechneten sowohl in Griechenland als auch in der Türkei mit weiteren Folgebeben.

Meisten Häuser in Vrisa mit Schäden

Auf Lesbos wurden Dutzende Häuser beschädigt. Einige Straßen wurden durch Geröll blockiert. In Vrisa hätten die meisten Häuser Schäden davongetragen, sagte Bürgermeister Galinos. Betroffene seien zunächst auf einem Fußballfeld in der Nähe untergekommen. Die Feuerwehr befreite ein älteres Ehepaar aus einem beschädigten Haus. Berichte über weitere eingeschlossene oder vermisste Personen gebe es nicht, teilten die lokalen Behörden mit.

Griechische Regierungsvertreter, Seismologen und Rettungskräfte machten sich aus Athen auf den Weg nach Lesbos, um die Schäden vor Ort zu beurteilen. Die Gouverneurin der Region Nördliche Ägäis, Christiana Kalogirou, sagte dem Fernsehsender ERT, das Militär helfe denjenigen, die ihre Unterkünfte verlassen mussten. Den Betroffenen würden Zelte zur Verfügung gestellt. Außerdem könnten sie in Sportstätten unterkommen, sagte Kalogirou.

Keine Schäden in Flüchtlingslagern

Berichte über Schäden oder Verletzungen in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und der nahegelegenen Insel Chios gab es am Montag nicht. Etliche Flüchtlinge und Migranten waren 2015 von der Türkei aus auf ihrem Weg nach Europa auf die beiden Inseln übergesetzt. Rund 8.000 harren dort noch aus, während sie auf Neuigkeiten zu ihren Asylanträgen warten.

In der Türkei wurden nach dem Erdbeben bislang keine Verletzten gemeldet. Dennoch seien Rettungs- und Einsatzteams entsandt worden, erklärten die Behörden. 240 Familienzelte seien vorsorglich in die Region gebracht worden.

"Alle Bilderrahmen auf den Boden gefallen"

In der türkischen Stadt Karaburun, die in der Nähe des Epizentrums liegt, sagte die 61-jährige Ayse Selvi, dass sie die Erschütterungen dort in ihrer Ferienwohnung gespürt habe. "Mein Gott, alle Bilderrahmen sind auf den Boden gefallen und ich habe keine Ahnung, wie ich nach draußen gerannt bin. Ich habe Angst, jetzt wieder hinein zu gehen." Ihre Schwester Seval Isci berichtete aus der Stadt Izmir, sie sei mit anderen Bewohnern aus ihrem Haus gelaufen, als es zu dem ersten Nachbeben gekommen sei.

Sowohl in der Türkei als auch in Griechenland kommt es häufiger zu Erdbeben. Beide Länder liegen auf aktiven Bruchlinien. Im Jahr 1999 hatten zwei zerstörerische Erdbeben den Nordwesten der Türkei heimgesucht. Rund 18.000 Menschen waren dabei ums Leben gekommen.

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